74:95 der BG Göttingen gegen Ulm

Dribbling: Göttingens Mathis Mönninghoff versucht, sich gegen Ulms Raymar Morgan und Joschka Ferner durchzusetzen. Foto: zje/gsd

Göttingen. Basketball-Bundesligist BG Göttingen schwebt weiter hochgradig in Abstiegsgefahr. Nach einer bemerkenswert guten ersten Halbzeit gegen ratiopharm Ulm verlor die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers nach einem totalen Leistungseinbruch in der zweiten Hälfte noch klar mit 74:95 (40:43). In der Schlussphase schonte der Veilchen-Coach seine Stammkräfte für das nächste wichtige Spiel am Sonntag (15 Uhr) bei Phoenix Hagen. Das Abstiegsduell zwischen dem MBC und Bremerhaven endete 76:84.

Die BG musste erneut ohne Khalid El-Amin antreten, der dem Vernehmen nach auch nicht mehr in dieser Saison für die Göttinger spielen wird – die Rückenprobleme sind zu gravierend. Dennoch gingen die Veilchen durch den ersten Dreier von David Godbold in Front, der Auftakt zu einem wahren Dreier-Hagel der Südniedersachsen. Bis zur Pause verwandelte das Roijakkers-Team gleich zehn Stück. Offensichtlich hatte der BG-Coach die Taktik ausgegeben, die Ulmer von der Dreierlinie zu erwischen. Auffällig, dass Harper Kamp wenig Einsatzzeit bekam – nur 7:51 Minuten bis zur Pause, was dafür sprach, dass er nicht fit war. Aber die Göttinger legten sich auch so mächtig ins Zeug, Malte Schwarz brachte sie 12:6 in Front. Sie schlugen sich prächtig, die Veilchen, boten den Ulmern einen großen Kampf. Nach zehn Minuten hieß es 21:18 für die Gastgeber.

Robert Kulawick eröffnete den zweiten Abschnitt mit dem fünften Göttinger Dreier, doch die Schwaben kamen nun besser ins Spiel und vor allem auch heran. Ausgerechnet der Ex-BGer Raymar Morgan sorgte nach 13 Minuten für die erste Führung für die Süddeutschen zum 27:24. Schwarz und Andy Onwuegbuzie legten die nächsten Dreier nach, die BG blieb angetrieben von den Fans weiter mit am Drücker. Allerdings unterliefen den Göttingern nun auch Flüchtigkeitsfehler, die die Gäste wiederholt zu Fastbreaks und daraus resultierenden Korberfolgen nutzten. Bemerkenswert: Minutenlang ließ Roijakkers vier deutsche Spieler auf dem Feld, darunter auch den erst 18-jährigen Johannes Menzel, der zwei Freiwürfe verwandelte. Zur Pause wies die BG eine starke Dreierquote von 56 Prozent auf, hatte aber auch schon neun Ballverluste. 40:43 nach 20 Minuten.

Sah es bis dahin noch vielversprechend aus, ging nach der Pause so gut wie gar nichts mehr bei den Veilchen. Die Ulmer drehten nun auf, unterbanden vor allem die Göttinger Dreier und bauten ihren Halbzeit-Vorsprung nun kontinuierlich aus. 51:44 führten die Gäste nach 25 Minuten, in der Folge legten sie eine 19:8-Serie hin, die zum 62:48 führte. Die BG brach nun fast komplett ein, hatte wenig zuzusetzen. Beim 67:48 war der Rückstand der Veilchen auf 19 Zähler angewachsen. Das dritte Viertel hatte die BG mit 11:24 verloren, 51:67 nach 30 Minuten.

Im Schlussviertel schonte Coach Roijakkers seine wichtigen Spieler offenbar für die Partie in Hagen am Sonntag, schenkte das Match ab. Mit Menzel, Onwuegbuzie, Boakye stand die zweite Garde auf dem Parkett. Entsprechend schraubten die Ulmer das Ergebnis noch zu ihren Gunsten hoch. Nun spitzt sich der Abstiegskampf für die Göttinger noch weiter zu. „Göttingen, Göttingen“-Sprechchöre begleiteten die BG-Spieler bei der Ehrenrunde. Die letzte Aufmunterung in dieser schwierigen Zeit für die Veilchen.

BG: Kulawick 6, Everett 13, Spohr 6, Onwuegbuzie 6, Schwarz 9, Godbold 3, Mönninghoff 3, Kamp 2, Hummer 9, Boakye 1, Boykin 9, Menzel 7.

Ulms beste Werfer: Günther 22, Morgan 19, Braun 14, Henry 10. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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