Basketball-Bundesliga

BG 74-Frauen: Hauptsponsor springt wegen Corona-Krise ab

Applaus zum Saisonabschied: Die Frauen der flippo Baskets BG 74 Göttingen nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale gegen den BC Marburg. In diesen Trikots werden sie vorerst nicht mehr auflaufen.
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Applaus zum Saisonabschied: Die Frauen der flippo Baskets BG 74 Göttingen nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale gegen den BC Marburg. In diesen Trikots werden sie vorerst nicht mehr auflaufen.

Geahnt hatten sie schon etwas und angedeutet hatte es sich in den vergangenen Wochen auch schon. Jetzt ist es amtlich: Bei den Bundesliga-Basketballerinnen der BG 74 Göttingen springt der bisherige Hauptsponsor ab.

Göttingen - Drei Jahre hat die von der Familie Leinemann geführte „Rhumepark Entertainment GmbH“ den Erstligisten finanziell unterstützt, der dafür den Namen „flippo Baskets BG 74 Göttingen“ angenommen hatte und in Grün-Weiß statt im gewohnten Klub-Lila spielte.

Jetzt wird der Bundesligist, der gerade seine bisher beste Saison gespielt, einen ausgezeichneten fünften Platz erreicht hat und dann im Viertelfinale gegen Marburg nach zwei Niederlagen aus den Playoffs ausgeschieden war, ein Opfer der Corona-Krise.

Die Rhumepark Entertainment GmbH (auch Sponsor von Handball-Drittligist Northeimer HC) kann die finanzielle Unterstützung der Baskets wegen eigener Umsatzeinbußen aufgrund der Pandemie nicht mehr leisten. Aus Verantwortung den Mitarbeitern/-innen gegenüber habe man nicht anders entscheiden können, teilte Friedrich Leinemann, Geschäftsführer der Rhumepark Entertainment GmbH, mit. „Unsere Spielhallen (mehr als 50, d. Red.) sind nun insgesamt fast ein Jahr geschlossen, das Personal befindet sich in Kurzarbeit und die weitere Entwicklung ist so nicht vorhersehbar“,meinte Leinemann weiter.

„Dass am Ende der Zusammenarbeit mit dem Erreichen des Viertelfinales und Platz 5 nach 22 Hauptrundespielen die erfolgreichste Saison des Vereins seit mehr als zehn Jahren stand, ist ein wunderbarer Abschluss einer ereignisreichen gemeinsamen Zeit“, sagte Leinemann, dessen Unternehmen die Flippo Spielhallen betreibt.

Wieviel Sponsorengeld die Familie Leinemann der BG 74 zukommen ließ, ist offiziell nicht bekannt. Es dürfte sich um eine gut mittlere fünfstellige Summe handeln im Erstliga-Etat von etwa 245 000 Euro, wie Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder einräumt – etwa 30 Prozent des Etats.

Zusammen mit Co-Geschäftsführer Roland Emme-Weiß bedankte sich Crowder für die dreijährige Zusammenarbeit: „Ohne Namenssponsoring wären die letzten erfolgreichen Jahre gar nicht möglich gewesen. Wir haben Verständnis für diese Entscheidung in einer für viele Unternehmen schwierigen Zeit.“ Man werde hart dafür arbeiten, so Crowder, diese Unterstützung zu kommenden Saison zu kompensieren. Aber dies werde eine schwere Aufgabe. Crowder, der vor Kurzem den Lizenzantrag für nächste Saison stellte, sagte, dass man das Team abmelden müsse, wenn man die Etat-Lücke „nicht halbwegs kompensiere.

Es geht jetzt ums Überleben für die nächste Saison. Wir müssen Geld einsammeln. Wenn wir aufhören müssten, wäre das für den weiblichen Sport in Göttingen ein Desaster.“ Team-Name und Dress-Farbe sind Crowders kleinste Sorge. (Helmut Anschütz/gsd)

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