… feiert das Salzburger Land seinen Bauernherbst

Zwischen Sommer und dem ersten Schnee ...

Frisches Brot in luftiger Höhe: 55 bewirtschaftete Almen laden im Gasteiner Tal Familien ebenso wie Bergwanderer und Bergsteiger zur Rast. Einmal wöchentlich kann man bei Margarete Röck (im Bild) und ihrer Schwester Aloisia auf der Amoseralm Brot backen und ganz frisch mitnehmen. Fotos: Heinz

So was hat der Knirps noch nie erlebt: „Das knackt ja, das Feuer“, staunt Tim ins Ofenloch. Sein Papa erklärt ihm, wie das funktioniert mit dem Anheizen und dass dort, wo jetzt das Holz brennt und die Steine ganz heiß werden, später die Brote liegen. Doch Tims ganze Aufmerksamkeit gilt längst schon der Greti, Sennerin auf der Amoseralm. Die schleppt eine Wanne voll Teig aus der Hütte und ruft die Gäste-Kinder zusammen. Gemeinsam kneten, rollen und formen sie Schnecken und Brezeln. Dann geht es an die Brote. Und nebenbei beantwortet die Bäuerin neugierige Fragen. Nach der Rezeptur und den Gewürzen, nach dem Ofen und dem Leben auf der Alm.

Nun heißt es, eine Stunde warten, die Sonne genießen, mit Greti – alias Margarete Röck – plaudern, die Tiere streicheln, Milch oder Bier trinken und in die Weite des Gasteiner Tales hinabblicken, wo sich die morgendlichen Nebelschwaden auflösen;

Bauernherbst: Die Touristiker des Salzburger Landes haben sich Mitte der Neunziger diesen Namen für die Wochen zwischen den letzten Sommertagen und erstem Schnee ausgedacht. Vom 28. August bis 26. Oktober sind in 78 Orten rund 2000 Veranstaltungen zu erleben. „Aber wir inszenieren nichts, was es nicht ohnehin bei uns gibt“, betont Elfriede Berti. „Nur laden wir eben Gäste dazu ein.“ Ja, manchmal mache das schon Umstände, bekennt die Ortsbäuerin von Unterberg bei Dorfgastein. Beispielsweise weil man einen Almabtrieb nicht kurzfristig anberaumen kann, sobald das Vieh oben auf dem Berg alles abgefressen hat.

Beim Almfrühstück und Frühschoppen dabei sein

Er geht eben genau dann über die Bühne, wenn der im Jahr zuvor gebastelte Veranstaltungskalender es anzeigt. Er vereint beispielsweise Frühschoppen mit der Trachtenkapelle, Sommerabschluss-Almfeste und Bauernmärkte. Ein paar Angebote werden speziell den Urlaubsgästen unterbreitet, zum Beispiel geführte Wanderungen, Almfrühstücke, Heufiguren-Bastelstunden, Latschenkieferöl-Brennen beim Bauern oder Krapfen-Backen mit der Bäuerin.

Dabei sind die Bauernherbst-Wirte, wie die Elfi und ihr Mann Hans-Peter vom „Unterbergerwirt“. Die haben den herbstlichen Spezialitäten der Region wie Kaspressknödeln, Schöpsernen, also im Rohr gebackenem Fleisch oder Krapfeneinen besonderen Platz eingeräumt.

Endlich ist es soweit. Greti öffnet die Backofentür. Umringt von den Knirpsen zieht sie die Schnecken, Brezeln und die runden Brote aus der Hitze. Wie das duftet. Zuerst dürfen sich die Mini-Bäcker ihre Kreation greifen. Dann kaufen die Großen die noch heißen Laibe und wandern zurück ins Tal. Was geht über ein im Holzofen selbstgebackenes Brot?

Von Marlies Heinz

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