Schnellcheck: Erster Sieg für Schützlinge von Bundestrainer Sigurdsson

27:26 – Deutsche gewinnen Krimi gegen Schweden

+
Harter Zweikampf: Der deutsche Angreifer Fabian Wiede (links) kann sich hier gegen den schwedischen Abwehrchef Tobias Karlsson behaupten.

Kassel. Die deutschen Handballer haben die ersten Punkte bei der EM in Polen unter Dach und Fach gebracht. Gegen Schweden gab es für die Mannschaft um den überragenden Schlussmann Andreas Wolff von der HSG Wetzlar einen 27:26 (13:17)-Zittersieg.

Jetzt kann der Weltmeister von 2007 bereits bei einem Unentschieden am Mittwoch gegen Slowenien (ab 17.05 Uhr/ZDF) den Einzug in die Hauptrunde perfekt machen. 

Unser Schnellcheck zum Handball-Krimi:

? Wie war der zweite deutsche Auftritt bei dieser EM?

Der Altersdurchschnitt der deutschen Mannschaft bei diesen Kontinentalkämpfen beträgt nicht einmal 25 Jahre. Der der Hintermannschaft, mit der die Schweden in das Duell mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gingen, lag bei fast 30 Jahren. Es war also irgendwie ein Vergleich Jung gegen Alt. Doch zunächst ließen die erfahreneren Skandinavier die Schützlinge von Bundestrainer Dagur Sigurdsson einige Male alt aussehen. Vor allem ihre rechte Angriffsseite mit den Bundesliga-Profis Johan Jakobsson und Niclas Ekberg machte mit der deutschen Abwehr, was sie wollte.

Nur weil Tobias Reichmann sicher vom Siebenmeterpunkt agierte, blieb das DHB-Team in Schlagdistanz. Als Rune Dahmke und Steffen Fäth auf 10:10 stellten, schien es, als hätten die Deutschen die Partie nun besser im Griff. Aber dann übernahm wieder Schweden das Kommando. Besonders bitter, dass Reichmann mit der Pause per Strafwurf an Schlussmann Mattias Andersson scheiterte.

Allerdings lagen die Deutschen auch beim 29:32 gegen die Spanier zur Pause zurück – und kamen noch mal zurück. Diesmal war es nicht anders: Torwart Andreas Wolff hielt hinter einer offensiveren Abwehr prächtig – und Reichmann (2), Fäth und Steffen Weinhold glichen zum 18:18 aus (35.). Kapitän Weinhold markierte auch die erstmalige deutsche Führung: Das 21:20 und das 22:20 gingen auf sein Konto. Dann trafen Jannik Kohlbacher und Fabian Wieder sogar zum 24:20 – der Schlusspunkt eines 11:3-Laufs.

Trotz dieses Vorsprungs und insbesondere eines teilweise fantastischen Wolff im Rücken wurde es noch mal eng. Umso mehr, als Christian Dissinger nach Foul an Jakobsson eine umstrittene Rote Karte sah (56.). In der vorletzten Minute hätte Finn Lemke bereits alles klar machen können, vergab jedoch den Konter leichtfertig. Der letzte Wurf der Skandinavier von Lukas Nilsson fünf Sekunden vor Ende strich über den Querbalken.

Welche Szene erhitzte diesmal die Gemüter?

So einen Aufreger wie in der Partie gegen Spanien, als Steffen Weinhold vom Hünen Jorge Maqueda den Ball ins Gesicht bekam, gab es nicht. Aber geärgert dürften sich die Deutschen über einen Wechselfehler haben. Niclas Pieczkowski musste auf die Bank. Da zudem Reichmann zu dieser Zeit eine Strafe absaß, hatte die Mannschaft nur vier Feldspieler auf dem Parkett. In dieser Phase zog der Gegner von 11:10 auf 14:10 davon.

Wie präsentierte sich der Melsunger Johannes Sellin?

Er kam erst spät. Aber das überraschte auch nicht, weil Reichmann groß aufspielte. Der Mann aus Kielce warf neun Treffer.

Gab es etwas an den Socken der Schweden auszusetzen?

Nein, alle hatten einheitlich weiße Strümpfe an. Beim Auftakt der Europameisterschaft gegen Slowenien hatten die Socken nicht die gleiche Farbe. Dafür mussten die Nordeuropäer – genauso wie im übrigen die unterlegenen Slowenen – 500 Euro Strafe zahlen.

Wie war die Übertragung in der ARD?

„Die EM hat einen hohen Stellenwert für uns“, hatte ARD-Kommentator Florian Naß vor dem Turnier im Gespräch mit dieser Zeitung betont. Und die Berichterstattung zur besten Sendezeit hatte denn auch durchaus Unterhaltungswert. Wobei das Spiel allerdings auch so war, wie es sich für einen Montagabend im ersten Programm gehört: Hart, aber fair.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.