Basketball-Bundesliga 

BG 74-Frauen: Auf den Meister folgt der Letzte

+
Göttinger Frauen-Power: Klaudia Grudzien (23) blockt Kelterns Serbin Marina Markovic weg und visiert den gegnerischen Korb an. Rechts beobachtet Viki Karambatsa die Aktion.  

Göttingen. Für solche Momente spielen sie Basketball! Riesenfreude herrschte bei den Spielerinnen der BG 74 Göttingen nach dem wohl größten Coup seit Jahren mit dem 69:57-Überraschungssieg gegen den deutschen Meister Rutronik Stars Keltern.

„Unfassbar“ – diese Vokabel war bei allen Beteiligten immer wieder zu hören. Schade allein, dass wegen des frühen Beginns nur 250 Fans da waren. Am Sonntag (16 Uhr) geht es nun schon weiter mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig.

„Ich dachte, wir verlieren gegen Keltern mit 30 Punkten“, meinte Michael Arciuch, Vorsitzender des BG 74 e.V. „Umso schöner, dass wir so ein Spiel gewonnen haben.“ Und auch Team-Manager Andreas Fink war perplex: „Wenn man diesen Auftritt mit dem von der Niederlage in Chemnitz vergleicht – das ist kaum zu glauben“, war er völlig baff.

Freude bei Coach Koukos

„Auch Barcelona oder Bayern München verlieren mal Spiele“, verglich Trainer Giannis Koukos Meister Keltern mit Fußball-Teams. Klammheimliche Freude beim Griechen, nachdem er schon vorab Zuversicht ausgestrahlt hatte. Co-Trainer Matthias Haller zum überraschenden Erfolg: „Wir haben als Mannschaft gespielt, während Keltern anzumerken war, dass sie noch nicht wirklich als Team agieren. Außerdem haben heute die Dinge geklappt, die gegen Nördlingen und Chemnitz unsere Schwächen waren.“ Aggressive Verteidigung, viel Kampfgeist, sieben Dreier (21 Versuche), 16 von 22 Freiwürfen – all diese Faktoren trugen zum Keltern-Coup bei.

Doch wie es im Sport meistens ist: Der Paukenschlag gegen den Meister ist nur etwas wert, wenn nachgelegt wird. Dazu haben die Veilchen-Ladies schon am Sonntag Gelegenheit, wenn Braunschweig in die FKG-Halle kommt. Um eine Konzentration der Kräfte herbeizuführen, fusionierten Eintracht Braunschweig und das eigentlich aufgestiegene Wolfpack Wolfenbüttel. Doch unter dem neuen Namen ging der Saisonstart für Eintracht daneben: Nach vier Pleiten ist das Team des neuen Trainers Peter Kortmann Bundesliga-Schlusslicht.

Konsequent verfolgt Eintracht das mit viel Erfolg in Wolfenbüttel aufgelegte Nachwuchskonzept. Acht Spielerinnen im 16er-Kader sind erst 18 oder jünger. Natürlich kommt man nicht ohne Ausländerinnen aus. Aus den USA kamen Margret Mulligan, die Centerin Lyndi Laborn und Taylor Gleason. Dazu kommen die fast namensgleiche Schwedin Matilda Glaesson, die slowenische Nationalspielerin Eva Rupnik und Shannon Hatch aus der Schweiz.

Bei der BG 74 ist Jana Lücken wieder mit dabei. Und nach dem Sensationssieg gegen Keltern auch ganz viel Selbstbewusstsein. (haz/gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.