BG-Frauen: Monique Smalls ist der neue Wirbelwind aus Texas

Der Wirbelwind aus Texas: Monique Smalls (am Ball) setzt sich gegen die Zehlendorferinnen Liene Jekabsone (rechts) und Angelina Hintze durch. Bei den Veilchen Ladies hat sich die 1,68 Meter große Spielmacherin prima eingelebt. Foto: Jelinek

Göttingen. Nach Mexiko, erzählt sie, sind es in ihrer Heimatstadt El Paso an der amerikanisch-mexikanischen Grenze nur zehn Minuten. Jetzt ist Monique Smalls 8421 Kilometer von Zuhause weg.

„Mo“ ist seit Saisonbeginn die neu Spielmacherin der Veilchen Ladies, die treibende Kraft bei der BG 74 Göttingen in der 2. Basketball-Bundesliga der Frauen. Von Houston in Texas, von Amerika überhaupt ist die kleine, drahtige, quirlige Person zum ersten Mal weg.

„Es ist das erste Mal, dass ich so weit von zuhause weg bin“, erzählt der Wirbelwind aus Texas, der am liebsten auf „Mo“ hört. „Monique klingt immer so ernst“, lächelt die 23-Jährige und schaut auf ihr Handy. Mit dem hat sie gerade Kontakt zu ihrer Mutter, weil sich im Verlauf des Gesprächs herausgestellt hat, dass ihre Mutter Shelley aus Deutschland stammt, in Hahn (Rheinland-Pfalz) zuhause war und auf den typisch deutschen Nachnamen Weber hört. Kurz nachdem „Mo“ auf die Welt gekommen war, haben sich „Mom“ und Vater Wardell, einst Soldat in Grafenwöhr, getrennt.

Fußball erste Leidenschaft 

Von El Paso nach Houston kam Mo mit sieben oder acht Jahren, exakt kann sie sich nicht erinnern. Ganz genau weiß sie aber, dass sie nicht mit Basketball begann, sondern – man glaubt es kaum – mit Fußball! „Ich wollte eben draußen sein“, erinnert sie sich. Später aber schwenkte sie doch um, entdeckte Basketball als ihr Spiel, auch auf dem „Texas Tech-College“, für das sie vier Jahre spielte.

Weniger Disko, mehr Partys

Dass sie nur 1,68 Meter misst – egal. „Ich habe ein gutes Auge, bin zwar klein, aber schnell und aggressiv. Das ist für mich die Herausforderung.“

Eine Herausforderung war es eben auch, allein nach Deutschland zu gehen. „Das war ein großer Schritt für mich“, sagt sie. Zumindest per Skype und Facebook hält sie den Draht nach Hause zur Mutter oder Bruder Myca (19, Leichtathlet). Ganz allein ist „Mo“ aber auch nicht: Sie lebt mit ihrer Landsfrau und BG-Centerin Nicole Jones in einem Apartment. „Wir helfen uns gegenseitig.“

Und auch zu den US-Boys bei den BG-Männern wie David Godbold und Alex Ruoff gibt’s Kontakt. „Sie haben mir gezeigt, wo man in Göttingen hingehen kann.“ Dabei steht Smalls nicht auf Discotheken, sondern mehr auf Partys.

Weihnachten zu Hause

Bei der BG 74 sammelt „Mo“ die ersten Erfahrungen im Frauen-Profi-Basketball. Ob sie nächste Saison hier bleibt oder aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die 1. Liga wechselt – das kann derzeit noch niemand sagen.

Sicher ist aber, dass es am kommenden Montag, nach dem letzten Vorrundenspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen den TK Hannover, über Weihnachten nach Hause geht. Natürlich gibt’s dann typisch amerikanisch Truthahn, und „Mo“ schaltet bei ihren Lieben mal von den Veilchen Ladies ab. Am 6. Januar ist sie dann wieder zurück. In ihrer neuen zweiten europäischen Heimat, wo sie eigentlich nur ihr Auto vermisst. Und die texanische Wärme.

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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