Basketball-Bundesliga Männer

102:99 n.V. gegen Bonn: BG Göttingen siegt gegen alle Widrigkeiten

BBL-Saisonrekord: BG-Lette Rihards Lomazs (re., gegen Bonns Alex Hamilton) erzielte sensationelle 38 Punkte.
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BBL-Saisonrekord: BG-Lette Rihards Lomazs (re., gegen Bonns Alex Hamilton) erzielte sensationelle 38 Punkte.

Endlich ist er geschafft: Der dritte Heimsieg der BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga ist nach dem Verlängerungs-Krimi gegen die Telekom Baskets Bonn perfekt. 45:50 zur Halbzeit, 87:87 nach regulären 40 Minuten – und am Ende ein hauchdünner, schwer erkämpfter 102:99-Erfolg, zu dem Rihards Lomazs sensationelle 38 Punkte beitrug – BBL-Saisonrekord!

Göttingen - Durchatmen, Erleichterung. Ein Statement im Kampf um den Klassenerhalt. Jetzt vier Siege Vorsprung vor Vechta (wo es nächsten Samstag hingeht) und Gießen. Und ein Sieg gegen alle Widrigkeiten.

Der Start ging für die Veilchen zunächst völlig in die Hose. 0:6, 3:13, Ballverlust Nelson – schon nach 2:38 Minuten hatte Trainer Roel Moors die Nase voll und nahm die erste Auszeit. Viel besserte sich danach erstmal nicht. Erst nach dem 8:17 riss sich die BG zusammen vor allem in Person von Rihards Lomazs, der wohl als einziger genug Zielwasser intus hatte und wie im Rausch traf. 15 Punkte im ersten Viertel, davon drei Dreier. Beim 24:21 hatte der Lette sein Team in Führung geworfen, zuvor hatte Harper Kamp für das 21:19 gesorgt. Doch der Vorsprung währte nicht lange, die Bonner schnitten immer wieder durch die Göttinger Abwehr, sodass nach zehn Minuten ein 29:31 auf dem Scoreboard stand.

Genauso misslungen war der Auftakt ins zweite Viertel. Wiederholt trafen die BGer falsche Entscheidungen – und auch die drei Schiedsrichter hatten sie nicht auf ihrer Seite. Mathis Mönninghoff handelte sich sein drittes Foul ein (15.), insgesamt war die Foulverteilung alles andere als ausgewogen. Zur Halbzeit hatten die Veilchen 16 Fouls auf ihrem Konto, die Rheinländer nur acht. Die ungleiche Foulverteilung hielt bis zum Schluss an. 27 gegen Göttingen, 22 gegen Bonn.

Ein Halbes dutzend Mal gingen die Referees zum Videobeweis, was nicht für sichere und souveräne Entscheidungen (wie zum Beispiel bei Robert Lottermoser und Anne Panther) spricht. Mönninghoff (37.) und Odiase (42.) schieden mit fünf Fouls vorzeitig aus.

Getragen wurde das BG-Spiel fast allein von Lomazs. Deishuan Booker und Luke Nelson (null Punkte!), der sich noch ein überflüssiges Technisches Foul wegen Meckerns einhandelte, war die Verunsicherung anzumerken. Beim 43:44 hatte sich das Moors-Team wieder herangekämpft, Marvin Omuvwie sorgte gar für die erneute Führung (45:44), doch danach gelangen Bonn noch sechs Zähler zur eigenen 50:45-Pausenführung. Der Unterschied: Bonn traf 63 Prozent seiner Würfe, die BG nur 39 Prozent. Inklusive der schon 25 Zähler von Lomazs.

In der zweiten Hälfte wurde die Partie immer mehr zum Krimi. In Viertel 3 führte die BG 60:59, dann in Viertel 4 erst wieder beim 77:75. Bonn übernahm erneut zum 87:84-Vorsprung. Doch Lomazs (Freiwurf) und Dawkins glichen aus zum 87:87.

In der Overtime war Bonn schnell wieder vorn beim 94:89. Doch Dawkins, Kamp, Lomazs und Vargas drehten das Match, punkteten und erkämpften mit dem Team diesen schwierigen Sieg. „Wir haben Charakter gezeigt, das hat uns oft gefehlt“, strahlte Harper Kamp. Coach Moors: „Man sah, wie dicht gute und schlechte Gefühle beieinanderliegen. Diesen Charakter-Sieg brauchten wir. Lomazs war offensiv sehr stark. Ich habe es aber lieber, wenn nicht einer 38 Punkte macht.“

Unsportlich empfanden viele das Verhalten von Bonn-Coach Will Voigt. Ein Halbes dutzend Mal redete er bei BG-Freiwürfen dazwischen – ein No-Go. Die Schiris ahndeten diese Stillosigkeit nicht.  (Von Helmut Anschütz/gsd)

Die endgültigen Entscheider im Handgemenge: Göttingens Aubrey Dawkins (links) verwandelte die letzten beiden Freiwürfe zum 101:99 und 102:99, rechts Harper Kamp (re.) traf zuvor zum 100:99. In der Mitte Bonns Center Leon Kratzer. 2

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