Aufstiegsheld Grimaldi außer Gefecht

Einst im Göttinger Trikot, jetzt für Heidelberg: Marco Grimaldi (rechts) behauptet den Ball vor gegen Gießens Steven Bennett. Die Szene stammt aus der vergangenen Zweitliga-Saison. Der „Aufstiegsheld“ ist aktuell verletzt. Archivfoto: zje-gsd/nh

Göttingen/ Heidelberg. Eine Verletzten-Story war an dieser Stelle eigentlich nicht vorgesehen.

Doch erstens kommt es auch im Basketball anders und zweitens als man denkt. So wird der Anruf bei Marco Grimaldi zu einem telefonischen Krankenbesuch. Der verdienstvolle Routinier, vergangene Saison einer der Aufstiegshelden bei der BG Göttingen und nun seit Saisonbeginn bei Pro A-Zweitligist Heidelberg, hatte alles andere als einen guten Start ins neue Jahr: Am 4. Januar knickte er im Spiel gegen den FC Baunach (mit Ex-Bayern-Star Steffen Hamann) nach einem Rebound um – Syndesmosebandriss im rechten Fuß, wahrscheinlich zehn Wochen Pause! So erklärt sich auch, warum Grimaldi seit Wochen nicht mehr in den Statistiken der 2. Liga auftauchte.

Holpriger Start am Neckar

Operiert wurde Grimaldi in Göttingen, und auch die Reha absolviert der Geschäftsführer eines italienischen Restaurants in der Göttinger Innenstadt („Fellini“) in Südniedersachsen: im Rehazentrum Junge.

„Ich laufe noch an Krücken, aber demnächst kommt eine Stellschraube wieder raus, dann kann ich langsam wieder anfangen“, berichtet Grimaldi, der den Start in Heidelberg als „nicht so einfach“ und „holprig“ beschreibt. „Zehn neue Spieler, dazu ein neuer Trainer“, sagt der langjährige BGer, der nach dem Göttinger Aufstieg keinen neuen Vertrag mehr erhielt.

Frenkie Ignjatovic sei ein guter Trainer, meint Grimaldi. Auch wenn es zunächst am Neckar mit einer 24-Punkte-Heimpleite gegen Essen losging und bei Bundesliga-Absteiger Vechta (75:91) verloren wurde. „Danach haben wir uns aber langsam gefangen“, sagt der frühere BG-Spielmacher. Dem aktuellen Spitzenreiter Würzburg (nach Jeremy Dunbar inzwischen auch mit Jermaine Mallett) fügten die Heidelberger die erste Saisonpleite zu. Und inzwischen konnten sich die Heidelberger auch in der oberen Tabellenhälfte der 2. Liga festsetzen.

„Wir hatten vor der kurzen Winterpause einen günstigen Spielplan, haben sechs Siege in sechs Spielen geholt“, sagt Grimaldi, der gleich zum Kapitän seines Teams ernannt wurde. Jetzt vertritt ihn mit Nico Adamczak ein weiterer Ex-BGer in Heidelberg. Als aktueller Fünfter stehe man gut da. Nicht zuletzt auch, weil der Klub mit Amad Smith einen starken Mann (vergangene Saison in Nürnberg) als Ersatz für den verletzten Göttinger verpflichtete.

Dass Würzburg mit acht Punkten Vorsprung das überragende Zweitliga-Team sei, findet Grimaldi nicht. Gießen und Gotha schätzt er genauso gut ein. Das Heidelberger Ziel definiert er so: „Das Team war noch nie in den Playoffs. Wäre doch schön, wenn wir das schaffen.“ Am besten mit Grimaldi, der ab Mitte März wieder zu spielen hofft. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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