Bei Biathlon-WM in Hochfilzen

Überraschung: Doll sprintet zur Goldmedaille

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Der neue Sprint-Weltmeister: Benedikt Doll lieferte in Hochfilzen eine blitzsaubere Leistung ab.

Hochfilzen - Die deutschen Biathleten räumen bei der WM in Hochfilzen weiter fleißig Medaillen ab. Beim Sprint der Männer trumpft Benedikt Doll auf und sorgt für eine Überraschung.

Benedikt Doll riss fassungslos die Arme in die Luft und schüttelte im Ziel ungläubig mit dem Kopf: Mit dem Rennen seines Lebens hat sich der 26-Jährige aus Breitnau bei der Biathlon-WM in Hochfilzen sensationell die Goldmedaille im Sprint gesichert. Mit nur 0,7 Sekunden Vorsprung landete Doll beim ersten Sieg seiner Karriere vor dem ebenfalls fehlerfreien Norweger Johannes Thingnes Bö. Bronze über 10 km ging an Martin Fourcade (Frankreich/2).

"Das ist die Krönung, ganz oben zu stehen. Es ist schön, dass es ganz nach oben gereicht hat Das war einfach das perfekte Rennen", sagte Doll im ZDF. Er trat damit in die Fußstapfen von Teamkollege Arnd Peiffer, der 2011 der bislang letzte deutsche Sprint-Weltmeister war. "Das ist der Hammer, das war ein perfektes Rennen. Was für ein geiler Tag", so Doll.

Schwäche im Stehendschießen im Griff

Viele hatten Doll diese Sensation zugetraut, wenn er seine Schwäche im Stehendschießen in den Griff bekommt. Das gelang ihm bei perfekten Bedingungen in Hochfilzen auch glänzend. Der Schwarzwälder legte zudem die drittbeste Laufzeit hin und sicherte sich so verdient den Platz ganz oben. "Mir war es fast egal, ob ich Erster oder Zweiter werde", sagte Doll, der bis zum Schluss zittern musste. Bö lag lange in Führung, erst auf den letzten Metern verlor der 23-Jährige die entscheidenden Sekunden.

Für den Deutschen Skiverband (DSV) war es im dritten Rennen bereits die dritte Medaille. Am Freitag gewann Laura Dahlmeier (Partenkirchen) im Sprint Silber, nachdem die Mixedstaffel tags zuvor zum WM-Auftakt Gold geholt hatte.

Schempps Missgeschick auf den letzten Metern

Nicht ganz so gut lief der Sprint für Dolls Teamkollegen. Simon Schempp (Uhingen) schaffte es als zweitbester DSV-Skijäger aber immerhin noch auf Rang neun. Der 28-Jährige patzte bereits im Liegendschießen und musste einmal in die Strafrunde. Als Schempp in Richtung Ziel stürmte, trat er sich selbst auf den Stock und zerbrach dabei das Gerät. Schempp konnte sich nur noch mit einem Stock nach vorne schieben, ein riesiger Nachteil bei dem hohen Tempo, das kurz vor dem Ziel gegangen wird.

Auch Ex-Champion Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) landete nicht so weit vorne wie erhofft und belegte Platz zwölf. Der 29-Jährige hatte den besten Saisonstart seiner Karriere hingelegt und stand bereits zweimal auf dem Podest. Seinen WM-Sieg von 2011 konnte Peiffer aber nicht wiederholen, weil er sich zwei Fehler im zweiten Anschlag leistete.

Lesser versagt beim zweiten Schießen

Der frühere Doppel-Weltmeister Erik Lesser (Frankenhain) verpasste eine bessere Platzierung ebenfalls durch ein schwaches Stehendschießen. Nach drei Fehlschüssen musste sich der 28-Jährige aus Thüringen mit Rang 37 begnügen. Damit dürfte es auch unmöglich werden, seinen Titelgewinn von 2015 in der Verfolgung am Sonntag zu wiederholen.

Ebenfalls am Sonntag (10.30 Uhr/ZDF und Eurosport) hat Laura Dahlmeier als Titelverteidigerin in der Verfolgung die Chance auf ihre bereits dritte Medaille beid en laufenden TTitelkämpfen. Nach Gold mit der Mixedstaffel und Silber im Sprint geht die 23-Jährige völlig gelassen in die Jagd auf Gabriela Koukalova. Die Tschechin hat nach dem Sprint beim Start vier Sekunden Vorsprung auf Dahlmeier.

"Natürlich wird es am Anfang ein Zweikampf, dann schauen wir mal, wie es sich entwickelt", sagte Dahlmeier. Sieben WM-Medaillen gewann sie saisonübergreifend bereits in Folge und würde die Serie, die sie selbst "außergewöhnlich" nennt, nur zu gerne weiter ausbauen.

sid

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