Münchner souverän, Hamburger ohne Chance

Schnellcheck zum Bundesliga-Auftakt: Bayern starten meisterlich mit 5:0

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Auf dem Weg zum ersten Tor der neuen Saison: Mehdi Benatia (Mitte, Nummer fünf) steigt zum Kopfball hoch. Sein Hamburger Gegenspieler Matthias Ostrzolek (links) kommt zu spät.

Kassel. Die 53. Saison in der Fußball-Bundesliga hat begonnen: Den Auftakt machten gestern Abend die Bayern mit einem klaren 5:0 (1:0) gegen Fast-Absteiger Hamburger SV. Unser Schnellcheck zum Spiel.

Wie war das Spiel? 

Vorab: Es war ein Auftakt, der Lust macht auf diese neue Spielzeit. Das Ergebnis geht voll in Ordnung – auch wenn es keine Überraschung ist. Zwar brauchten beide Teams in der ersten Halbzeit ein wenig, um ihren Rhythmus zu finden. Doch dann ging’s relativ schnell: Der Meister machte Druck, der HSV verteidigte mit Mann und Maus. Schon nach Mehdi Benatias Führungstor (27. Minute) war die Messe im Prinzip gelesen. Einmal Robert Lewandowski (53.), einmal Douglas Costa (87.), zweimal Thomas Müller (69. und 73.) – und die Bayern schraubten den Sieg in eine standesmäße Höhe.

Wie verkaufte sich der HSV nach Pokal-Aus und Rucksack-Affäre? 

Sagen wir mal so: Die Allianz-Arena war für die Hamburger schon vor diesem Spiel der unliebsamste Ort der Bundesliga. Und er wird es wohl auch bleiben. Dem 0:8 im vergangenen Jahr folgte nun ein 0:5. Anfangs noch machten die Hamburger es durchaus clever. Machten die Räume hinten dicht. Doch ausgerechnet bei einem Freistoß springt Matthias Ostrzolek nicht hoch genug. Mehdi Benatia springt höher, kommt zum Kopfball. Der Knackpunkt. Irgendwann kapitulierten die Hamburger dann vor der Spielfreude der Bayern. Sie müssen in anderen Partien beweisen, dass sie zu Recht in der Bundesliga geblieben sind. Immerhin machte Neuzugang Gideon Jung seine Sache im defensiven Mittelfeld ganz ordentlich.

Wie schlugen sich die Neuzugänge? 

Douglas Costa hat das Zeug dazu, den langzeitverletzten Franck Ribéry eins zu eins zu ersetzen. Allein die Vorbereitung des dritten Tores zeigt das: Der Brasilianer sprintet auf dem rechten Flügel an der Mittellinie los. Flankt mit dem Außenriss in den Strafraum, wo Thomas Müller abgebrüht per Kopf verwandelt. Ein Genuss aus einem Guss. Und dann belohnt sich Costa selbst: Ostrzolek macht eine Schwalbe im eigenen Strafraum und hört einfach auf zu spielen. Costa hingegen macht einfach weiter – und besorgt mit einem platzierten Flachschuss das 5:0. Auch Arturo Vidal spielte 90 Minuten durch und kam zu der einen oder anderen Torchance. Insgesamt dürften die Bayern mit beiden Verpflichtungen in nächster Zeit noch viel Spaß bekommen, wenn sich die Feinabstimmung mit der Mannschaft verbessert.

Was haben wir sonst noch gelernt? 

Douglas Costa wird so ausgesprochen, wie er geschrieben wird: nämlich Duglas. Mit langem U. Und nicht wie im Englischen gesprochen Dagles. Das hat Thomas Müller nach dem Abpfiff verraten. Wieder was gelernt.

Und wie war die TV-Übertragung? 

Wieder einmal ein großes Vergnügen. Zumindest, was ARD-Experte Mehmet Scholl angeht. Ihm hat die Sommerpause nichts anhaben können.

Er ist und bleibt in Dauer-Topform. Matthias Opdenhövels Frage vor dem Anpfiff „Hat der HSV eine realistische Chance?“ beantwortet Scholl kurz und bündig mit „Nein“. Auch Tom Bartels macht da weiter, wo er vor der Sommerpause aufgehört hat.

Er kommentiert Fußball-Spiele mit der gleichen Emotion wie ein Sommer-Skispringen und bringt den Spruch des Abends: „Thomas Müller übernimmt die Führung in der Torschützenliste.“ Kann man mal sagen, wenn die Saison 73 Minuten alt ist.

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