Basketball-Eurocup: Mit 74:55-Sieg die Griechen von Aris Saloniki gedemütigt

Basketball-Eurocup: 74:55-Sieg - BG einfach nur phänomenal

Göttingen. Nicht zu fassen, was sich vor 2756 euphorisierten Zuschauern in der “Lokhölle“ abspielte in der Zwischenrundenpartie im Eurocup zwischen der BG Göttingen und Aris Saloniki.

Am Ende hatten die Göttinger nicht nur das Hinspiel sensationell mit 84:82 gewonnen, sondern auch die Griechen im Rückspiel mit 74:55 (45:20) geradezu gedemütigt.

Damit haben die Veilchen jetzt drei Siege und eine Niederlage und führen die Gruppe J zusammen mit Kiew an. Also beste Aussichten, im Auswärtsspiel in Le Mans und in Braunschweig gegen Kiew für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Und wieder bewahrheitete sich: Euro hui – Bundesliga pfui, daran dachte am Ende aber niemand. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht und wollten nicht glauben, was sich im ersten Viertel abspielte. Traumwandlerisch sicher fielen die Bälle in den griechischen Korb, während die Gäste erst in der fünften Minute nach einem 0:13-Rückstand zu ihrem ersten Korberfolg kamen.

Wie wichtig Dwayne Anderson für die Veilchen ist, bewies er bereits in der Anfangsphase, als ihm von den ersten 15 Punkten neun Punkt erzielte. Und der Vorsprung der Veilchen wuchs bis zum Ende der ersten zehn Minuten auf sage und schreibe 15 Punkte, weil die BG dem Gegner durch eine unglaublich konzentrierte und aggressive Defensive in der Offensive kaum zu erfolgreichen Würfen kommen ließ. Für die Griechen lief auch die Angriffsuhr von 24 Sekunden öfter herunter – ein Armutszeugnis für die Angriffsleistung.

Hingegen konnte sich die Offensivleistung der Gastgeber sehen lassen. Bis zur Halbzeitpause lochten sie fünf von zehn Dreiern ein, und auch 61 Prozent ihrer Zweipunktewürfe fanden ihr Ziel. Egal, was auch Saloniki versuchte, die Göttinger hatten immer eine Antwort auf die wechselnden Defensivsysteme von Aris parat.

Da staunte auch zur Pause Chris Fleming, Trainer des Bundesliga-Spitzenreiters Brose Baskets Bamberg, nicht schlecht. „Göttingen macht einen Super-Job, investiert viel mehr, ist kompakter und ist mit Emotionen dabei“, meinte er und entschwand im VIP-Raum, um sich für die zweite Halbzeit zu „stärken“. Salonikis Spielmacher Bobby Brown wurde von den Göttingern völlig aus dem Spiel genommen, der neue Aris-Trainer Slobodan Subotic ließ ihn so auch sieben Minuten auf der Bank schmoren. Nicht einen Punkt erzielte Brown.

Und Subotic musste hilflos mit ansehen, wie die BG mehr und mehr davonzog, von 28:8 über 36:18 bis zum Halbzeitstand von 45:20. „Saloniki scheint mir nicht stabil zu sein nach dem Trainerwechsel“, merkte Fleming noch an. Wer nun geglaubt hatte, die europäische Spitzenmannschaft, mit drei europäischen Titeln und zehn Landesmeisterschaften dekoriert, würde nun endlich aufdrehen, um sich nicht weiter zu blamieren gegen die Göttinger „Underdogs“, sah sich gottlob getäuscht.

Die „griechische Blamage“ nahm ungeahnte Ausmaße an. Zeitweise führte das Team von Trainer John Patrick mit einem Vorsprung von 29 Punkten (63:34/28. Minute). Zwar schmolz der Vorsprung im letzten Viertel am Ende bis auf 19 Punkte zusammen, das tat der Begeisterung der Göttinger Fans keinen Abbruch. Und Mike Scott war es, der die Zuschauer zur La-Ola-Welle animierte und am Ende gab’s den obligatorischen Tanz.

Göttingen hatte mit den Griechen im wahrsten Sinne des Wortes Sirtaki getanzt. Und die Fans sangen in Richtung der Mannschaft von Saloniki: „Ihr könnt nach Hause fahr’n.“ Einfach phantastisch, was sich erneut in der Lokhalle abgespielt hatte!

BG: Scott 14, Kulawick, Meacham 2, Little 2, Dale 16, Meeks, Boone 14, Anderson 18, Jordan 8.

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