Die "Bank-Probleme" der BG: Von draußen kommt zurzeit zu wenig

Rasantes Duell: Robert Kulawick (links), hier beim Pokalkampf gegen Bonns Ryan Brooks, war in den vergangenen Partien der beste deutsche Spieler bei den Veilchen. Foto: dpa

Göttingen. 112 Punkte gegen Tübingen kassiert, 92 Zähler beim Pokal in Bonn, 101 bei der Niederlage am vergangenen Samstag in Ulm – die Veilchen bekamen zuletzt kräftig Punkte eingeschenkt.

Gegen die Walter Tigers gab es dabei zumindest einen Sieg dank 115 selbst erzielter Punkte. Aber dass die BG Göttingen so viele Gegenpunkte hinnehmen musste, verdeutlicht, dass es mit der Defensive in den vergangenen Partien nicht zum Besten gestellt war.

In der Verteidigung funktionierte es nur suboptimal, weder „inside“ (also unter dem eigenen Korb) als auch aus der Distanz waren die gegnerischen Schützen zu stoppen. Sehr oft war dabei fehlende Aggressivität in der „Defense“ festzustellen.

„Uns fehlten auch in Ulm einmal mehr die personellen Alternativen“, sieht BG-Trainer Johan Roijakkers einen Grund, dass bei den Leistungsträgern mit nachlassenden Kräften auch die Konzentration in der Defensive schwindet. „Ich habe in der ersten Halbzeit nicht sehr viel rotieren können, weil die Mannschaft im Spiel bleiben sollte“, beschreibt Roijakkers die schwierige personelle Situation, die ihn dazu zwingt, seinen US-Amerikanern kaum einmal Verschnaufpausen zu gönnen. Und wenn dann auch noch Jamal Boykin und Harper Kamp in Ulm einen rabenschwarzen Tag erwischen, fehlt in der Tat die Kraft vor allem in der zweiten Halbzeit, um sich gegen eine drohende Niederlage zu stemmen. Die „Bank-Probleme“ halten weiter an, von „draußen“ kommt momentan zu wenig.

Und jetzt kommen die „Feuerwerker“ der Liga! Erst Alba Berlin am kommenden Sonntag, und dann nach dem Freitags-Auswärtsspiel in Bayreuth Meister FC Bayern München. Heimspiele, in denen man sich von Veilchen-Seite nicht allzu viel ausrechnen kann. Wie sieht die Situation also zehn Spiele vor Saisonschluss überhaupt aus?

Weil die Konkurrenz von unten auch am vergangenen Wochenende wieder nicht imstande war, durch Siege zur BG aufzuschließen, haben die Göttinger immer noch scheinbar beruhigende zehn Punkte (gleich fünf Siege) Vorsprung vor Bremerhaven (12 Zähler), das auf Abstiegsplatz 17 rangiert vor Crailsheim, das jetzt zweimal gewonnen hat und nun 10 Punkte aufweist. Das bedeutet: In den letzten zehn Spielen müsste Bremerhaven mindestens fünf Begegnungen MEHR gewinnen als die Göttinger, um zumindest gleichzuziehen. Das Heim-Duell mit den Eisbären gewann die BG, das Auswärtsmatch steht am Ostermontag an.

Nach den nun folgenden drei schweren Spielen besteht für die Veilchen aber durchaus die Aussicht auf noch zwei, drei oder vier Siege. So kann sie aus eigener Kraft den Klassenerhalt in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt machen. Er bleibt nach wie vor das wichtigste Ziel. Allen eventuellen Playoff-Träumereien zum Trotz.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.