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96:95 gegen Alba Berlin: BG Göttingen feiert Sensationssieg

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Von: Helmut Anschütz

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Duell der Spielmacher: Göttingens Norweger Harald Frey (rechts) setzt sich gegen Berlins Nationalspieler Maodo Lo durch, 13,6 Sekunden vor Schluss traf der BG Pointguard den entscheidenden Wurf zum Sieg.
Duell der Spielmacher: Göttingens Norweger Harald Frey (rechts) setzt sich gegen Berlins Nationalspieler Maodo Lo durch, 13,6 Sekunden vor Schluss traf der BG Pointguard den entscheidenden Wurf zum Sieg. © Hubert Jelinek/gsd

Was für ein Wahnsinns-Sieg für die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga!

Göttingen - Vor mit 3447 Zuschauern ausverkaufter S-Arena schlagen die Veilchen Meister und Pokalsieger Alba Berlin nach einem Krimi mit 96:95 (45:43) und fahren damit den vierten Saisonerfolg ein. Umjubelter Held war Göttingens norwegischer Nationalspieler Harald Frey, der 13,6 Sekunden vor Ende den entscheidende, 16.

BG-Dreier zum Sieg traf. Zudem ragte Mark Smith mit sensationellen 33 Zählern heraus.

Überraschung erst einmal beim Blick auf die Aufstellung: Shooting-star Till Pape fehlte darauf und ebenso auch Javon Bess. Pape hat Leistenprobleme, Bess zog sich im Training einen Bänderanriss im Sprunggelenk zu und fällt länger aus. Dafür stand bei den Berlinern Louis Olinde wieder mit im Aufgebot. „Er hat aber erst ein Mal mittrainiert“, meinte sein Vater Wilbert Olinde, der wieder mal in der Stadt war, in der er mit dem ASC in der 1980-er Jahren drei Mal deutscher Meister wurde und mit Beifall begrüßt wurde.

Nach einer Gedenkminute für den verstorbenen Ex-BG 74-Vorsitzenden Wessel Lücke geht’s los mit einem Unsportlichen Foul von Mark Smith gegen Albas Italiener Gabriele Procida, der nur einen Freiwurf trifft – ie es überhaupt auf beiden Seiten etliche Fahrkarten gibt.

Nach nur 2:55 Minuten hat die BG schon die Teamfoulgrenze erreicht, sodass Alba immer wieder an die Linie gehen kann. Die Fouls summieren sich auf 1:8 gegen die Veilchen, sodass Coach Moors schon früh Max Wüllner und Max Besselink bringt. Nach fünf Minuten ist die BG aber im Spiel, trifft durch Frey, Kamp und Smith drei Dreier in Folge zum 13:7. Auszeit Alba! Die Göttinger wehren sich tapfer gegen die individuell weitaus besser besetzten Berliner, trotzen ihnen ein 20:20 nach dem ersten Viertel ab.

Und die BG bietet dem Favoriten weiter absolut Paroli. Besselink trifft seinen ersten Dreier fürs Moors-Team, später zum 33:31 seinen zweiten. Und auch Frey und Crandall verwandeln von jenseits des Perimeters. Einfach klasse bis dahin, wie sich die Veilchen behaupten – und das mit Spielern aus der zweiten Reihe. Mit stehenden Ovationen begleiten die Fans die BG in die Halbzeit.

Nach der Pause wird’s noch enger, noch spannender, noch „krimineller“. 21 Führungswechsel kennzeichnen die Partie. Vor allem Smith ist nicht mehr zu halten, legt seinen fünf Dreiern aus der ersten Hälfte noch vier weitere nach. Und die jungen Spieler, die für Bess und Pape in die Bresche springen mussten, geben ihr Bestes.

Nach 30 Minuten ist die BG 71:70 vorn, die Fans wittern die Sensation. Nach dem fünften Foul von Alba-Riese Christ Koumadje (2,21 m groß) scheint sie noch zu steigen, doch auf einmal liegt die BG 81:88 hinten. Alles aus? Von wegen! Kamp und Crandall (ebenfalls fünf Fouls) müssen raus, aber die anderen kämpfen wie die Berserker – bis zum Sieg gegen Alba, das erstmals in dieser Bundesliga-Saison verliert.

BG-Trainer Roel Moors: „Um Alba zu schlagen, braucht man auch etwas Glück.“ Mathis Mönninghoff: „Das ist einfach ein geiles Gefühl.“ Tausendsassa Harald Frey: „Für solche Spiele arbeiten wir.“ Der verletzte Till Pape: „Wir hatten mehr Intensität und Aggressivität.“ Übrigens: Nächsten Sonntag (20.30 Uhr) kommt Alba schon wieder zur BG – zum Pokal-Viertelfinale.  (Helmut Anschütz/gsd)

Starke 33 Punkte: BG-Topscorer Mark Smith (re.) gegen Berlins Italiener Gabriele Procida.
Starke 33 Punkte: BG-Topscorer Mark Smith (re.) gegen Berlins Italiener Gabriele Procida. © Hubert Jelinek/gsd

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