Basketball-Bundesliga Männer

90:102 gegen Vechta: BG Göttingen verspielt 15-Punkte-Führung - Abstiegsplatz!

Bester Werfer der Göttinger: Aubrey Dawkins (rechts) peilt den gegnerischen Korb an, Vechtas Jean Salumu kann den Wurf nicht verhindern.
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Bester Werfer der Göttinger: Aubrey Dawkins (rechts) peilt den gegnerischen Korb an, Vechtas Jean Salumu kann den Wurf nicht verhindern.

Nach der 90:102-Niederlage nach Verlängerung gegen Rasta Vechta rutschte die BG Göttingen erstmals auf einen Abstiegsplatz in der Basketball-Bundesliga.

Göttingen – Die BG Göttingen hat das Kellerduell in der Basketball-Bundesliga gegen Rasta Vechta nach Verlängerung mit 90:102 (86:86, 47:34) verloren. Dabei verspielten die Veilchen einen 15-Punkte-Vorsprung und kassierten die neunte Pleite in den letzten zehn Spielen. Zudem rutschten die Göttinger dadurch erstmals auf einen Abstiegsplatz ab. Eine Niederlage, die sich die BGer wieder einmal selbst zuzuschreiben hatten.

Bei den Veilchen fehlte der verletzte Will Rayman. Coach Roel Moors begann mit Booker, Nelson, Kamp, Odiase und Dawkins, der auch gleich den ersten Korb für die BG erzielte. Vechtas Nachverpflichtung Jesse Hunt traf per Dreier zur ersten Gästeführung, doch Aubray Dawkins konterte für die Veilchen. Er machte bei den Göttingern den treffssichersten Eindruck, kam im ersten Viertel auf acht Punkte. Dennoch lagen die Gäste in der Folge durchweg vorn. Die BG tat sich schwer, blieb aber zumindest in Reichweite zu den Rastanern. Nelson Weidemann drehte die Partie leicht, schaffte beim 20:19 die Führung für das Moors-Team per Dreipunktspiel. Doch Rasta gelang noch der Ausgleich zum 20:20 nach dem ersten Viertel.

Vechtas Jordan Barnett brachte das Team von Coach Thomas Päch zu Beginn des zweiten Abschnitts per Dreier in Front. Weidemann konterte per Dreier für die Göttinger, bei denen Akeem Vargas ein „Airball“ unterlief. Sollte in der 1. Liga nicht passieren!

Irgendwie schien das aber ein Weckruf gewesen zu sein. Danach kam die BG langsam in Rhythmus, Deishuan Booker hämmerte die Kugel per Dunk zum 33:27 in die Rasta-Reuse. Und die Veilchen bauten ihren vorsichtigen Vorsprung ganz behutsam weiter aus, weil Vechta schon fünf Teamfouls hatte und die BGer mehrfach an die Linie gingen und auch bis zur Halbzeit 13 von 14 Freiwürfen trafen. Ein „Unsportliches Foul“ von Stefan Peno bei einem Dreier-Versuch bestrafte BG-Kapitän Vargas mit drei erfolgreichen Freiwürfen zum 44:34 für die Gastgeber. Weil auch noch Harper Kamp und Tai Odiase trafen, ging die defensivstarke BG mit einer 47:34-Führung in die Kabine. Die Statistik-Werte waren weitgehend ausgeglichen, nur bei den Rebounds (18:12) und den Turnovers (6:10) lag Göttingen vorn.

Zum Auftakt der zweiten Hälfte leistete sich Vechta ein Foul nach dem anderen, hatte seine Team-Foulgrenze schon früh nach 2:42 Minuten erreicht. Bedeutete: Für jedes weitere Foul der Gäste ging die BG an die Linie. So wurde das Spiel zäh. Aber die Veilchen wahrten ihren Vorsprung und bauten ihn durch Vargas auf 16 Zähler aus (62:46). Doch Vechtas Robin Christen hielt mit drei Dreiern dagegen – jedes Mal derselbe Rasta-Spielzug. In der Schlussphase des dritten Viertels lief es jedoch bei den Veilchen nicht mehr – die Nerven! Rasta verkürzte auf 61:69. Fast unglaublich, wie sich die BG die Partie aus der Hand nehmen ließ.

Und noch mehr Nerven! Der Belgier Jean Salumu glich mit acht Zählern in Serie für Rasta zum 69:69 aus. Krimi pur am Freitagabend. Mal die BG vorn, dann wieder Rasta durch Kapitän Josh Youngs Dreier (75:76, 36.). Am Ende dann 86:86, weil Nelson den letzten entscheidenden Wurf nicht traf. Verlängerung.

Und da hatte dann Vechta endgültig die besseren Nerven! Allerdings: Zweimal monierten die BGer Fouls, die die Schiedsrichter nicht pfiffen. Rasta traf danach und machte den 102:90-Sieg perfekt. 4:16 in der Overtime – das war eine deutliche Ansage der Gäste, die den längeren Atem hatten. Für die BG überaus bitter, denn nun hat der Abstiegskampf richtig begonnen. Trainer Moors: „Auch die erfahrenen Spieler haben bei uns schlechte Entscheidungen getroffen. Wir haben unseren Job nicht gemacht. Unser Spiel-Management war schlecht.“

In der Halbzeit kündigte BG-Chef Frank Meinertshagen bei MagentaSport an, dass der neue Spielmacher wohl am Samstag bekannt gegeben werden soll.

BG: Booker 6, Weidemann 9/davon 1 Dreier, Nelson 23/3, Vargas 5, Onwuegbuzie, Kramer, Omuvwie, Mönninghoff 5/1, Kamp 9, Odiase 12, Dawkins 21/2.

Beste Werfer Vechta: Hunt 16/3, Clifford 11, Salumu 22/3, Peno 12/1, Young 18/3, Christ 13/4.  (haz/gsd)

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