BG 74-Frauen sorgen beim 77:76 für Hannovers erste Saisonpleite

Spektakuläre Szene: Raven Anderson (25) hechtet zum Ball, Hannover-Star Melissa Jeltema (10) hängt quer in der Luft. 2 Fotos: Jelinek/gsd

Göttingen. Die leider nur 450 Zuschauer, so sie denn mit den BG 74 Veilchen Ladies mitgezittert hatten, waren nach der Schlusssirene aus dem Häuschen.

Gerade hatten die Göttingerinnen das zweite Playoff-Halbfinale um den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga gegen den übermächtig erscheinenden TK Hannover denkbar knapp mit 77:76 (43:36) für sich entschieden und somit ein drittes, dann alles entscheidendes Match am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der niedersächsischen Landeshauptstadt erzwungen.

„Wir haben immer an uns geglaubt. Dass wir die erste Mannschaft sind, die den bisher ungeschlagenen TKH bezwungen haben, das kann uns keiner mehr nehmen“, freute sich BG 74-Trainer Hermann Paar über den Husarenstreich seiner Spielerinnen. In der Tat, es war grandios zu sehen, mit welch riesigem Kampfgeist und großem Leistungswillen die Gastgeberinnen die als in dieser Saison unbesiegbaren Hannoveranerinnen niederrangen. „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft“, so Paar. Konnte er auch sein, denn von Beginn an zeigten die Veilchen Ladies, dass sie überhaupt nicht gewillt waren, dem Favoriten kampflos das Parkett zu überlassen.

Ganz starke Dreierquote

Birte Bencker eröffnete das Spiel für Göttingen mit einem erfolgreichen Korbwurf zum 2:0. Zwar konnte der Turnklubb in der zweiten Minute erstmals ausgleichen zum 6:6, doch in der Folgezeit setzten sich die BGerinnen kontinuierlich ab. Dabei erzielte Johanna Hirmke den ersten Dreier zum 17:10, dem noch insgesamt neun weitere erfolgreiche Würfe jenseits der 6,75 m-Linie folgen sollten. Überhaupt schien die BG 74 ihre beste Statistik von Dreierwürfen in dieser Saison für dieses Spiel aufgehoben zu haben. Von 19 Versuchen landeten so zehn in der generischen Reuse – ein unglaublich starker Prozentwert von 53!

Ging der Statistikwert der Rebounds noch im erst Playoff-Halbfinale mit einem deutlichen 60:35 an den TKH, so kontrollierten die BGerinnen diesmal die Körbe am Ende siegbringend. Lediglich vier Rebounds mehr schnappten sich die Gäste bei einem Verhältnis von 38:33. Entscheidend auch, dass „wir Jeltema und Grigoleit einigermaßen im Griff hatten“, sah Paar einen weiteren Faktor für diesen nicht für möglich gehaltenen Erfolg. Beide kamen diesmal zusammen „nur“ auf 34 Punkte, im Hinspiel waren es noch 46.

Rückstände weggesteckt

Erstaunlich, dass die BG 74 auch nach ihrem ersten Rückstand (48:49/26. min.) nicht einbrach, sondern dagegenhielt auch nach dem 62:66 und 70:74 kurz vor dem Ende, als der erst 19-jährigen Jennifer Crowder ein Dreier zum 73:74 gelang. Und nach dem 73:76 war es BG 74-Centerin Raven Anderson, die mit zwei erfolgreichen Würfen auf Sieg zum 77:76 stellte.

BG 74: Crowder 8/davon zwei Dreier, Pilz 6, Hirmke 8/2, Dobroniak, Daub, Bencker 6, Flasarova 17/5, Smalls 12/1, Lücken 10, Anderson 10, Zimmermann.

TKH: Jeltema 17, Grigoleit 17/1, Richter 16/2, Johnson 8, Mihalyi 8.Höltermann 6, Bartsch 4.

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