Basketball

Torsten Skibbe muss auf Spiel Nummer 2000 als Schiedsrichter noch warten

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Klare Gesten: Hier zeigt Basketball-Schiedsrichter Torsten Skibbe an, dass der Spieler mit der Nummer 9 ein Foul begangen hat.

Die Coronakrise macht`s nötig: Basketball-Schiedsrichter Torsten Skibbe wurde vorerst um ein ganz spezielles Jubiläum gebracht. 

Der 22. März hätte es bringen sollen. Das besondere Jubiläum des Torsten Skibbe. Sein 2000. Einsatz als Basketball-Schiedsrichter. Damit zählt er bundesweit zu den Top Vier der ewigen Bestenliste von der Anzahl her. Eine Partie der Frauen-Bezirksliga. Im Fritzlarer Restaurant „Nägel“ war eine kleine Feier geplant und Gäste geladen. Das muss nun warten, weil die Saison wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde.

Eine derart lange Pause kennt der Fritzlarer nicht. Seit 41 Jahren – da war er 16 – ist er als Unparteiischer tätig. Und pfeift seitdem mindestens eine Partie pro Woche. Bereits seit 1976 ist er Basketball-Fan. Als Spieler und Trainer ging er für den TuS Fritzlar auf Korbjagd. Dem Schiedsrichtermangel seines Heimatvereins wirkte er entgegen, in dem er in Kassel mit einem Freund einen Lehrgang absolvierte. Das Pfeifen lässt ihn seitdem nicht los.

Die ersten vier Jahre waren pro Wochenende meist zwei Spiele für ihn Standard, weil Schiedsrichter auf Bezirksebene auch Spiele ihres Heimatvereins leiten dürfen. 1982 erwarb Skibbe zudem die B-Lizenz, die ihm Einsätze in der Regionalliga und in der 2. Bundesliga einbrachte.

Derlei Qualität kann er mit seiner Quantität noch überbieten. Auf 301 Einsätze allein in einer Saison kommt der Lehrer der Ursulinenschule – normal sind zehn. Die zusammengerechnete Fahrtstrecke zu seinen 1999 Einsätzen reicht viermal um den Erdball. Doch damit nicht genug. Torsten Skibbe engagierte sich für den Behindertensport, die Ausbildung der Regelhüter und die Schiedsrichter-Einsatzleitung. Selbst ist er noch bis zur Landesliga an der Pfeife.

Neben Aufstiegsspielen und Endspielen um die deutsche Meisterschaft der A- und B-Junioren blickt er besonders gern auf „Jugend trainiert für Olympia“ zurück. Einen Bundesentscheid, bei dem im Finale der weiblichen B-Jugend zwischen Berlin und Niedersachsen 2000 Schüler die ausverkaufte Halle in einen Hexenkessel verwandelten. Da kriegt der Schiedsrichter noch heute Gänsehaut: „Das war ein einzigartiges Erlebnis.“

Ganz andere Gefühle verbinden ihn mit Gießen. Und auf die hätte er gut verzichten können. In der mittelhessischen Universitätsstadt wurde nämlich sein Kollege bewusstlos geschlagen. In einem Regionalliga-Spiel. Da ließ sich ein Gäste-Akteur aus Saarlouis provozieren und warf einem Zuschauer den Ball an den Kopf. Nach der Bestrafung schickte der luxemburgische Nationalspieler den anderen Schiedsrichter gen Boden. Nur acht Minuten waren gespielt. So blieb vom Gespann nur noch Torsten Skibbe. Der brachte die Partie zu Ende. Das würde er nur all zu gern bei Einsatz Nummer 2000 tun.

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