79:67! BG Göttingen besiegt Bauermanns Würzburger

Er macht sich wieder mal ganz lang: Scott Eatherton (rechts) angelt sich einen Rebound vor Würzburgs Mashawn Powell und Brendan Lane (verdeckt). Der Göttinger Center schaffte mit 19 Punkten und 11 Rebounds erneut ein „Double-Double“. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Toller Start ins neue Jahr für die BG Göttingen! Gegen s.Oliver Würzburg gewannen die Veilchen vor 3312 Zuschauern mit 79:67 (39:29) und sicherten sich damit nach der 86:87-Niederlage im Hinspiel auch den direkten Vergleich. Schon zudem: Die Mannschaft von Johan Roijakkers schlug damit auch Würzburgs neuen Coach Dirk Bauermann (59).

Die Partie stand natürlich ganz im Zeichen von Würzburgs neuem Trainer. Der Ex-Nationalcoach stand zum ersten Mal bei den Mainfranken an der Seitenlinie, die auch ihren Neuzugang Elijah Johnson dabei hatten wie Kresimir Loncar, der am zweiten Weihnachtstag beim Hinspiel noch gefehlt hatte. Bei den Veilchen machte sich auch Leon Williams warm, der zuletzt wegen einer Bauchmuskelzerrung gefehlt hatte. Dafür fehlte der verletzte Kapitän Dominik Spohr – er hatte sich in Ulm die rechte Hand gebrochen und fällt jetzt acht Wochen aus.

Doch was war das für ein erstes Viertel! Laufend Unterbrechungen durch viele Spielerwechsel auf beiden Seiten, wenig Spielfluss und noch weniger Punkte. Würzburgs Powell holte sich nach 3:24 Minuten schon sein drittes Foul ab, weil er meckerte, war ein technisches dabei. Die Partie total zerfahren. Nach sieben Minuten sorgte Spielmacher Jesse Sanders beim 8:7 per Freiwurf für die erste Veilchen-Führung. Ein Dreier von Rekonvaleszent Williams sorgte für das 13:9. Mathis Mönninghoff legte zwei Freiwürfe nach zum 15:9, 15:11 nach den ersten zehn Minuten

Dreier von Schwarz

Malte Schwarz eröffnete den zweiten Abschnitt per Dreier zum 18:11, Scott Eatherton per Korbleger zum 20:11. Bauermann reichte es – Auszeit Würzburg. Doch viel half sie nicht, die Göttinger blieben im „flow“ Mönninghoff per Dreier, Eatherton mit zwei Korblegern, 27:20 nach 14 Minuten. Göttingen verteidigte weiter hart, ließ Würzburgs Pointguard Jake Odum wenig zur Geltung kommen. Center Kreso Loncar war jedoch unter dem BG-Korb nicht immer zu stoppen. Ein weiterer Dreier von Alex Ruoff sorgte für die Zehn-Punkte-Führung der Veilchen zum 37:27. Nächste Auszeit Würzburg, Bauermann stellte sein Team neu ein. Doch eine Sekunde vor Schluss beendete Eatherton die erste Halbzeit mit seinem fünften Korbleger zum 39:29-Halbzeitstand. Die Partie hatte dann doch Fahrt aufgenommen, die BG hatte bis dahin 50 Prozent ihrer Würfe getroffen und sich nur drei(!) Ballverluste erlaubt – sensationell wenige für BG-Verhältnisse! Am Ende waren es nur neun.

Irgendwie müssen die BGer aber ihre Energie wohl in der Kabine gelassen haben. Mo Stuckey netzte für die Mainfranken zwei Dreier in Folge ein, was zu einem 10:4-Lauf für die Gäste führte. Beim 45:41 nahm Roijakkers dann seine Auszeit. Das Match stand beim 45:43 wieder auf des Messers Schneide. Und es wurde noch spannender: Neuzugang Johnson brachte Würzburg per Dreier auf 46:47 heran. Doch dann: Bauermann meckerte an der Seitenlinie – technisches Foul gegen den Coach! Ruoff netzte den Freiwurf ein. Noch ein unsportliches Foul von Würzburgs Max Ugrai: Zweimal traf erneut Ruoff von der Linie, 52:46, und nochmal Ruoff zum 54:46. 54:48 nach 30 Minuten. Nervenkitzel pur.

BG mit Doppel-Dunk

Weil Odum für die Mainfranken nun auch seinen ersten Dreier versenkte und Lamonte Ulmer gleich noch den nächsten folgen ließ. Wieder war das Bauermann-Team auf 56:58 rangekommen. Knisternde Atmosphäre in der S-Arena! Doch mit einem „Doppel-Dunk“ durch Darius Carter und Eatherton setzte sich die BG auf 64:59 ab. Wieder war´s dann Ulmer per Dreier zum 62:66 für die Gäste. Roijakkers brachte seinen Landsmann Leon Williams: Dreier zum 70:62, die Halle tobte!

Aber die Göttinger zeigten in der Schlussphase den größeren Willen – auch mehrere unsaubere Aktionen der Würzburger. Noch je ein Dunk von Eatherton, der sein sechstes Saison-„Double-Double“ (22 Punkte, 11 Rebounds) schaffte, und Ruoff setzte den Schlusspunkt zum 79:67-Sieg. „Ich bin sehr zufrieden gewesen mit unserem Energie-Level“, meinte Trainer Roijakkers, der völlig überrascht war von den nur neun Ballverlusten: „Das müssen wir wohl nochmal nachscouten…“

BG: Williams 8, Veikalas 1, Ruoff 22, Carter 11, Schwarz 3, Mönninghoff 7, Waleskowski 4, Sanders 4, Eatherton 19. – Menzel, Borchers, Grüttner (alle n.e.).

Beste Würzburger: Ulmer 13, Loncar 13, Stuckey 11, Lane 10. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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