Basketball-Bundesliga Männer

78:69 gegen Ludwigsburg: BG Göttingen überrascht die Riesen

Hand drauf mit den Protagonisten der Partie: Jake Toolson (links) klatscht mit BG-Center James Dickey ab, Zack Bryant (hinten) freut sich über die 21 Punkte von Kamar Baldwin (44). Links Philipp Hartwich.
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Hand drauf mit den Protagonisten der Partie: Jake Toolson (links) klatscht mit BG-Center James Dickey ab, Zack Bryant (hinten) freut sich über die 21 Punkte von Kamar Baldwin (44). Links Philipp Hartwich.

Früher, als es Corona noch nicht gab, hätte Christian Zigenhorn vom Fanklub Veilchen-Power nach der Sieges-Humba den „Man of the Match“ per Mikro auserkoren. Geht derzeit aus bekannten Gründen aber nicht.

Göttingen - Gegen die MHP Riesen Ludwigsburg wäre es mit Sicherheit Jake Toolson gewesen. Der Amerikaner kommt langsam in Form, legte nach seinen 14 Zählern gegen Bonn nun gegen die Schwaben 20 Punkte nach – und war damit noch nicht einmal Topscorer der BG Göttingen beim überraschenden 78:69 (42:31)-Sieg gegen die Schwaben.

Übertroffen wurde Toolson noch von Kamar Baldwin mit 21 Punkten, der neue „go to guy“ der Veilchen, wie ihn Trainer Roel Moors jüngst bezeichnete. Baldwin nahm die Partie wieder in die Hand, dirigierte die Nebenleute, traf alle neun Freiwürfe, hatte aber eigentlich mit nur 29 Prozent eine dünne Wurfquote und zudem vier Ballverluste. Doch all das zählte im Nachhinein nicht mehr. Die über 2000 Zuschauer applaudierten stehend, jubelten ihren Heroes zu, denn diese hatten ein Spiel gewonnen, das man nicht unbedingt auf der Habenseite für die Veilchen hätte verbuchen müssen.

Doch die Zahlen sprachen am Ende für das Team von Roel Moors. Die Veilchen trafen 90 Prozent ihrer Freiwürfe (19 von 21), wohingegen Ludwigsburgs Trainer John Patrick, lange Coach der BG und mit ihnen den größten Erfolg 2010, den Euro Chellenge Cup gefeiert, die Freiwurfquote seiner Mannschaft monierte (10 von 20). „Es war ein verdienter Sieg der Göttinger“, gab denn auch Patrick zu, denn die BG gewann auch die Rebound-Stats (43 zu 38).

Verwunderlich scheint aber, dass die Gastgeber trotz 18 Ballverlusten gegenüber nur sechs der Gäste am Ende dieses sehr physische Spiel dennoch gewannen. Hinzu kamen zehn Steals der Ludwigsburger gegenüber lediglich drei der Göttinger. Verdeutlicht einmal mehr, dass nicht immer die bessere Statistik Spiele entscheidet. Letztlich war es die schwache Trefferquote der Riesen von nur 34 Prozent (25 von 73).

„Wir haben das Spiel in der Defensie gewonnen“, war sich BG-Coach Roel Moors sicher. Stimmt! Die BG schaffte es, die beiden Guards Jordan Hulls und Jonah Radebough in deren Aktionsradius massiv einzuschränken, ihnen kaum einmal einfache Dreier zu erlauben. So kamen die beiden auf nur insgesamt 17 Punkte. Ein Team wie Ludwigsburg unter 70 Punkten zu halten, imponiert einfach.

Noch ein Aspekt machte Moors aus für den Sieg gegen den Favoriten aus dem Schwabenländle. „Die Unterstützung der Fans war einmalig. Sicherlich hat dies auch entscheidend zum Sieg beitragen“, gab es von Moors ein dickes Lob an die Göttinger Fans.

Allerdings wollte Patrick die Niederlage nicht daran festmachen, dass sein Team erst einen Tag zuvor vom Euro-Spiel aus Kiew angereist war. „Nein, die BG war gegen uns besser organisiert, hat das ’Pick and Roll’ gegen uns sehr gut gespielt. Das konnten wir nicht entscheidend unterbinden.“   (Walter Gleitze und Helmut Anschütz/gsd)

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