Basketball-Pokalendrunde in München

96:112 gegen Berlin: Aus für BG Göttingen im Halbfinale

Guter Auftritt vom BG-Center: Tai Odiase (links) behauptet den Ball gegen seinen Berliner Center-Kollegen Ben Lammers. Odiase kam18 Punkte, Lammers auf zehn.
+
Guter Auftritt vom BG-Center: Tai Odiase (links) behauptet den Ball gegen seinen Berliner Center-Kollegen Ben Lammers. Odiase kam18 Punkte, Lammers auf zehn.

Es sollte der Saison-Höhepunkt werden für die BG Göttingen. Doch am Ende hatten die Veilchen im Halbfinale der Pokal-Endrunde im Münchener Audi-Dome trotz allen Einsatzes und aller guten Gegenwehr keine Chance gegen Alba Berlin. Der Titelverteidiger zog durch einen 112:96 (55:49)-Sieg gegen die Veilchen ins Endspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen Bayern München ein.

München/Göttingen – Für die BG war es ein ordentlicher Abschluss der schwierigen Corona-Saison. Die Veilchen schlugen sich wacker, aber am Ende setzte sich die größere Qualität durch.

Erst einmal ging der Start der BG daneben. Berlin ging mit 7:0 in Front. Coach Roel Moors war stinksauer, bis Rihards Lomazs den ersten Dreier der Göttinger versenkte. Nach dem Berliner 7:0 legte die BG ein 7:0 hin, glich aus und war auf einmal im Spiel! Nach dem 11:11 zogen die Albatrosse aber weg, führten 19:11. Auszeit BG. Bis zur ersten Pause hatte sich Alba auf 24:14 abgesetzt. Die Defensive der Niedersachsen war nicht ganz auf der Höhe.

Im zweiten Viertel agierten die Göttinger zunehmend besser in der Offensive, auch weil Lomazs an seine zuletzt guten Auftritte anknüpfte und wie Center Tai Odiase in Trefferlaune war. Das lila Duo erzielte bis zur Halbzeit jeweils 15 Punkte und hielt die Göttinger absolut im Spiel. Nach 14 Minuten waren die BGer bis auf sechs Zähler an die Berliner herangekommen (34:40). Und überhaupt: Die Partie war nun zu einem Offensiv-Feuerwerk geworden, beide Teams waren heiß gelaufen. Beim 42:46 waren die BGer sogar auf vier Punkte heran. 89 Prozent Treffer im Zweier-Bereich, das war ein ganz starker Wert für die Moors-Mannschaft, die nach 20 Minuten nur 49:55 zurücklag.

„Die Offense läuft gut, aber in der Defensive müssen wir einen Schritt mehr machen“, meinte Mathis Mönninghoff zur Pause bei MagentaSport. „49 Punkte sind gut, aber wir müssen mehr Rebounds holen und besser verteidigen.“

Harper Kamp konterte den ersten Alba-Dreier nach der Pause durch Eriksson durch den ersten der BG. Nelson Weidemann und Mönninghoff netzten weitere Drei-Punktewürfe der BG zum 58:62 ein. Doch in der Folge fielen die Göttinger Würfe nicht mehr, sodass sich Berlin langsam absetzen konnte. Knapp vier Minuten vor Schluss des dritten Viertels kassierte Like Nelson ein Technisches Foul, weil er sich über einen zweifelhaften Pfiff von Schiedsrichterin Anne Panther echauffierte. Auch auf der Bank regte sich der Brite danach nicht ab – die Folge war noch ein Technisches Foul gegen die Bank. Schnell war Alba auf 17 Punkte enteilt. Die Vorentscheidung! Nach 30 Minuten lag die BG 68:83 zurück.

Im letzten Durchgang agierte die BG defensiv schwach. „Wir brauchen die beste Verteidigung der ganzen Saison“, hatte Moors vorher gefordert. Doch umzusetzen vermochten die Veilchen die Worte ihres Trainers eben nicht. Odiase warf die BG zwar noch einmal auf acht Punkte (92:100) heran, doch am Ende stand letztlich die 96:112-Niederlage. Den 100. Punkte für Alba erzielte im Übrigen Louis Olinde per Freiwurf – der Sohn von ASC-Legende Wilbert Olinde.

„Alba ist schwer zu bewachen. Wir haben alles versucht. Aber gegen Berlin hat man nur eine Chance, wenn man perfekt spielt“, sagte Rihards Lomazs hinterher.

Nicht nur für ihn dürfte es trotz Vertrages für 2021/22 das letzte Spiel für die BG gewesen sein. Der Lette wird finaziell nicht zu halten sein. Seine Zukunft ließ er bei MagentaSport aber offen: „Wir werden sehen“, ließ er sich nicht auf seine Zukunft festnageln.

BG: Booker 17/davon 2 Dreier, Weidemann 5/1, Nelson 17/2 (8 Assists), Vargas, Onwuegbuzie, Kramer 4, Omuvwie, Lomazs 23/5, Mönninghoff 9/1, Kamp 3/1, Odiase 18 (5 Rebounds).

Alba: Lo 7/1, Siva 18/4, Giffey 7, Eriksson 8/2, Mattisseck 5/1, Schneider 2, Olinde 3, Fontecchio 3/1, Thiemann 24/3 (6 Rebounds), Granger 9/1 (7 Assists), Sikma 16 (Rebounds), Lammers 10.

.  Im ersten Halbfinale siegte Bayern München zwar 104:102 nach zweifacher Verlängerung gegen Ulm. Doch die Ulmer legten Protest ein, weil Bayerns Baldwin trotz fünf Fouls kurzzeitig auf dem Parkett stand. Über den Regel-Verstoß tagte die BBL-Jury stundenlang.  (Helmut Anschütz/gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.