BG bereitet sich normal auf Spiel bei Insolvenz-Trierern vor

So war es im Hinspiel am 12. Oktober: Göttingens Harper Kamp angelt nach dem Ball, während Dominik Spohr in die Bresche springt. Links Triers Jermaine Andersson. Foto: nh

Göttingen. Wird die BG Göttingen nun am Sonntag um 20 Uhr (live auf Sport1 und im BBL-TV) bei TBB Trier spielen oder bekommt sie doch noch ein freies Wochenende?

Auch gestern gab es darüber noch keine hundertprozentig genaue Entscheidung. „Gehen Sie davon aus, dass Sonntag gespielt wird“, meinte Dirk Kaiser, Pressesprecher der Basketball-Bundesliga GmbH (BBL in Köln, gestern gegenüber der HNA. Aber eine definitive Entscheidung soll erst am heutigen Freitag fallen.

Die TBB hatte am vergangenen Freitag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Trier gestellt. Angeblich sollen rund 800 000 Euro gefehlt haben. Mit ersten Hilfsmaßnahmen konnte etwa die Hälfte des Betrages aufgebracht werden, die die „Treveri Basketball AG“, die der Bundesliga-Lizenznehmer ist, räumte ein, dass immer noch rund 400 000 Euro fehlen. Die BBL bestrafte den Klub daraufhin mit vier Punkten Abzug wegen Einreichung des Insolvenzantrages plus vier Punkten Abzug wegen der Vorlegung falscher Zahlen.

Dadurch rutschte die TBB auf den vorletzten Platz der Bundesliga ab, überraschte aber am vergangenen Samstag mit einem kaum für möglich gehaltenen 80:60-Auswärtssieg in Oldenburg. Mit dem zweiten Teil der Strafe sei Trier nicht einverstanden, wird Insolvenzverwalter Prof. Dr. Dr. Thomas B. Richter, der u.a. auch das vielbeachtete Insolvenzverfahren gegen die „Nürburgring GmbH“ leitete, auf der Trierer Homepage zitiert. Dagegen wolle man Berufung einlegen, weil es Wettbewerbsverzerrung sei. Faktisch habe man keine Chance mehr auf den Klassenerhalt.

Am Donnerstag sei noch keine Entscheidung gefallen, meinte BBL-Sprecher Kaiser weiter. „Wir wollen dem Insolvenzverwalter Zeit geben und warten jetzt erst mal ab. Da passiert ja in Trier einiges im Hintergrund. Das Ziel des Insolvenzverwalters ist ja, den Spielbetrieb fortzuführen.“

Unterdessen werden Trierer Spieler von ausländischen Klubs umworben, so die Basketball-Plattform „Court Review“ im Internet. An Triers Ex-Göttinger Vitalis Chikoko sei der italienische Klub Grissin Bon Reggio Emilia herangetreten. Power Forward Chikoko ist derzeit so etwas wie die Lebensversicherung der TBB, erzielt 12,3 Punkte und holt 5,2 Rebounds pro Spiel. Anders als in Deutschland sind in anderen europäischen Ländern die Zeitfenster für Transfers noch nicht geschlossen. Trier will den aus Simbabwe stammenden Chikoko natürlich nicht gehen lassen.

„Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel vor“, sagte BG-Abwehrspezialist Dominik Bahiense de Mello gestern. „Auch wenn bei Trier jetzt besondere Kräfte frei werden.“ Was man ja mit dem Sieg in Oldenburg gesehen habe. „Das wird ein hitziges Umfeld, einige Zuschauer werden ja da sein. Das wird ein sehr physisches Spiel.“

Falls das Spiel gestrichen werden sollte, „wäre das ein Rückschlag für die BBL“, sagt de Mello. Er habe großen Respekt vor Triers Coach Henrik Rödl. De Mello weiter: „Aber bei allem Respekt vor Trier: Wir wollen jetzt noch möglichst viele Spiele gewinnen, um in die Playoffs zu kommen!“ (haz/gsd)

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