BG 75:79 gegen Braunschweig! Derby-Pleite nach Carter-Schock

Kampf unterm Korb: Stefan Haukohl (35) und Dominic Lockhart (hinten) behaupten sich gegen Braunschweigs Jarekious Bradley (links) und Tim Schwartz (19). Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Die BG Göttingen hat das prestigeträchtige Niedersachsen-Derby in der Basketball-Bundesliga mit 75:79 (38:41) gegen die Löwen Braunschweig verloren. Der Schock von der schweren Verletzung von Darius Carter saß zu tief. Am Ende war die Pleite sogar nicht ganz unverdient, weil den Veilchen vor 3447 Zuschauern (ausverkauft) zu viele Fehler unterlaufen waren.

Schlechte Nachrichten und ein großes Handicap für die BG Göttingen schon vor dem Niedersachsen-Derby gegen Braunschweig: Trainer Roijakkers musste auf Darius Carter verzichten, der sich beim Training am Donnerstag eine schwere Bänderverletzung am rechten Handgelenk zugezogen hat und nun wohl zwei Monate ausfällt. Mit Gipsarm saß der Göttinger Big Man, der sich in der Testphase vor der Saison bereits bei einem Spiel in Belgien am Knöchel verletzt hatte, im Teambereich.

Holt die BG nun möglicherweise Harper Kamp zumindest aushilfsweise zurück? Der Aufstiegsheld, der vergangene Saison in Bremerhaven spielte, wo sein Vertrag nicht verlängert wurde, hält sich derzeit in Göttingen fit. Für eine Verpflichtung sei er zu teuer, hatte BG-Coach Roijakkers vor einigen Wochen mitgeteilt. Kamp wäre bereit einzuspringen, meinte er gegenüber der HNA. Für BG-Trainer Johan Roijakkers ist Kamp eine Option – aber nicht die einzige. Der Niederländer: „Wir müssen jetzt einen neuen Big Man holen.“

Kramer in der Startformation

Überraschend begann die BG mit dem lange verschmähten Dennis Kramer in der Starting Five, um ein Gegengewicht gegen Braunschweigs Ex-Göttinger Scott Eatherton zu haben. Die Löwen hatte den besseren Start, führten 4:0, doch dann schaffte die BG neun Punkte in Serie zum 9:4. Ehe eine große Dreier-Serie begann: Fünf Dreier auf beiden Seiten führten zum 18:14. Doch die Löwen glichen aus zum 20:20, ehe Dominic Lockhart per Buzzer-beater zum Viertelstand von 22:20 traf.

Michael Stockton baute den Vorsprung auf 24:20 aus, aber die Löwen bissen zurück und legten einen 10:0-Lauf hin, was Roijakkers mit zwei Auszeiten kurz nacheinander quittierte. Besser wurde jedoch nicht, Braunschweig war im „flow“, setzte sich bis auf 37:26 ab. Evan Smotrycz hielt für die mehrfach überhastet agierende BG indes mit zwei Dreiern dagegen und verkürzte auf 32:39. Leon Williams‘ Dreier brachte 35:41, und Rush war es dann, der mit dem achten Dreier der Veilchen das zweite Viertel erneut per Buzzer-beater zum 38:41 zur Halbzeit abschloss. In der Statistik waren beide Teams zur Pause fast gleich, allein die Gesamt-Feldwurfquote sprach mit 62:41-Prozent klar für die Löwen.

Spannende Schlussphase

Zu Beginn des dritten Viertels war die BG zwar kurz dran dank Smotrycz’s Dreier zum 41:43, aber die Göttinger fanden keinen rechten Rhythmus, sodass die Gäste wieder auf 51:41 (24.) wegzogen. Vor allem Jarekious Bradley bekam die BG kaum in den Griff. 46:56 nach 27 Minuten – diese Führung für die Löwen war verdient. 53:60 nach dem dritten Viertel.

Der Tip-in von Smotrycz bedeutete nach 32:30 Minuten das 57:60. Spannung pur dann bis zum Schluss. 3:47 Minuten vor Schluss glich Stefan Haukohl per Freiwurf zum 67:67 aus – Wahnsinns-Stimmung in der Halle! Dann steht es 70:70 und 72:72, als Braunschweigs Janavicius einen Dreier zum 72:75 trifft. 15 Sekunden vor Schluss nimmt Hauptschiedsrichter Reiter einen Dreier von Leon Williams zurück nach Videobeweis – nur ein Zweier, weil der Holländer auf der Linie stand und nur 74:75. Eine umstrittene Entscheidung! Williams trifft zum 75:77, wirft den zweiten Freiwurf absichtlich daneben, um den Rebound zu ergattern. Klappt aber nicht – und so gewinnt Braunschweig 79:75. In der BBL ist jetzt zwei Wochen Länderspiel-Pause.

BG: Lockhart 4, Williams 14, Smotrycz 11, Kramer 2, Rush 15, Stockton 14, Loveridge 7, Stechmann, Larysz, Simon, Haukohl 8, Grüttner.

Beste Braunschweiger: Bradley 17, Kone 17, Lansdowne 15, Eatherton 11. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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