Basketball-Pokal-Achtelfinale der Frauen

BG 74 Göttingen will Bundesliga-Spitzenreiter Keltern kentern lassen

Bloß keine dicken Backen machen! Göttingens Kroatin Ruzica Dzankic behauptet den Ball gegen Hernes Holländerin Laura Westerik.
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Bloß keine dicken Backen machen! Göttingens Kroatin Ruzica Dzankic behauptet den Ball gegen Hernes Holländerin Laura Westerik.

Im Basketball-Pokal der Frauen treffen die flippo Baskets aus Göttingen in heimischer Halle am Mittwochabend (19 Uhr) auf Bundesliga-Spitzenreiter Keltern.

Göttingen – 1,1 Sekunden waren in der zweiten Runde des DBBL-Pokals beim Herner TC noch zu spielen, als Viki Karambatsa den Ball freistehend unter dem Korb der Gastgeberinnen erhielt und problemlos per Korbleger nach einem Abwehrfehler des HTC zum 86:85-Sieg der BG 74 Göttingen einwerfen konnte. Der Lohn war der Einzug ins Achtelfinale, das am Mittwoch in der FKG-Halle ausgetragen wird. Zu Gast bei den flippo Baskets ist der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern (bei Pforzheim). Fans sind weiter nicht zugelassen.

Gelingt dem Team von Trainer Goran Lojo nun die nächste Pokal-Überraschung? Völlig ausgeschlossen scheint sie nicht, denn in den vergangenen zwei Spielzeiten ließen die Göttingerinnen Keltern schon zweimal in ihrem Domizil kentern. Dabei sind die Rutronik Stars die einzige Mannschaft in der Damen-Basketball-Bundesliga, die ganz auf deutsche Spielerinnen verzichtet und nur mit ausländischen antritt.

Das ist die „Weltauswahl“ aus Keltern: Krystal Vaughn, Taylor Mingo, Amber Orrange, Jasmine Thomas (alle USA), Emmanuella Mayombo, Harriet Belobi Nawezhi (beide Belgien), Sanja Mandic, Milica Deura (beide Serbien), Josipa Pavic, Andrijana Cvitkovic (beide Kroatien), Mailis Pokk, Janne Pulk (beide Estland). „Das ist die EU-Arbeitnehmer-Freizügigkeit“, erklärt Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder. „Andere Regelungen sind rechtlich nicht durchsetzbar.“ Mit der früheren Marburgerin Alex Kiss-Rusk, so Crowder, habe Keltern noch eine weitere Spielerin geholt, die aber im Pokal nach seinen Informationen noch nicht spielberechtigt sei – sie stammt aus Kanada.

Zumindest das Nicht-EU-Kontingent an ausländischen Spielerinnen ist in der DBBL auf drei begrenzt. Was bedeutet, dass Keltern von seinen vier US-Spielerinnen eine nicht einsetzen darf. Von Nachwuchsförderung im Sinn inländischer Talente muss man in diesem Zusammenhang nicht reden.

Mit sieben Ausländerinnen (Azinovic, Dzankic, Blazevic, Bosilj, Roscoe, Lupfer, Karambatsa) nimmt sich das BG 74-Aufgebot dagegen noch überschaubar an. Einzige deutsche Spielerin in der Starting Five bei den Baskets ist Richard Crowders Tochter Jenny, die auch für die deutsche Nationalmannschaft spielt.

Keltern hat in der Bundesliga fünf seiner sechs Spiele gewonnen, nur zuhause gegen Osnabrück 59:67 verloren. Erfolgreichste Korbschützin ist bisher Krystal Vaughn mit 14 Punkten im Schnitt gewesen. 11,5 Zähler pro Partie verbuchte Andrijana Cvitkovic.

Erfreut sind die Baskets über die „Coronahilfe Profisport“. Die Höhe der Zuwendungen für entgangene Zuschauer-Einnahmen will man für sich behalten. Sie liege, so Richard Crowder, aber im Vergleich zu den BG-Männern (etwa 345.000 Euro) in einem einstelligen Prozentsatz-Bereich.  (Von Helmut Anschütz/GSD)

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