Zwischen Tradition und Moderne

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Das Wahrzeichen Kuala Lumpurs: Die 452 Meter hohen Petronas Twin Towers. Sie verkörpern das moderne, aufstrebende Malaysia. Besucher können bis zur Brücke hochfahren.

Selamat Datang: Diese beiden Worte begleiten einen nahezu ständig in Malaysia. Bedeuten sie doch willkommen, und das ist der Fremde in dem ostasiatischen Land tatsächlich. Herzliche Freundlichkeit zeichnet die Menschen zwischen der Straße von Malacca und dem südchinesischen Meer aus.

Das macht das Reisen für den Fremden durchweg angenehm – sieht man einmal von der extrem hohen Luftfeuchtigkeit ab, die Tag und Nacht dafür sorgt, dass ständig ein dünner Schweißfilm auf der Haut liegt.

Das scheint Bukit und Cina nichts auszumachen. Sie sind zwei von insgesamt 200 Rikscha-Fahrern in der Stadt Melaka, die seit 2008 Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist. Egal wie schwergewichtig die Touristen auch sind, die sich in ihre Fahrradanhänger zwängen, egal, ob es in der prallen Mittagssonne mit gut dreißig  Grad und nahezu achtzig Prozent Luftfeuchtigkeit ist, freundlich lächelnd treten Bukit, Cina und alle Kollegen in die Pedale, um ihre Kunden gut zwanzig  Minuten durch die Jonker Street oder Street of Harmony zu kutschieren.

Jahrhunderte alte Seefahrertradition

Die Stadt an der Straße von Malacca profitiert von ihrer jahrhundertealten Seefahrertradition. Portugiesen, Holländer und Engländer drückten Melaka ihren Stempel auf. Mit zu den ältesten Bauwerken zählt die St. Pauls Church, im Jahr 1521 errichtet von einem katholischen Kapitän. Ihr Platz auf einer Anhöhe bietet einen herrlichen Blick über die Stadt. Nicht weit davon entfernt erstreckt sich das Stadthaus (Stadthuys). Angeblich ist der ehemalige Regierungssitz der Holländer das älteste holländische Gebäude in Fernost. Heute beherbergt es ein Museum.

Nicht unbedingt durch seine Küche, aber durch seine unvergleichbare Atmosphäre besticht das Hotel Puri in der Jonker Street. Mit seiner großzügigen Empfangshalle, den tropischen Pflanzen und dem herrlichen Innenhof fühlt man sich in die Kolonialzeit zurückversetzt.

Auf Kontraste setzt Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Hier die pulsierende, supermoderne Metropole mit den Petronas Twin Towers als herausragendes Wahrzeichen, dort Chinatown mit seinen verwinkelten Gässchen oder der alte Bahnhof in seinem viktorianischen Baustil.

Saubere und sichere Stadt

Drei, vier Tage muss der Besucher schon einplanen, um sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Bei den Spaziergängen durch die einzelnen Quartiere fällt sofort die Sauberkeit auf. Kein Abfall an den Straßenrändern. Ebenso wenig gehören Bettler zum Straßenbild Kuala Lumpurs. Und bis auf die normalen Vorsichtsmaßnahmen in allen Großstädten, gibt es keine offiziellen Warnungen, sich aus bestimmten Bezirken fernzuhalten. Auch in der 2,1 Millionen Metropole KL, wie sie von Einheimischen genannt wird, trifft es also zu: Selamat datang – willkommen.

Zeit mitbringen muss der Tourist, der von den Petronas Twin Towers, den mit 452 Metern höchsten Zwillingstürmen der Welt, einen Blick über Kuala Lumpur werfen will. Obwohl es nicht auf die Spitze geht, sondern lediglich bis zu einer Verbindungsbrücke zwischen den Türmen, der Skybridge, auf gut der Hälfte der Türme, ist der Andrang enorm. Und schon früh morgens bildet sich eine Schlange vor den Kassenhäuschen, um eines der begehrten Tickets zu bekommen, um mit dem Fahrstuhl nach oben katapultiert zu werden. Der Ausblick lohnt die Wartezeit auf alle Fälle.

272 Stufen hinauf zu den Hindutempeln

Mühsamer ist da schon der Aufstieg in die Batu Höhlen. Etwa 15 Kilometer außerhalb Kuala Lumpurs gelegen, führen 272 Treppenstufen hinauf in die Kalksandsteinhöhlen. Der Lohn: Mehrere Hindutempel mit Höhlenanlagen gibt es dort zu bestaunen. Und auch von dort oben hat man, klare Sicht und gutes Wetter vorausgesetzt, einen eindrucksvollen Blick über einen Teil der Stadt.

Murugan und freche Affen bewachen die Höhlen

Andererseits ist der Aufenthalt vor den Höhlen nicht ganz ungefährlich. Freche Affen scheuen sich nicht, Besucher zu attackieren, um ihnen Essbares aus den Taschen zu stehlen. Und wer sich mit dem Fotoapparat zu nah an die vorwitzigen Kerle wagt, der kann auch schon mal schmerzhafte Kratzspuren davontragen.

Bewacht werden die Hindu-Höhlen am Fuß der Treppen von einer 42,7 Meter hohen Statue. Sie zeigt Gott Murugan, der den Dämon Soorapadam besiegte. Erst 2006 wurde die Statue nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt.

Reisetipps

Reiseziel: Malaysia liegt in Südostasien und besteht aus zwei durch das südchinesische Meer getrennten Landesteilen. Das sind die malaiische Halbinsel im Westen und Teile der Halbinsel Borneo im Osten. Der Westteil grenzt im Norden an Thailand und im Süden liegt auf einer vorgelagerten Insel der Stadtstaat Singapur. Im Ostteil schließt sich Indonesien an. In Malaysia leben knapp 28 Millionen Einwohner.
Sprachen: Die Amtssprache ist Malayisch. Weit verbreitet sind daneben Englisch und Chinesisch.
Formalitäten: Für die Einreise nach Malaysia ist ein noch sechs Monate gültiger Reisepass erforderlich. Für deutsche Staatsbürger besteht keine Visumspflicht bei einem Aufenthalt bis zu drei Monaten.
Gesundheit: Spezielle Impfungen (z.B. Malaria) sind für Malaysia nicht notwendig. Empfohlen: Polio, Diphtherie, Tetanus, Hepatitis A+B.
Klima: Malaysia hat ein heißes tropisches Klima. In den Küstenregionen liegen die Tageshöchstwerte im Schnitt immer um oder über 30°C. Die Luftfeuchtigkeit ist immer relativ hoch. Die Wassertemperaturen sind ganzjährig zum Baden geeignet.
Auskunft: Malaysia Tourism Promotion Board, Weißfrauenstraße 12 - 16, 60311 Frankfurt / M., Tel.: 0 69 / 4 60 92 34 20, www.tourismmalaysia.de

Baden und träumen


Mehr als 200 Inseln liegen vor der Küste Malaysias. Da gibt es genügend Möglichkeiten, sich an Stränden zu erholen. Noch ein Geheimtipp unter den Badeinseln ist Sibu, an der Ostküste vor Mersing gelegen. Eine knappe halbe Stunde braucht man mit dem Boot, um auf das Eiland zu gelangen. Auf Sibu leben dreißig Familien, die sich vorwiegend vom Fischen ernähren. Daneben bieten Hotels, wie das Sari Pacific Resort & Spa, Arbeit. Massentourismus wird dort niemand finden, eher Ruhe und Erholung pur. Wer ausspannen will, gern schnorchelt und taucht, der ist auf Sibu gut aufgehoben. (kil)

Von Peter Kilian

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