Achte Heimpleite gegen Patricks Ludwigsburger: „Riesen“ zu riesig für BG

Ludwigsburgs Tekele Cotton (32) macht den „Hampelmann“: Göttingens Terrell Everett (links) wird so irritiert und kommt aus dem Gleichgewicht. Rechts David Godbold (15) und Rocky Trice (10). Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Früher gehörte er zu den Lieblingen der BG-Fans – am Samstag „hat er uns richtig wehgetan“, wie Göttingens Dreierspezialist Robert Kulawick fand. Roderick Trice rockte die Veilchen mit 27 Ludwigsburger Punkten bei der 83:91 (43:48)-Niederlage. Nun gehört Trice zwar nicht zu den Riesen bei den „Riesen“, doch insgesamt waren sie einfach zu riesig für die BG. Die kämpfte zwar mit Bravour, doch am Ende setzte sich körperliche Überlegenheit und die Größenvorteile der Schwaben durch. Für die Göttinger war es die achte Heimpleite.

„Über das ganze Spiel gesehen war die Qualität der Ludwigsburger besser“, meinte BG-Coach Johan Roijakkers. „Wir haben aber ein gutes Spiel abgeliefert. In dieser Form wäre das vor Weihnachten nicht drin gewesen.“

Patrick zollt Veilchen Lob

Auch wenn die BGer Ludwigsburgs 116-Kilo-Hünen Jon Brockmann (2,01 m, 8 Punkte) und den Ex-Göttinger Chris McNaughton (2,11 m, 6) punktemäßig gut kontrollierten, trugen sie mit zum Sieg der Gäste bei. Die Veilchen blieben immer dran, kratzten an den „Riesen“, doch an ihnen vorbei kamen sie letztlich nicht.

„Jedes Mal, wenn wir einen Lauf hatten, hielt Göttingen mit viel Kampfgeist dagegen“, meinte Ludwigsburgs Trainer John Patrick, der sein „Heimspiel“ sichtlich genoss und mit dem Auswärtserfolg ein schönes vorweggenommenes Geburtstagsgeschenk für seinen 48. Ehrentag am Montag erhielt. „Unsere Bankspieler waren gut, das war der Unterschied. Und mit Munoz und Cotton hatten wir auch einen Schnelligkeits-Vorteil. Ich bin erleichtert nach diesem Sieg. Seit die Göttinger Ian Hummer haben, spielen sie sehr solide.“

Hummer wieder stark

In der Tat gehörte Hummer erneut zu den herausragenden BGern. Immer wieder hatte er schnell gute Aktionen, kam wie Spielmacher Khalid El-Amin, der nach der Pause endlich wieder zu seinem Wurf fand (drei Dreier insgesamt plus neun Vorlagen), auf 17 Zähler. Übertroffen wurden beide allein von Harper Kamp (21), den ja Patrick vor der Saison wieder aussortiert hatte.

Nur in der Anfangsphase führten die BGer, ehe sich Rocky Trice „warm warf“. Im zweite Viertel lagen die Veilchen 24:37 zurück, kamen auf 38:40 heran – wie im dritten Abschnitt auf 50:53 Doch die Schwaben hatten immer eine Antwort, bestraften BG-Nachlässigkeiten sofort, so dass sie zu Beginn des letzten Durchgangs zur höchsten Führung (75:59) kamen. Mehr als ein 8:0-Lauf zum 74:80 war für das Roijakkers-Team nicht drin.

Was blieb noch? Kapitän David Godbolds Würfe fallen weiter recht spärlich, Kulawick und Dominik Spohr waren zuletzt schon besser. Mathis Mönninghoff setzte wenige Akzente, Ruben Boykin fast keine. Die Punkte zum Klassenerhalt muss die BG gegen die Teams aus dem unteren Tabellendrittel holen. Auch gegen Ludwigsburg blieb die erhoffte Überraschung aus.

Chorlieder mit Korbjägern

Heute (19 Uhr) wandelt die BG auf anderen Spuren. Sie lädt zusammen mit der Göttinger Stadtkantorei zu einem besonderen Konzert in die St.-Johannis-Kirche (Johanniskirchhof 2, Göttingen) ein. Die Stadtkantorei wird die Lieblingslieder von den BG-Profis um Kapitän David Godbold und Spielmacher Khalid El-Amin vortragen. Der musikalischste Spieler ist eindeutig Harper Kamp. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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