Basketball Bundesliga Männer

Beim 74:86 in Ulm: BG Göttingen verpasst die Wende

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Zwiespältiges Scouting: Penny Williams war in Ulm BG-Topscorer mit 17 Punkten, traf aber nur einen von neun Dreier-Versuchen.  

Ulm. Immer dran, aber zur entscheidenden Wende reichte es für die BG Göttingen im Auswärtsspiel bei ratiopharm Ulm nicht. So gab es für die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers beim 74:86 (35:37) bereits die fünfte Niederlage in Folge. „Ich bin nicht total unzufrieden, aber wir hatten einfach zu viele Ballverluste“, fasste der Niederländer zusammen.

Auch von Ulms Coach Thorsten Leibenath gab es wieder mal anerkennende Worte. „Göttingen spielt mit unglaublicher Physis und war bisher die Mannschaft mit den drittwenigsten Ballverlusten in der Liga. Jetzt haben wir sie zu 19 gezwungen“, führte der Ulmer einen wichtigen Faktor für BG-Pleite auf. Den Veilchen fehlte in dieser Hinsicht einfach die nötige Konzentration. Auch Kapitän Michael Stockton konnte sich von diesem Manko nicht freisprechen. Der BG-Spielmacher wollte in vielen Situationen zu viel und blieb auch punktemäßig hinter seinem sonstigen Schnitt.

„Wir haben in der Offensive nicht prickelnd gespielt.“

Ulm-Trainer Thorsten Leibenath

So konnten die BGer zwar zum 35:35 (Lockhart) ausgleichen und bis auf einen Punkt verkürzen (57:58/Kramer), aber zu einer wirklichen Wende waren sie nicht in der Lage. Das viel zitierte Momentum vermochten sie nicht zu erobern. „Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht“, gab Kapitän Stockton zu. „Sehr viele.“

So blieb es bei den zwei kleinen Führungen in der Anfangsphase für die BG in einer Partie, die immer wieder von kleinen Serien geprägt war. Mal waren die Ulmer auf 14 Zähler (höchste Führung) enteilt, mal kam die BG im Gegenzug wieder heran. „Wir waren die ganze Zeit im Spiel und haben stark reboundet“, meinte Roijakkers.

Hinzu kam, dass die physische Spielweise vor allem im letzten Viertel von Deutschlands Star-Schiedsrichter Robert Lottermoser und seinen Kollegen geahndet wurde. In der zweiten Halbzeit konnte Ulm 33 Mal –ein selten erreichter Wert – an die Freiwurflinie gehen und war dabei auch 26 Mal erfolgreich. Müßig dabei zu erwähnen, dass schließlich nacheinander Dennis Kramer, Derek Willis und Mihajlo Andric mit je fünf Fouls ausschieden – so viele Spieler wie noch nie in dieser Saison.

Einmal mehr fiel auch auf, was Coach Roijakkers schon mehrfach beklagte: Die Rotation ist zu klein. Nicht nur Stockton kam nicht an seine sonstigen Topleistungen heran – auch andere Akteure wirkten seltsam gehemmt. Während Mathis Mönninghoff und Stephan Haukohl in Ulm kaum Faktoren waren, entwickelte auch Darius Carter nicht seine sonstige Durchschlagskraft. Willis (4) und Andric (3) fielen durch mehrere Dreier auf, Kramer vermochte nicht an seinen guten Saisonstart anzuknüpfen. Fast symptomatisch für das gesamte BG-Team! So avancierte Williams (trotz nur 1 von 9 Dreiern!) zum BG-Topscorer.

Die BG spielt derzeit nicht wirklich schlecht, aber es fehlt in vielen Aktionen und Szenen am i-Tüpfelchen, am erfolgreichen und krönenden Abschluss. Da half am Ende auch das gewonnene Rebound-Duell (40:32) samt 15 davon in der Offensive (und damit zweiten Chancen) nicht.

Jetzt stehen der BG weitere schwere Spiele bevor! (gsd)

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