Nur Freund hat noch Saft

Debakel für deutsches Skisprung-Team

+
Im Team-Wettbewerb landeten die DSV-Springer nur auf Rang sechs.

Planica - Deutschlands Skispringer haben im letzten Teamwettbewerb der Saison einen Podestplatz deutlich verpasst.

Kalte Dusche im „Windfliegen“ von Planica: Die deutschen Skispringer um Weltmeister Severin Freund haben beim letzten Teamwettbewerb der Saison ein Debakel erlebt und sind bei der wegen starker Böen nach einem Durchgang abgebrochenen Flug-Konkurrenz im „Tal der Schanzen“ nicht über Platz sechs hinausgekommen. Schlechter platziert war ein deutsches Team zuletzt im November 2010 als Siebter im finnischen Kuusamo.

„Es war kein einfacher Wettkampf, da kann es schon einmal so blöd laufen“, sagte Freund, der am Sonntag im letzten Springen der Saison den Sieg im Gesamtweltcup perfekt machen will, in der ARD. Sein großer Konkurrent Peter Prevc, der bereits am Freitag triumphiert hatte, fuhr am Samstag mit Sloweniens Team den nächsten Heimsieg ein.

Bei der „Generalprobe“ für den Einzel-Showdown hatte der 26 Jahre alte Niederbayer Freund an der Seite von Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Michael Neumayer mit 686,3 Punkten gewaltige 161,1 Punkte Rückstand auf die Slowenen (848,4). Zweiter wurde Österreich (805,1) vor Norwegen (784,0). Die Norweger rückten im Nationen-Cup mit 5372 Punkten bis auf 96 Zähler an die führenden Deutschen (5468) heran.

„Das war kein glorreicher Tag. Ich hatte gehofft, dass wir einen guten Flugtag hinlegen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster: „Aber es hat schon schlecht begonnen. Markus ist leer von den Beinen, Richard hat zuviel bei diesem Aufwind gebremst. Somit war es eher ein Training für Severin, er ist auf dem Weg zu seiner Maximalform.“

Freund war mit einem Sprung auf 220,0 m der einzige Lichtblick in einem enttäuschenden deutschen Team. Nach einem verpatzten Versuch von Startspringer Eisenbichler auf nur 169,0 m lag der deutsche Vierer zunächst auf dem achten und letzten Platz, Freitag (184,0) und Neumayer (192,0) verloren weiter an Boden auf die besten Teams. Für den weitesten Sprung sorgte der Slowene Jurij Tepes mit 237,5 m.

Die deutschen Springer hatten sich zuvor in allen vier Teamkonkurrenzen des Weltcups unter den besten Zwei platzieren können. In Klingenthal und Zakopane gewannen sie, in Willingen und in Lahti gab es den zweiten Rang. Bei der WM enttäuschten die DSV-Adler allerdings mit dem fünften Platz.

Für Freund wird es am Sonntag richtig ernst. Im letzten Saisonwettbewerb (10.00 Uhr/ARD und Eurosport) kann er als dritter Deutscher nach Jens Weißflog (1984) und Martin Schmitt (1999 und 2000) den Gesamtweltcup holen. 44 Punkte Vorsprung hat Freund auf Prevc - bei einem Sieg des Slowenen muss der Spitzenreiter mindestens Dritter werden.

Im Skiflug-Weltcup, den als letzter Deutscher Martin Schmitt (2000/01) gewinnen konnte, führt Freund mit 35 Punkten vor Prevc. Sollte sein Verfolger am Sonntag siegen, reicht Freund nur Platz zwei zum Gewinn der kleinen Kristallkugel.

„Wenn Severin an seine Maximalleistung herankommt, wird es ein guter Abschluss“, sagte Schuster: „Wenn es nicht klappt, müssen wir analysieren, warum es nicht bis zum letzten Springen reicht.“

sid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.