Basketball-Bundesliga Männer

BBL sperrt BG-Center Osetkowski fürs Spiel gegen Hamburg

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Eine Strafe zum Schreien? Göttingens Center Dylan Osetkowski brüllt in dieser Szene aber seine Freude über eine gelungene Korbaktion gegen München heraus. 

Der 91:87-Sieg der BG Göttingen am vergangenen Freitag bei den Löwen Braunschweig hat ein unangenehmes Nachspiel. Die Basketball-Bundesliga GmbH (BBL) hat Veilchen-Center Dylan Osetkowski (22) nachträglich für ein Spiel gesperrt. Zudem soll der Amerikaner 2000 Euro Strafe zahlen. Die Sperre würde das BG-Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr) gegen Hamburg betreffen.

Am Mittwochnachmittag war die BG über ihren Rechtsanwalt Karl-Heinz Mügge dabei, einen juristisch wohlformulierten Einspruch gegen die Sperre einzulegen. Zudem gibt es noch einen weiteren Aspekt, der nicht nur BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen sauer aufstößt.

Die BBL hatte die betreffende Szene nach einem nicht erfolgreichen Göttinger Wurf zwischen Osetkowski und Braunschweigs Ex-BGer Scott Eatherton aus der dritten Spielminute beim Stand von 6:6 zur Rubrik „Pfiff der Woche“ gemacht und auf ihre Homepage zur Diskussion unter den Fans gestellt.

„Eine mediale Vorverurteilung in einem laufenden Verfahren“, sagt Anwalt Mügge dazu. „So etwas gehört sich nicht“, meint Meinertshagen, gleichzeitig BBL-Vize. „Das ist eine Frage des Stils. Ich hätte mindestens erwartet, dass das mit uns abgesprochen worden wäre. Aber mich hat niemand angerufen. Öffentlich über die sozialen Netzwerke die Stimmung anzuheizen, halten wir für bedenklich. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, so Meinertshagen weiter.

Reaktion der BBL: Zuerst nahm sie das Video mit dem Duell zwischen Osetkowski und Eatherton von ihrer Homepage („Error 404“), wenig später dann den gesamten Vorgang. Darüber kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Die Szene, die BBL-Spielleiter Dirk Horstmann (Kamen) zum Anlass nahm, Osetkowski „in einem minderschweren Fall“ zu sperren („Verstoß gegen die Sportdisziplin“), passiert in jedem Basketball-Spiel dutzendfach, wie nicht nur Meinertshagen und Mügge argumentieren. Osetkowski dreht sich nach einem missglückten Dreier von Kyan Anderson halb um, trifft Eatherton mit dem rechten Arm links an dessen Hals. Eatherton geht zu Boden, wird benommen behandelt, spielt dann weiter. Interessant: Die Schiris Straube, Oruzgani und Bejaoui sowie Kommissar Jörg Gitzler sahen nichts, bemühten auch nicht das „instant replay“ (Videobeweis), das bei strittigen Szenen zurate gezogen wird. Ebenso interessant: Von den Braunschweigern kam nachträglich auch keine Beschwerde.

„Die Begründung der Sperre ist schlecht“, sagt Anwalt Mügge. „Eine Tätlichkeit setzt einen zielgerichteten Angriff auf eine Person voraus.“ Osetkowski habe einen ,swim-move’“ – eine Schwimm-ähnliche Bewegung gemacht, um Eatherton abzuschütteln.

PS.: Osetkowskis Geldstrafe wird wohl die BG übernehmen. An der Sperre werde man eher nichts ändern können, sagt Meinertshagen: „Osetkowski wird wohl gegen Hamburg gesperrt bleiben.“ Bei der BG wartet man nun auf eine Reaktion der BBL.  gsd

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