In Serfaus-Fiss-Ladis ist die Winterwelt noch in Ordnung – wilde Partys vermisst hier niemand

Wintersport-Idylle hoch über dem Inn

Norbert Greiter steigt aus der Gondel. Die Morgensonne scheint in sein Gesicht und über dem Tiroler Inntal breitet sich der Himmel satt blau aus. Die Pisten sind bestens präpariert. Der 72-jährige Serfauser freut sich auf seine Arbeit. Heute will der Skilehrer Fatima Mar-cibany aus der Schweiz das A und O des Skifahrens beibringen.

Greiter kennt das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis wie seine Westentasche. Es ist seine 45. Saison in Folge. Keiner seiner vielen Kollegen ist länger beschäftigt.

Ohne Warten auf den Berg

Bereits mit 13 Jahren absolvierte Greiter seine ersten Arbeitseinsätze nahe der heutigen Komperdell-Mittelstation. Der rüstige Mann bediente seinerzeit den ersten Schlepplift, den einer seiner fünf Brüder aufgestellt hatte.

Der 300 Meter lange Umlauflift ist längst Geschichte. Heute befördern 70 moderne Aufstiegsmöglichkeiten rund 20 000 Wintersportler täglich auf die Pisten. Eine Tatsache, die auch die Schweizerin Marcibany beeindruckt: „Lange Wartezeiten gibt es so gut wie nie. Es ist ein familienfreundliches Skigebiet, in dem man sich richtig wohlfühlen kann.“

Für Sicherheit und Ordnung auf 204 Pistenkilome-tern sorgt Artur Birlmaier. Als einer von vier alpinen Polizisten ist er Freund und Helfer der Skigäste unterwegs.

Birlmaier ist nach Kollisionen rasch zur Stelle und erstellt ein Unfallprotokoll. Bei späteren Schuldermittlungen und Schadensregulierungen ist der Bericht eine große Hilfe. Außerdem kontrolliert der Uniformierte das Geschehen an Skihütten, um Skidiebstahl vorzubeugen. Die Zahl gestohlener Bretter sei relativ gering. „Viel häufiger kommt es zu Verwechslungen.“

Diese Erfahrung machte auch Ingolf Kunick. Der Skitourist aus Calden erwischte beim Ausstieg aus der Gondel das falsche Paar Ski. Nach der Jause auf der Hütte klärte sich das Missgeschick auf und die gleich aussehenden Bretter fanden ihre rechtmäßigen Be- sitzer. „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas mal passiert.“

Von solchen Aktionen blieb Fatima Marcibany bisher ver- schont. Auf der Lazid-Nord-Ab-fahrt auf 2350 Meter angekommen, übt die Lernwillige eifrig den Parallelschwung „Serfaus hat für alle etwas zu bieten. Auch die Kleinsten sind hier bestens aufgehoben“, weiß die zweifache Mutter. So sorgt auch Maskottchen Murmli bis zum späten Nachmittag bei den Jüngsten für großen Spaß und gute Unterhaltung.

Dann endet auch der Skitag für den 72-jährigen Skilehrer. Im Tal angekommen, verzichtet Greiter freiwillig auf die bequeme Dorfbahn. Stattdessen genießt er seinen Geburtsort mit dem rätoromanischen Charakter und hofft, einen der 1100 Mitbürger zu einem Feierabendplausch anzutreffen.

Von Joachim Hofmeister

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