Alles drin für die Playoffs: BG noch gegen drei direkte Konkurrenten

Starker Auftritt: Göttingens Raymar Morgan (M.) kann im Hinspiel von Triers Marko Lukovic (links), Mathis Mönninghoff und Stefan Schmidt (13) nicht am Korbwurf gehindert werden. Foto: zje/gsd

Trier/Göttingen. Das „Play of the game“ vom BBL-TV war ein beredtes Zeugnis für seinen Klasse-Auftritt: Ballgewinn von Harper Kamp in der Defensive, der ihn hinter dem Rücken zu Dominik Bahiense de Mello passt. Der bringt die „Murmel“ (TV-Kommentator Stefan Koch) nach vorn, schließt aber nicht selbst ab, sondern passt uneigennützig zu Alex Ruoff, der per krachendem Dunk zur 70:53-Führung abschließt.

„Bartmann“ Ruoff wurde beim Göttinger 94:68-Sieg bei Insolvenzklub Trier zum „Man of the Match“. 27 Punkte, fünf Rebounds, sieben Assists – ein starke Bilanz des BG-Allrounders. „Ich bin stolz“, meinte Ruoff im TV. „Wir haben in Trier unser Energie-Level hoch gehalten, sind hungrig gewesen und wollen einen Playoff-Platz. Aber es gibt jetzt harte und keine einfachen Spiele für uns.“ Damit hat Ruoff, der bei der BG schon in der 2. Liga und vorher in Aalst (Belgien) auch auf internationaler Ebene herausragte, die derzeitige Situation bei den Veilchen treffend beschrieben.

Direkte Vergleiche schwierig

Die BG ist punktgleich (28:28) mit Ludwigsburg und den Artland Dragons und hat nach dem längst feststehenden, so souverän längst nicht erwarteten Klassenerhalt jetzt den von Ruoff zitierten „Playoff-Spot“ absolut selbst in der Hand! Dazu muss man nur den Rest-Spielplan bemühen: Mit Braunschweig (zuhause), Artland (auswärts) und Ludwigsburg (zuhause) geht es noch gegen drei unmittelbare Konkurrenten um die ein, zwei oder vielleicht sogar drei noch in Frage kommenden Endrunden-Ränge. Und auch die drei weiteren Gegner erscheinen durchaus als „machbar“: In Bremerhaven, gegen Schlusslicht Crailsheim und beim MBC.

Problematisch werden dürfte es mit zwei direkten Vergleichen. Gegen die Artland Dragons vergeigte die BG zuhause mit 70:83 – schon heftig, diese Differenz auswärts aufzuholen. Noch schwieriger wird’s sicher gegen Ludwigsburger, wo die Veilchen bei John Patricks Team 72:98 plattgemacht wurden. Nicht ausgeschlossen, dass es bei Punktgleichheit am Ende möglicherweise daran scheitert. Also kann die Vorgabe für die restlichen sechs Partien nur lauten: Am besten weiter siegen!

Wie schon in Trier und den vergangenen drei Spielen! Wie von Trainer Johan Roijakkers zu Saisonbeginn prognostiziert: Die Veilchen haben sich kontinuierlich gesteigert, sind immer mehr auf Touren gekommen und spielen momentan ihren besten Basketball. In Trier ragte Raymar Morgan in der ersten Halbzeit heraus (15 Punkte), in der zweiten Hälfte Ruoff (15 seiner 27 im dritten Viertel). Dazu kam der unauffällige, aber effektive Harper Kamp, der am meisten von den sieben Assists des starken de Mello profitierte. Selbstbewusst und couragiert auch der Auftritt von Acha Njei.

Bemerkenswert noch zwei statistische Daten: Alle BGer waren in der Kategorie „Effektivität“ im Plus-Bereich. Die Ausgeglichenheit des Kaders belegen die Einsatzzeiten: Morgan war mit „nur“ 27:29 Minuten die längste Zeit auf dem Parkett.

Das BG-Team scheint zurzeit annähernd in Topform zu sein. Deshalb darf es zusammen mit den Fans tatsächlich auf die begehrten und attraktiven Playoffs hoffen. Das wäre die Krönung einer bisher sensationellen Comeback-Saison. (haz/gsd-nh)

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