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80:86 in Crailsheim: Play-offs adé für BG Göttingen?

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Sechs Dreier vom Norweger: Harald Frey (links) im Zweikampf mit Crailsheims Maurice Stuckey. Im Hintergrund Veilchen-Trainer Roel Moors.
Sechs Dreier vom Norweger: Harald Frey (links) im Zweikampf mit Crailsheims Maurice Stuckey. Im Hintergrund Veilchen-Trainer Roel Moors. © IMAGO/Eibner/Memmler

Die BG Göttingen hat das vorletzte Auswärtsspiel in der Basketball-Bundesliga vor 1789 Zuschauern bei den Hakro Merlins Crailsheim mit 80:86 (40:37) verloren.

Crailsheim/Göttingen – Damit ergibt sich im Play-off-Kampf eine schwierige Gemengelage. Die Veilchen gewannen aber trotz der Niederlage den direkten Vergleich gegen die Schwaben mit einem einzigen Punkt, weil sie das Hinspiel 83:

76 für sich entschieden hatten. Doch die Chance auf den ersten Play-off-Einzug seit zehn Jahren ist merklich gesunken, weil die Merlins noch drei Spiele haben – die Göttinger aber nur noch zwei gegen Gießen und in München.

Nach der ersten Führung durch zwei Freiwürfe von Jeff Roberson geht bei der BG erst einmal gar nichts. Schlechte Abschlüsse bei den Veilchen, so ziehen die Merlins auf 10:3 weg. Coach Moors kassiert ein Technisches Foul, donnert seine Wasserflasche weg. Ein wildes, nervöses Spiel mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Und die BGer schaffen es nicht, einen normalen Zweier zu erzielen. Die Merlins führen 12:5, dann klappt’s endlich: Harald Frey netzt seinen ersten Dreier ein nach 8:44 Minuten Spielzeit. Harper Kamp trifft einen Freiwurf zum 15:9-Viertel-Endstand.

Aber dann! Mit Beginn des zweiten Viertels kommen die Göttinger endlich auf den Treffer-Geschmack. Frey und Mathis Mönninghoff verwandeln ihre Dreier – auf einmal steht es unentschieden 15:15. Und Frey ist von der Dreierlinie nicht mehr zu halten: In den zweiten zehn Minuten netzt der Norweger insgesamt vier Dreier ein – die BG übernimmt die Partie in dieser Phase. Ein 16:4-Lauf beschert den Veilchen die 25:19-Führung. Dass sich das Spiel so wendet – damit war in der schwachen Anfangsphase kaum zu rechnen.

Als Stephen Brown beim Dreier gefoult wird, verwandelt er alle drei Freiwürfe zum Göttinger 35:27 – der höchste BG-Vorsprung in der ersten Halbzeit. Aber die Schwaben stecken natürlich nicht auf. Mo Stuckey trifft seine drei Dreier, sodass die Merlins wieder verkürzen können. Während Frey mit 19 Zählern zur Pause brilliert, kommt der zuletzt so starke Jeremiah Martin überhaupt nicht zum Zuge – kein Punkt nach 20 Minuten. Mit 19:13 hat die BG zur Pause bei den Rebounds die Nase vorn.

Fast absehbar, dass es danach nicht so gut für die BG weitergehen würde. Stuckey gleicht gleich mal mit drei Freiwürfen aus. Bis zum 48:47 kann die BG ihre Führung halten, dann zimmert Terrell Harris den Göttingern seinen Dreier zum 50:48 (26.) rein – von da an ist das Moors-Team nur noch in Rückstand. Center Philipp Hartwich leistet sich ein Unsportliches Foul und die Zauberer ziehen per 15:3-Lauf ihrerseits weg. Das Momentum hat sich total gedreht. 27:15 gewinnen die Schwaben das dritte Viertel, nach 30 Minuten heißt es 64:55.

Die BG kann auch im letzten Abschnitt nicht mehr entscheidend dagegenhalten, die Siegchance entgleitet ihr. Crailsheim bleibt vorn, auch wenn Mike Caffey ein Unsportliches Foul erhält. Beim 63:70 gelingt Jeremiah Martin endlich der erste(!) Punkt.

Von da an geht’s nur noch um den direkten Vergleich. Die BG hatte das Hinspiel 83:76 gewonnen, kämpft darum, ihn für sich zu entscheiden. Aber die Merlins sind „on fire“, vor allem Caffey und Harris. Sie biegen das Match für die Gastgeber.

Die Schlussphase? Schon wieder mal dramatisch. Crailsheim elf Punkte weg, die BG will die Differenz unter sieben drücken. Das Crailsheimer Klatschpappen-Publikum macht viel Wind, Göttingen lässt mehrere Freiwürfe liegen – die Nerven eben! Doch Frey trifft seinen sechsten Dreier plus Freiwurf – ein Vier-Punktspiel zum 78:86. Nur noch acht hinten. Brown verkürzt auf 80:86, verdaddelt den letzten Freiwurf. Aber es reicht, weil Crailsheim den letzten Angriff vergibt.

Bleibt abzuwarten, ob der BG der gewonnene direkte Vergleich überhaupt noch hilft. Angesichts des Restprogramms aber wohl eher nicht: die BG gegen Gießen und in München, Crailsheim gegen Absteiger Frankfurt, in Ulm und gegen Chemnitz. Play-offs für die BG adé? Sieht leider danach aus.

BG: Martin 5/davon 1 Dreier, Frey 25/6, Roberson 6, Vargas 3/1, Hartwich, Mönninghoff 10/2, Kamp 18, Brown 10.

Beste Crailsheimer: Harris 20/3, Caffey 18/2, Lewis 12/1, Stuckey 12/2.  (haz/gsd)

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