Ostern: Letzte Chance für Schneehasen

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Letzte Chance für Schneehasen: Zu Ostern auf die Skipiste

Noch ein letztes Mal auf die Piste oder den ersten Urlaub des Jahres in der Sonne genießen? In den Osterferien gehen die Vorlieben der Deutschen auseinander.

Die freien Tage an Ostern nutzen viele zum Ausspannen. Wer kurzentschlossen buchen möchte, muss sich beeilen - oder nach anderen Alternativen suchen. Sowohl an den Sonnenzielen als auch in den Skigebieten volle Hotels zu erwarten.

„Die Sonnenklassiker sind über die Feiertag fast ausgebucht“, sagt Christian Weßels, Sprecher der Rewe-Pauschalreiseveranstalter ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg. Wenig anders sieht es bei Thomas Cook und Neckermann aus: „Wer noch in die Türkei oder nach Spanien möchte, muss sich beeilen“, sagt Sprecherin Nina Kreke.

Der Grund ist klar: „Die Osterferien sind für einen ersten längeren Urlaub in der Sonne sehr beliebt - viele haben einfach die Schnauze voll vom Winter“, sagt Kreke. „Die Deutschen möchten sich gern die Schönwettersaison verlängern, indem sie bereits zu Ostern in die Sonne starten“, hat auch Tui-Sprecherin Anja Braun beobachtet. „Nach einem langen Winter ist Ostern eine beliebte Reisezeit“, ergänzt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV).

Ganz oben auf der Liste der Sonnenziele über die Osterfeiertage stehen die Kanarischen Inseln, Mallorca, die Türkei und Ägypten. Auf der Fernstrecke gehören die USA, Thailand und die Dominikanische Republik zu den Favoriten.

Flexibilität heißt das Gebot der Stunde für diejenigen, die es kurzentschlossen in die Sonne zieht. „Generell erhöhen sich die Chancen auf einen freien Platz, wenn man flexibel ist, was zum Beispiel Aufenthaltsdauer und Flughäfen angeht“, erklärt Tui-Sprecherin Braun. Termine in der Ferienmitte oder auch die Wahl verschiedener Flughäfen für Abflug und Ankunft erhöhten die Chancen.

Promis im Schnee

Klosters in der Schweiz: In den Schweizer Alpen hatte Prinz Charles mit seinen Kindern - im Foto sein Sohn William immer viele Spaß beim Skifahren. © dpa
2005 sagte der britische Thronfolger Prinz Charles seinen jährlichen Ski-Urlaub im schweizerischen Klosters ab, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. © dpa
Nobelskiort Aspen: Michelle Obama verbringt mit ihren Töchtern ein Skiwochenende in Colorado. © AP
Unter der Skibrille und dem Helm ist sie kaum zu erkennen, aber es handelt sich tatsächlich um Präsidenten-Gattin Michelle Obama. © AP
Verbier Schweiz: Im Schweizer Nobelskiort posiert Prinz Frederik von Dänemark mit seiner Familie für das Winterurlaubsfoto vor einer traumhaften Bergkulisse. © AP
Zum ersten Mal waren auch die beiden Zwillinge mit von der Partie in Verbier: Prinz Frederik von Dänemark mit seiner Tochter Josephine © AP
Prinzessin Mary mit ihrem Sohn Vincent © AP
Sochi, Russland: Der Russische Präsident Dmitry Medvedev verbindet Pflicht mit Vergnügen. Bei offiziellen Termin schnallt er sich gern auch die Skier an. © AP
Lift - nein Danke. Medvedev lässt sich lieber von einer Schneekatze ziehen. © AP
Sierra Nevada, Spanien: Der Spanische Kronprinz Felipe genießt einen Skitag mit seinen Freunden in Borreguiles. © AP
Die Sierra Nevada ist Spaniens beste Skigebiete und das südlichste in Europa. © AP
Lech, Österreich: Seit über 50 Jahren verbringt die Niederländische Königsfamilie ihren Winterurlaub im Vorarlberg. Bei einem Lawinen-Unglück wurde Prinz Johan Friso von einem Schneebrett verschüttet und liegt seit dem im Koma. Sein Bruder Prinz Constantijn trägt Skier aus dem Hotel in Lech. © AP
Italien, Madonna di Campiglio: Fernando Alonso © dpa

Auch Schneehasen müssen sich teilweise sputen. „Bei den Schneezielen sind wir schon relativ dicht“, sagt Thomas-Cook-Sprecherin Kreke. Vielerorts sind die Osterferien die letzte Chance, noch einmal die Skischuhe zu schnüren. Und offenbar haben in diesem Jahr viele Skifahrer Nachholbedarf, nachdem sich der Start der Saison mangels Schnee verzögert hatte. Hinzu kommt, dass die Osterferien in diesem Jahr in den meisten Bundesländern etwas früher liegen als 2011, als es erst in der zweiten Aprilhälfte zum Eiersuchen ging. „Je später die Osterferien im Jahr liegen, umso schwieriger kann es natürlich für Skireisen sein“, erklärt DRV-Sprecherin Zeuch.

Von einer „sehr, sehr guten Buchungslage“ spricht Mario Siedler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Obertauern. „Die Buchungslage zu Ostern ist im Moment sehr gut“, formuliert es fast wortgleich Josef Kurz, Marketingleiter des Tourismusverbandes Paznaun-Ischgl. Als „sehr zufriedenstellend“ beschreibt Josef Schirgi, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis die Lage.

Dennoch gibt es fast überall noch freie Betten. „Wir haben sehr viele Stammgäste, aber das Buchungsverhalten wird immer kurzfristiger“, erklärt Siedler. Deshalb gebe es noch in allen Kategorien freie Zimmer. Auch in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Ischgl und Serfaus-Fiss-Ladis gibt es noch Chancen auf ein freies Zimmer.

Die Bedingungen für alle Skihasen sind hervorragend. „Wir haben derzeit drei Meter Schnee im Ort - das geht so schnell nicht weg“, erklärt Siedler. Bis Anfang Mai sollen die Lifte in dem österreichischen Skigebiet in Betrieb sein. In Oberstdorf ist die Schneelage laut Miriam Frietsch derzeit ebenfalls „bestens“. Aufgrund der Kälte der vergangenen Wochen rechnet die Marketingleiterin damit, dass „an Ostern problemlos Skibetrieb möglich ist“. „Super Pistenbedingungen“ meldet Kurz.

Sonne oder Piste? Immer mehr Urlauber stellen sich diese Frage nicht und entscheiden sich gleich für etwas ganz anderes. Städtereisen oder ein Trip an die Nord- und Ostsee werden über die Feiertage immer beliebter. Vor allem europäische Großstädte sind laut DRV-Sprecherin Zeuch über Ostern gut besucht. „Das Klima ist zu dieser Jahreszeit für einen Städtetrip ideal“, so Zeuch. Nord- und Ostsee liegen bei den großen Reiseveranstaltern ebenfalls ganz oben in der Gunst der Urlauber.

Von Michael Zehender, dpa

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