Dritter Titel auf der ATP-Tour

Alex Zverev gelingt in München der erste "Heimsieg"

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Freudenschrei: Alex Zverev bejubelt einen Punkt im Finale der BMW Open.

München - Alex Zverev hat auf der ATP-Tour seinen ersten Turniersieg in Deutschland gefeiert. Im Finale der BMW Open in München bügelt der Youngster einen Fehlstart wieder aus.

Dritter Turniersieg, 85.945 Euro Preisgeld, ein BMW I8 im Wert von 134.000 Euro und ab heute die beste Weltranglistenplatzierung (17.) in seiner Karriere – der Start bei den BMW Open by FWU hat sich für Alexander Zverev gelohnt. Im Finale besiegte der 20-Jährige den argentinischen Qualifikanten Guido Pella mit 6:4 und 6:2 und holte nach St. Petersburg (2016) und Montpellier (2017) den dritten Titel auf der ATP-Tour. „Mein erster Titel auf Sand und in Deutschland bedeutet mir sehr viel“, so Zverev.

Dass er mit Sieger-Lederhose vom Platz gehen würde, war nach 20 Minuten nicht vorherzusehen. Pella führte mit 4:2 und hatte zwei Breakbälle. Dann startete Zverev eine unglaublich Serie. Der 20-Jährige gewann 28 von 34 Punkten, holte in 30 Minuten sieben Spiele und führte mit 6:4 und 3:0. „Ich habe mehr meinen Rhythmus gefunden. Guido hat am Anfang keine Fehler gemacht, ich hatte das Gefühl, dass ich die Punkte selbst machen muss und habe versucht aggressiver zu spielen, das hat gut geklappt“, erklärte Zverev.

Nach 72 Minuten konnte Papa Alexander das Ergebnis an Mutter Irina, die aus Nervosität immer mit Familienhund Lövik spazieren geht, weitergeben. „Mein Dank gebührt meinem Vater, ohne ihn wäre als das nicht möglich“, sagte Zverev noch auf dem Center Court. Als ihm auf der Pressekonferenz über feuchte Augen seines Papas berichtet wurde, meinte Zverev mit einem Schmunzeln: „Da werde ich mich noch über ihn lustig machen. Ich weiß, wie viel es unserer ganzen Familie bedeutet. Wenn ich gewinne, gewinnen sie genauso.“ Weniger lustig war seine Reaktion auf eine erneute Nachfrage zum durch Regen verspäteten Spielbeginn. Zverev hatte zuvor patzig erklärt, er hätte zweieinhalb Stunden geschlafen. Wie das nun genau gewesen sei, wollte ein Journalist wissen? Zverev stand kommentarlos auf und beendete die PK.

Noch vor drei Jahren kam die größte deutsche Tennishoffnung nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld. Mittlerweile baut Dr. Fabian Tross, Vereinsvorsitzender des MTTC Iphitos, sicherheitshalber für die Zukunft vor und sagte in Richtung Zverev: „Wir werden immer versuchen, dir ein attraktives Paket zu schnüren, mit dem du dich wohlfühlst, auch wenn du höher in Rangliste stehst.“ Die eingesackten 220.000 Euro dürften ein gutes Argument sein. Noch zwei München-Siege, dann könnte sich Zverev seine 700.000-Euro-Uhr von Sponsor Richard Millet schon fast selbst kaufen.

Für das gewonnene Auto gab‘s ein Küsschen vom Turniersieger.

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