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Beim 95:79 gegen Bamberg: Göttingens Kapitän Kamp mit Karriere-Bestmarke

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Von: Helmut Anschütz

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Kam endlich mal aus dem Quark: BG-Center Rayshaun Hammonds (r) beim gefühlvollen Distanzwurf gegen Bambergs Solomon Young.
Kam endlich mal aus dem Quark: BG-Center Rayshaun Hammonds (r) beim gefühlvollen Distanzwurf gegen Bambergs Solomon Young. © Hubert Jelinek/gsd

„Ole, ole, super Göttingen, ole“ – 3001 Zuschauer feierten die BG Göttingen schon zwei Minuten vor Schluss frenetisch.

Göttingen – Die Veilchen liegen klar in Front, der fünfte Sieg ist längst in trockenen Tüchern. 95:79 (50:41) gegen Ex-Meister Brose Bamberg – damit setzte die Mannschaft von Coach Roel Moors ein Zeichen: Hallo, wir spielen weiter um die Playoff-Plätze mit!

Aber was waren das für Auftritte von zwei BG-Spielern!

Harper Kamp machte (fast) das Spiel seines Lebens. Starke 26 Zähler steuerte der Veilchen-Kapitän zum Heimsieg bei. Oldie but Goldie, denn Kamp ist mit 34 Jahren inzwischen das Urgestein der Göttinger. Und was für eine Punkteverteilung: Im ersten Viertel besorgt er die ersten elf Punkte im Alleingang. Aber die BG liegt dann doch 11:13 hinten. Zwei Punkte im zweiten Viertel, zwei im dritten durch den US-Boy. Und als es im letzten Viertel 81:74 steht und die zwei Zähler noch längst nicht gebucht sind, folgt die zweite Kamp-Serie. Erneut gehen elf Punkte in Folge auf seine Kappe: ein Dreier (nicht seine Spezialität) zum 84:74, das erste Drei-Punkt-Spiel (Korb plus Freiwurf nach Foul) zum 87:74, ein Zweier (zum 89:74) und das zweite Drei-Punkt-Spiel (zum 92:74). Die Fan-Tribüne feiert den „Kamp-Coup“ frenetisch. Zu Recht! Es ist die Karriere-Bestmarke von Kamp, der längst fließend deutsch spricht.

Der zweite BG-Protagonist ist diesmal Rayshaun Hammonds. Der Amerikaner zeigte zwar mehrmals gute Ansätze, kam aber noch nicht so recht „aus dem Quark“. Gegen Bamberg aber schon! Vor allem im zweiten Viertel zeigte es der BG-Center seinen Kritikern: 13 Punkte bis zur Halbzeit. Endlich mal nutzte er seine Physis inside (unter dem Korb) und outside (drei Dreier).

Trainer Roel Moors wollte das diesmal starke BG-Duo aber nicht als Erfolgsfaktoren gelten lassen: „Unsere gute Team-Defense in der zweiten Halbzeit hat das Spiel entschieden.“

Weitere Erfolgsfaktoren: Die BG leistete sich nur sieben Ballverluste (Bamberg 18) – so wenig wie noch nie in dieser Saison (und wohl auch in den vergangenen Jahren). 25 Assists belegen auch das gute Teamspiel. 73 Trefferquote (zu 55 der Gäste) bei den Zweiern können sich ebenfalls sehen lassen.

Allein das Rebound-Duell ging 23:32 verloren. Vor allem die elf Offensiv-Rebounds der Franken (erste Halbzeit neun) taten den Veilchen weh. Die Rebound-Schwäche bleibt ein Problem der Göttinger – sie sind BBL-Schlusslicht. So lange es vorn aber läuft...

Trainer Moors’ Fazit: „Man denkt oft, dass es einfach wird, wenn beim Gegner zwei Spieler fehlen (Miller und Bell, d. Red.). Aber wir haben schon mehrfach das Gegenteil erlebt. Das Ergebnis ist vielleicht zu hoch ausgefallen, doch mit dem Wissen, dass Bamberg zwei Spieler fehlen, war es unser Plan, über 40 Minuten physisch zu spielen. Das hat sich ausgezahlt. Am Ende hatten wir mehr Energie und Frische – das hat das Spiel entschieden.“ Schließlich war es auch noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Moors, der am Freitag 44 wurde. (Helmut Anschütz/gsd)

Unbedrängt unterm Korb: BG-Kapitän Harper Kamp erzielt vor Bambergs Jaromir Bohacik zwei Punkte per „einfachem“ Korbleger.
Unbedrängt unterm Korb: BG-Kapitän Harper Kamp erzielt vor Bambergs Jaromir Bohacik zwei Punkte per „einfachem“ Korbleger. © Hubert Jelinek/gsd

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