72:78 gegen München: BG schnuppert nur an der Sensation

Einfach Klasse: Göttingens Brion Rush (am Ball gegen Bayerns Vladimir Lucic und Maik Zirbes) traf sieben Dreier und kam auf 35 Punkte Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Das Starensemble des FC Bayern München wankte erheblich, fiel aber nicht. Am Ende atmete der Favorit auf die deutsche Basketball-Meisterschaft nach dem knappen 78:72 (42:34)-Sieg gegen eine BG Göttingen, die den Bayern alles abverlangt hatte, tief durch.

Letztlich musste sich das Team von Trainer Johan Roijakkers über seine Leistung im ersten Viertel ärgern. Da hatten die BG-Spieler gehörigen Respekt vor dem hohen Favoriten, der auf und davon zog, zwischenzeitlich 22:6 führte. Doch das wollten die Veilchen nicht auf sich sitzen lassen, Der Ex-Braunschweiger Nicolai Simon blies mit dem ersten Dreier der BG zum 9:22 zur kaum vorstellbaren Aufholjagd.

Im zweiten Viertel begann dann die unglaubliche „Rush-hour“. Mit seinem ersten Dreier zum 17:24 eröffnete Brion Rush diese zweiten zehn Minuten, die er ganz allein zu einer Riesen-Show in eigener Sache werden ließ. 20:31, 23:31, die S-Arena wankte in ihren Festungen, 26:31, 31:33 – es waren in diesem Viertel fünf seiner sechs Dreier, am Ende hatte der 33-jährige „Oldie“ sieben von zehn Dreiern eingelocht und war mit insgesamt 35 Punkten der ungekrönte Basketball-König auf dem Parkett der S-Arena. Ihm blieb es auch vorbehalten, den letzten Korb zum 72:78 zu erzielen.

Ein Ärgernis bei dieser für die über 3000 Zuschauer Klasse-Partie war das Schiedsrichter-Trio, das diesem Spiel nicht gewachsen war. Da hätte man sich wenigstens einen der erfahrenen Bundesliga-Referees gewünscht. So aber fielen umstrittene Entscheidungen zumeist zugunsten der Gäste aus. Bayern-Bonus auch im Basketball-Oberhaus? Mit „Schieber-Rufen“ und gellenden Pfiffen quittierten die Fans manche Entscheidungen.

Erstmals konnten die Veilchen Mitte des letzten Viertels durch einen weiteren Dreier von Rush zum 63:63 ausgleichen. Da mutierte die S-Arena endgültig zum Tollhaus. Noch ein Dreier durch Rush zum 66:66 – in der Folgezeit und bis zur Schlusssirene spielten die abgezockten mit Nationalspielern nur so gespickten Bayern ihre ganze Cleverness aus.

Lob für Simon

Ein dickes Lob von Münchens Trainer Aleksandar Djordjevic gab es für Rush und BG-Spielmacher Michael Stockton, der aber erst in der zweiten Halbzeit richtig heiß lief. Roijakkers freute sich über das „gute Spiel von Simon, der sehr gut trainiert hat“.

Erstmals dabei nach ihren Verletzungen waren auch die „big men“ Darius Carter und der Ex-Oldenburger Dennis Kramer, denen allerdings die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken war.

Viertel-Ergebnisse: 14:24, 20:18 - 16:17, 22:19.

BG: Lockhart, Williams, Smotrycz, Rush 35/davon 7 Dreier, Stockton 15/2, Loverigde 3/1, Simon 10:2, Haukohl, Grüttner 3/1.

Bayern: Hobbs 6/2, King, Cunningham 10/1, Lucic 18/2, Djedovic 4, Redding 15/2, Barthel 3, Gavel 5/1, Booker 6, Zirbes 7.

Fotos vom Spiel finden Sie hier

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