BG-Chef Meinertshagen: „Wichtig wird für uns jetzt der Dezember“

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Wohin mit dem Ball? Marque Perry (am Ball, gegen Hagens Ivan Elliott) kam bei seiner Saisonpremiere auf starke 19 Punkte, „übersah“ aber in vielen Situationen seine Mitspieler.

Göttingen. Muss man jetzt schon um die Veilchen in dieser Verfassung fürchten? Eine schwierige Frage. Waren die Niederlagen gegen Berlin, Bamberg und Bayern zu erwarten und zu befürchten, so war die vierte Heimpleite gegen Phoenix Hagen schon ziemlich ernüchternd!

Eigentlich war die Partie ein „Must-win-game“, ein Spiel, das man gewinnen müsste/sollte, wenn man die Basketball-Bundesliga halten will. Doch zu viel ging beim 84:94 (letzte Saison kurioserweise 83:93) daneben. Die Veilchen sind weit davon entfernt, eine Einheit zu sein; das Zusammenspiel ist immer noch nicht da, die Harmonie fehlt.

Durchwachsenes Heimdebüt: Göttingens Neuzugang Terrell Everett (rechts) vor Hagens Owen Klassen.

„Das liegt daran, dass immer wieder die Schlüsselspieler verletzt waren“, erklärt Trainer Johan Roijakkers. Und auch daran, dass durch die große Spielerfluktuation kein eingespieltes Team vorhanden ist. Gegen Hagen war das Leistungsgefälle teils eklatant. Im Grunde genommen hatte Roijakkers nur eine „Fünf“, die Erstliga-Niveau genügte: Der sehr starke Harper Kamp, der debütierende Spielmacher Marque Perry (der aber zu viel wollte), der offensiv gute, aber abwehrschwache Shane Edwards, Kapitän David Godbold und schon mit Abstrichen beim Heimdebüt Neuzugang Terrell Everett. Die Reihenfolge ist dabei bewusst so aufgeführt.

„Der Basketball-IQ (Intelligenz-Quotient) ist nicht hoch genug, um BBL zu spielen. Daran kann man nicht arbeiten. Man hat ihn oder man hat ihn nicht“, packte Roijakkers heftige Kritik aus. Das stellt zumindest einem Teil seiner Spieler kein gutes Zeugnis aus – und auch ihm selbst nicht, denn er hat ja diese Spieler verpflichtet. „Es wird schwierig.“

Nur sechs „deutsche Punkte“

Frappierend, dass die deutschen Spieler fast völlig neben der Kappe waren. Sechs „deutsche Punkte“ (Spohr 3, Schwarz 3) von 84 – das sagt Vieles aus. Mathis Mönninghoff hatte in der Statistik bei den Punkten keinen Eintrag und einen Plus/Minus-Wert von minus 15. Spohr, Kulawick und Schwarz hielt der Coach wenigstens noch die Abwehrleistung zugute. Doch auch US-Boy Ruben Boykin wirkte vor der Pause wie ein Fremdkörper; er konnte sich, so Roijakkers, nicht entscheiden, auf welche Spielsituation er sich einstellen sollte.

„Wir brauchen Zeit und Training“, meinte neben dem Coach auch BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Man merkte, dass man in der Defensive noch viel trainieren muss. Es fällt schwer, Selbstvertrauen zu erarbeiten. Wir wussten, dass es schwierig wird. Wichtig wird jetzt der Dezember für uns“, so der BG-Chef. Da hat die BG die wichtigen Heimspiele gegen Crailsheim, Bremerhaven und Braunschweig sowie die Partien in Würzburg, in Oldenburg und in Bayreuth.

Übrigens: Der bei der BG durch den Medizin-Check gefallene Marcus Hatten unterschrieb jetzt für zwei Jahre wieder bei seinem Ex-Klub MBC. (gsd)

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