BG-Chefs im Interview: „Lokhalle fürs Image super“

Drei aus der Führungs-Etage der BG: Die Gesellschafter Steffen Lütjen und Daniel Gerlach sowie Geschäftsführer Frank Meinertshagen (von links). Foto: Gleitze/GSD

Göttingen. Die aktuelle sportliche und wirtschaftliche Situation von Basketball-Bundesligist BG Göttingen, die Rückkehr für drei Spiele in die Lokhalle mit der ersten Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen Ulm, die von der BBL geforderte Trainingshalle – nur einige Stichpunkte, über die die HNA mit Frank Meinertshagen (Geschäftsführer der Pro Basketball Göttingen GmbH) sowie Steffen Lütjen und Daniel Gerlach (zwei der sieben Gesellschafter) sprach.

Alle reden zurzeit über die vorübergehende BG-Rückkehr in die Lokhalle. Wie sehen Sie das? 

Frank Meinertshagen: „Das ist Image-mäßig natürlich super, gibt ein positives Feedback und weckt Emotionen bei den Fans.“

Die Lokhalle ist jetzt dreimal ausverkauft. Was machen Sie mit den zusätzlichen Einnahmen?

Steffen Lütjen: „Wir haben nur rund 300 Zuschauer mehr in der Lokhalle als in der S-Arena. Es ist aber ein Irrglaube, wir könnten dadurch zusätzliches Geld generieren. Durch die Lokhalle haben wir deutlich mehr Kosten, auch durch die Miete und den logistischen Aufwand.“

Wie sieht es wirtschaftlich aus bei den BG? 

Meinertshagen: „Es läuft in geregelten Bahnen, es geht aber immer noch besser. Wir hatten 2700 Zuschauer kalkuliert, jetzt sind es über 3000 im Schnitt. Wir werden weiter Spieltage an Firmen verkaufen, planen am Ende mit plus/minus Null.“

Wie sehen Sie den Abschied von Co-Geschäftsführerin Anna Jäger? 

Lütjen: „Ich war schon überrascht, wie schnell das ging. Wir wussten das nur eine Woche vorher, bevor es öffentlich wurde. Ab Januar haben wir jetzt keine Vertriebsleiterin mehr, die das finalisiert, was in der Pipeline ist.“

Meinertshagen: „Das ist schon ein großes Loch, macht Bauchschmerzen.“

Lütjen: „Wir hatten aber eine lange Liste an Bewerbungen, aber auch selbst Leute im Kopf. Jetzt ist sie kürzer geworden, wir sprechen mit fünf bis acht Personen. Aus Göttingen und von außerhalb.“

Wie sehen Sie die sportliche Situation? 

Meinertshagen: „Wir können definitiv mithalten, stehen besser da als gedacht! Das Trier-Spiel hätten wir zuhause mehr gewinnen können, dafür haben wir in München gewonnen. Und die ganz wichtigen Partien in Crailsheim, Tübingen, Braunschweig und Hagen. Dabei ist es verletzungsmäßig bisher eine Katastrophen-Saison mit den Ausfällen von Ruoff, Morgan, de Mello zu Saisonbeginn und nun Kamp!“

Daniel Gerlach: „Das Spiel in Hagen war doch saustark. Wenn alles normal läuft, sind wir im Januar aber wohl wieder unten dabei.“

Wie sehen Sie Trainer Johan Roijakkers?

Meinertshagen: „Er gibt dem Team Selbstvertrauen, hat selbst viel gelernt, zum Beispiel bei der Personalführung. Er ist angekommen in Göttingen, aus John Patricks Schatten getreten, hat die Akzeptanz bei den Fans. Mit dem Druck, im zweiten Zweitliga-Jahr aufzusteigen, ist er gut umgegangen. Das Verhältnis Trainer/Team stimmt. Er kümmert sich viel, ist ein autoritärer Coach und hat eine hohe Identifikation mit dem Thema Nachwuchsförderung.

Zur kommenden Saison hat die BBL GmbH für alle Klubs als Lizenzbedingung eine Trainingshalle vorgeschrieben…

Meinertshagen: „Wir arbeiten an einer Lösung. Reden weiter mit Stadt und Politik.“

Gerlach: „Die Trainingsbedingungen sind nicht optimal – mal da, mal dort. Wir bräuchten auch für die Eigennutzung ein Trainingszentrum wie es andere Klubs wie zum Beispiel Oldenburg haben.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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