Das Schokoladenfestival lockt Leckermäulchen nach Tübingen

Zwischen Pistazien-Trüffel und Schoko-Chili-Senf

Keine Kalorien, bitte!“ Wer so reagiert, ist fehl am Platz auf dem Schokoladenfestival „chocolART“ in der mittelalterlichen Universitätsstadt Tübingen. Zum sechsten Mal dreht sich sechs Tage lang alles um den Glücklichmacher – in flüssiger, cremiger und fester Form. Vom Rathaus über den Holzmarkt mit der Stiftskirche bis zur Neckargasse zieren über 100 weiße Pagoden-Stände die historische Altstadt. Persönlichkeiten wie Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin, Wilhelm Hauff oder Eduard Mörike haben hier bereits über Büchern geschwitzt und hätten auf dem Schokoladenmarkt ganz sicher die richtige Nervennahrung gefunden.

„Schokolade ist Genuss für alle fünf Sinne.“

Gerhard Madlon

Chocolatiers und Konditoren aus fast 15 Nationen wie Deutschland, Dänemark, Österreich, Italien, Frankreich, Holland und natürlich der Schweiz und Belgien zeigen ihre leckersten Kreationen. Doch auch Exoten wie Lettland, Griechenland oder Ghana sind vertreten. Bekannte Schokoladenmarken präsentieren sich mit Tafeln und raffiniertem Konfekt aus Zartbitter-, Vollmilch- oder weißer Schokolade. Kleine Manufakturen bieten ungewöhnliche Pralinenvariationen wie Nougatkastanien, Feigen-, Kiwi- oder Pistazientrüffel, afrikanische Bushman-Schokolade, Pralinékuchen, Schokolade mit Olivenöl, Thymian oder Kürbiskernen, Schokonudeln oder -maultaschen, Schokosenf und Nougatbier an.

„Schokolade ist Genuss für alle fünf Sinne“, erklärt Gerhard Madlon aus München. Für seine Anti-Stress-Praline kreierte er eine ovale Form. „Denn gestresste Menschen greifen zuerst nach dieser“, meint der Konditormeister. Ein Hörerlebnis habe man durch das Knacken beim Anbeißen der Praline. Man rieche und schmecke die zartbittere Schokolade und die Aromen von Pfefferminze, Blutorange, Zitronenmelisse und Rosenwasser, die eine entspannende, aber auch stimulierende Wirkung haben. Am Stand gegenüber findet das „Tübinger Kirschle“ reißenden Absatz. Es basiert auf der weltbekannten Schwarzwälder Kirschtorte. „Diese hat in Tübingen ihren Geburtsort“, erzählt Madlon: „Sie wurde 1930 im Café Walz von Konditormeister Erwin Hildenbrand zum ersten Mal gebacken.“ Also fertigte Confiseur Madlon eine Praline aus edler Bitterschokolade, Sahne und einer mit Schwarzwälder Kirschwasser beschwipsten Kirsche.

Auch Schokoladen-Kultur wird geboten: „süßes“ Theater, ein Schokoladen-Konzert, schokoladige Lesungen, Kakaomalerei und Kochkurse. Im Öhrn, dem alten Empfangssaal des Rathauses, gibt der Schoko-Experte Alois Immoos aus der Schweiz während seines Seminars „Whisky und Schokolade“ alles vom Rohkakao bis zur fertigen Schokolade preis.

Wer immer noch nicht genügend Schokoladenduft eingeatmet und Kalorien vernascht hat, der gönnt sich zum Abschluss des Tages eine Schokoladenmassage oder lässt den Abend mit einem Schokoladenmenü in einem der umliegenden Restaurants ausklingen. Wie wäre es etwa mit Maronenschaumsuppe mit Ingwerschokoraspeln oder geräucherter Entenbrust an Nuss-Schokodressing, Riesengarnelen in Kakaobutter oder Zanderfilet mit weißer Schokoladensoße?

Als Dessert einen Nougatknödel? Hmmm.... – einfach köstlich!

Von Dagmar Krappe

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