Schnellcheck: Leverkusen scheidet auch im DFB-Pokal denkbar knapp aus – 0:0 nach 120 Minuten

Die Bayern siegen im Elfmeterkrimi

Der Ball als Puffer: Leverkusens Stefan Kießling (links) und Bayerns Robert Lewandowski im Zweikampf. Foto: afp

Kassel. Bayern München hat das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern Leverkusen gewonnen – im Elfmeterschießen. 0:0 hatte es nach 120 Minuten gestanden. Der Schnellcheck.

? Wie verlief das Elfmeterschießen?

! Erste Nachricht: Es fanden sich auf beiden Seiten fünf Schützen, nachdem beide Teams so ihre Negativerfahrungen im Elfmeterschießen gemacht haben (Stichwörter: Atletico Madrid! FC Chelsea!). Dann ging es los: Bayerns Thomas Müller trifft – 0:1. Münchens Manuel Neuer hält Josip Drmics Schuss. Robert Lewandowski trifft – 0:2. Leverkusens Lars Bender trifft – 1:2. Münchens Xabi Alonso trifft – 1:3. Leverkusens Gonzalo Castro trifft – 2:3. Bayerns Mario Götze trifft – 2:4. Leverkusens Hakan Calhanoglu trifft – 3:4. Münchens Thiago trifft – 3:5. Ende, Aus. Bayern weiter.

? Wie war das Spiel in der Leverkusener Bay-Arena?

! Spannend, hitzig und teilweise hochklassig erst ab der zweiten Halbzeit, als es ein Abnutzungskampf zweier Spitzenteams wurde. Zuvor: wenig spektakulär und arm an Höhepunkten.

Die Leverkusener stellten zu Beginn die engagiertere Mannschaft, die versuchte, blitzschnell vor des Gegners Tor zu kommen. Die Ansätze waren gut, aber wirklich gefährlich wurde Bayer zunächst nicht. Pech hatten die Gastgeber, als Schiedsrichter Felix Zwayer ihnen in der zwölften Minute einen durchaus möglichen Elfmeter verwehrte. Philipp Lahm hatte Gonzalo Castro wohl zu Fall gebracht – eine knifflige Situation.

Die Bayern fanden zunächst offensiv kaum statt. Erst als Trainer Pep Guardiola eingriff und Sebastian Rode für Medhi Benatia brachte, wurde es besser. Fast hätte die erste Halbzeit noch eine Pointe gehabt, weil Thomas Müller mit der einzigen Münchner Chance in der 40. Minute fast das 1:0 erzielt hätte. Leverkusens Bernd Leno aber war zur Stelle.

In der zweiten Halbzeit ging das alles schon eher in Richtung offener Schlagabtausch – Chancen hüben wie drüben inklusive. Karim Bellarabi hier, Robert Lewandowski dort. Und dann kurz vor Schluss der regulären Spielzeit noch eine letzte Großchance für Leverkusen: Pass zum freistehenden Julian Brandt, doch Rafinha ist mit der Fußspitze noch am Ball und lenkt ihn entscheidend ab. Er ist damit für die Rettungstat des Abends nominiert. Auch in der Verlängerung erarbeitete sich kein Team den entscheidenden Vorteil.

? Ist das Ergebnis gerecht?

!Es gilt Regel eins im Fußball. Elfmeterschießen ist nie gerecht.

? Was war die Erkenntnis des Abends?

!Auch ein Philipp Lahm macht Fehler. Ein Philipp Lahm. In der achten Minute verlor er vor dem eigenen Strafraum den Ball – also dort, wo nicht einmal ein F-Jugendlicher einen Ball verlieren sollte. Aber: Leverkusen machte nichts draus. Ansonsten: Selbst bei den Bayern macht es sich bemerkbar, wenn ein paar Stützen wie Schweinsteiger, Robben und Ribéry fehlen. Aber sie gewinnen.

? Gab es einen Aufreger?

!Fragen Sie mal Bayerns Abwehrspieler Medhi Benatia, den sein Trainer Pep Guardiola in der 34. Minute ausgewechselt hat. Der Marokkaner ist dann schnurstracks in die Kabine gegangen. Hat sich wohl aufgeregt. Benatia durfte sich als Opfer einen taktischen Umstellung fühlen: Guardiola stellte früh von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Er nahm einen der drei gelernten Innenverteidiger vom Platz, weil der nicht so – wie es Guardiola ausdrücken würde – toptoptop war wie die anderen.

Aufreger Nummer zwei: Thiagos Kung-Fu-Tritt gegen Leverkusens Stefan Kießling kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Er bekam – in Guardiola-Sprech – Dunkeldunkeldunkelgelb.

? Wie war die TV-Übertragung?

!Nun ja, ARD-Mann Tom Bartels spricht stets so, als würde er immer noch Skispringen kommentieren. Immerhin hat die ARD ja noch den Experten Mehmet Scholl, der unterhaltsam und klug wie immer war – an der Seite von Matthias Opdenhövel..

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