Superstar der Isländer ist der einstige Kieler Linksaußen Sigurdsson

Auch ein Phantom ist dabei

Eine absolute Führungspersönlichkeit im Team Islands: Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson, der in der Bundesliga bereits für Gummersbach, Kiel und die Rhein-Neckar Löwen am Ball war. Foto: dpa

Kassel. „Die Isländer“, sagt Adalsteinn Eyjolfsson, „sind von Natur aus Optimisten.“ Der ehemalige Handball-Trainer des Bundesligisten ThSV Eisenach und der SVH Kassel muss es wissen: Schließlich kommt er selbst von diesem Inselstaat. Die Entwicklung der Nationalmannschaft seines Heimatlandes, die am Wochenende in Kassel und Hannover die deutsche Auswahl prüft, gibt allerdings selten Anlass zur Zuversicht.

„Wenn alles passt, dann ist sie sicher sehr gut besetzt“, findet Eyjolfsson, „aber für das Team gibt es leider nur heiß oder kalt.“ Das heißt: Manchmal brennen die Jungs von der größten Vulkaninsel und manchmal eben gar nicht. Bei der WM im Vorjahr in Katar fehlte das Feuer – bereits im Achtelfinale war Endstation. Alles Wissenswerte über die Vertretung Islands:

Der Leitwolf

Gudjon Valur Sigurdsson ist einer der begnadetsten Linksaußen auf dem Globus. Beim Tempogegenstoß ist er so schnell am gegnerischen Kreis, dass er durchaus als Phantom durchgeht. „Er ist nicht nur wegen seiner Tore eine absolute Führungspersönlichkeit“, erklärt Eyjolfsson. Der 36-jährige Sigurdsson, früher in Gummersbach, Kiel und bei den Rhein-Neckar Löwen tätig, wirbelt zurzeit für den FC Barcelona.

Die Stars

Neben Sigurdsson zählen der Ex-Kieler Spielmacher Aron Palmarsson, Asgeir Örn Hallgrimsson, Robert Gunnarsson, Arnor Atlason und Löwen-Akteur Alexander Petersson zu den Top-Leuten. Bis auf Palmarsson sind allerdings alle Spieler schon über 30. „Manchmal bringen sie die Stimmung auf dem Feld nicht rüber“, bedauert Eyjolfsson. Der mittlerweile in Hüttenberg tätige Coach hatte zwei Akteure aus dem isländischen 28er-Aufgebot selbst schon trainiert: Bjarki Elisson (Berlin) in Eisenach und Tandri Konradsson in Stjarnan (Island).

Das System

Eine Stärke ist eine aggressive 6:0-Abwehr. Eine andere: das taktisch clevere Verhalten im Angriff. „Es gibt keine groß gewachsenen Leute, keine echten Shooter, deshalb sind alle Spieler schnell auf den Beinen“, sagt der Glatzkopf über das Team seiner Landsleute. 2008 gewann Island Olympia-Silber in Peking. Der Rücktritt von Superstar Olafur Stefansson 2013 riss eine echte Lücke. Bei der EM könnte die Mannschaft aus Eyjolfssons Sicht um die Plätze drei bis sechs mitspielen. Foto: Fischer

Von Björn Mahr

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