Saft- und kraftlos

Überraschung bei Beachvolleyball-EM: Aus für Ludwig/Walkenhorst

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Kira Walkenhorst (l) und Laura Ludwig sind bei der Beach-EM bereits ausgeschieden.

Auch für die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Bei der EM ereilte die Titelverteidigerinnen im Viertelfinale das frühe Aus.

Schmerzen, leerer Blick und am Ende völlig ausgepumpt: Die Titeljagd von Laura Ludwig/Kira Walkenhorst hat bei der Beachvolleyball-EM in Jurmala/Lettland ein überraschend frühes Ende gefunden. Nach Olympia- und WM-Gold scheiterte das Hamburger Erfolgsduo im Viertelfinale an einem deutschen Perspektivteam, das keine Perspektive mehr hat.

Mit 1:2 (21:17, 14:21, 17:19) mussten sich Ludwig/Walkenhorst den Berlinerinnen Nadja Glenzke/Julia Großner nach zwei vergebenen Matchbällen geschlagen geben und damit auch ihren Traum vom dritten EM-Gold in Serie im lettischen Sand begraben.

"Die ganze EM war unglaublich hart. Knapp zwei Wochen nach der WM fehlten uns einfach die nötigen Körner, um gegen die super spielenden Nadja und Jule gewinnen zu können. Aber wir haben alles versucht", erklärte Ludwig. Zeit zur Erholung bleibt beiden aber nicht, bereits in der kommenden Woche steht das World-Tour-Finale im heimischen Hamburg als nächste große Aufgabe an.

Trotz schwindender Kräfte leisteten Ludwig/Walkenhorst große Gegenwehr und bewiesen einmal mehr ihr Kämpferherz. Nach nicht einmal 20 Minuten und einem Zwischenspurt von 12:14 zum 19:14 brachten die Favoritinnen den ersten Satz unter Dach und Fach. Alles lief nach Plan.

Doch Mitte des zweiten Durchgangs riss plötzlich der Faden, vor allem bei Kira Walkenhorst. Die 26-Jährige hatte Probleme bei der Ballannahme und auch am Netz. In einer Auszeit hockte sie mit leerem Blick auf der weißen Couch und wirkte komplett entrückt. Dazu gesellten sich Schmerzen in ihrer chronisch lädierten rechten Schulter, die wieder mit einem dicken Eisbeutel gekühlt werden musste.

Im dritten Satz ließ sie sich behandeln, konnte die Partie aber fortsetzen. Und zunächst sah es so aus, als könnten Ludwig/Walkenhorst den 5:10-Rückstand im Tiebreaker noch drehen. Sie glichen zum 11:11 und später zum 13:13 aus. Die beiden Möglichkeiten zum Matchgewinn aber ließen sie liegen. Das sollte sich rächen, denn Glenzke/Großner nutzten die Schwäche schonungslos aus.

Die Außenseiter verwandelten ihrerseits den dritten Matchball und zogen erstmals in ein EM-Halbfinale ein. Der Triumph bei der EM könnte einer der letzten ihrer gemeinsamen Karriere sein.

Vor acht Monaten waren Glenzke/Großner als Perspektivteam gestartet. Aber ausgerechnet während der EM war bekannt geworden, dass es das Team am zentralen Stützpunkt Hamburg im Zuge einer Neuordnung in der nächsten Saison nicht mehr geben wird. Die 29-jährige Großner gehört zu fünf Athleten, die vom Verband aussortiert wurden. Dabei war die Teambildung ursprünglich als langfristige Maßnahme angelegt.

In Jurmala ist noch ein deutsches Finale möglich. Die topgesetzten Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) zogen am Nachmittag durch ein 2:0 (21:16, 21:16) gegen die einheimische Paarung Tina Graudina/Anastasija Kravcenoka in die Vorschlussrunde ein und treffen am Sonntag (10.00 Uhr) auf Kristyna Kolocova/Michala Kvapilova aus Tschechien.Die deutschen Männer waren spätestens im Achtelfinale ausgeschieden.

sid

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