1. Startseite
  2. Sport
  3. BG Göttingen

BG Göttingen: Baldwins traurige Rekordshow und Brown verletzt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Helmut Anschütz

Kommentare

Mit dicken Backen: BG-Topscorer Kamar Baldwin zieht gegen den Chemnitzer Trent Lockett, der 51 Sekunden vor dem Ende den 85:86-Anschluss erzielte, zum Korb.
Mit dicken Backen: BG-Topscorer Kamar Baldwin zieht gegen den Chemnitzer Trent Lockett, der 51 Sekunden vor dem Ende den 85:86-Anschluss erzielte, zum Korb. © Foto: imago-images/Bert Harzer/Eibner-Pressefoto

Solche Niederlagen tun mehr weh als die denkwürdige 46:83-Pleite in Hamburg! Mit 86:87 (51:40) verlor die BG Göttingen am Mittwochabend bei den Niners Chemnitz, kassierte im achten Auswärtsspiel die erst dritte Niederlage.

Chemnitz/Göttingen – Eine vermeidbare, unnötige, überflüssige, denn sie kam nach einer 16-Punkte-Führung (83:67) erst in den Schlusssekunden zustande.

Die Sachsen bestätigten dabei ihren Ruf als „Crunch-time-Könige“. Zum traurigen Helden avancierte Veilchen-Topscorer Kamar Baldwin, der mit sensationellen 35 Punkten einen neuen Saisonrekord aufstellte – hinterher aber gesenkten Hauptes wie seine Teamgefährten in die Kabine schlich.

So ein Ende hatten die Göttinger nicht verdient, denn über mehr als 30 Minuten bestimmten sie dieses Nachholspiel eindeutig. Letztlich lag es jedoch an eigenen Unzulänglichkeiten – trotz der Baldwin-Show. Bis auf die ersten sieben und die letzten drei Minuten hatten Kapitän Vargas & Co. die Partie in der Hand. BG-Coach Moors sah es nicht enger: „Wir haben nur 35 Minuten gespielt, Chemnitz 40.“ So sei der Sachsen-Sieg auch verdient, obwohl sein Team das Spiel lange kontrolliert habe.

Dieser Typ ist gaga, dieser Typ ist irre

MagentaSport-Kommentator Benni Zander über Kamar Baldwin

 Moors weiter: „Am Ende haben wir das Spiel in der Verteidigung mit drei schlechten Defensiv-Sequenzen verloren, wovon Chemnitz profitiert und offene Dreier versenkt hat. Auch offensiv haben wir uns in der Schlussphase schwergetan. Wir haben momentan einige personelle Probleme, unter anderem ist Stephen Brown eigentlich verletzt. Aber das soll keine Ausrede sein. Wir hätten diese Partie gewinnen können, wenn wir 40 Minuten Defensive gespielt hätten.“

Letztlich half der BG in Mathis Mönninghoffs 300. Erstliga-Spiel auch die Super-Show von Baldwin nichts. Einmal mehr wird auch dieser Mann zur kommenden Saison wohl nicht zu halten sein. Baldwin ist jetzt wieder BBL-Punktbester mit 20,8 Zählern pro Spiel, aber die Punkte waren eben futsch. Weil die BG in den letzten dreieinhalb Minuten nach Jake Toolsons Dreier zur 86:75-Führung nicht mehr traf! Baldwin war untröstlich: „Ich konnte unser Spiel nicht mehr organisieren, habe einen schlechten Job gemacht“, meinte er geknickt bei MagentaSport, nachdem er schon in Gießen 31 Punkte erzielt hatte. „Wir waren ein bisschen müde.“

Kein Wunder: In den vergangenen 17 Tagen absolvierte die BG fünf Auswärtsspiele (drei Siege), fuhr dabei 3100 Kilometer durchs Land. Klar, dass „Bus-Beine“ schlauchen. So entschied Niklas Wimberg die Partie für Chemnitz: Erst ein Zweier zur ersten Führung (87:86) seit der 8. Minute, dann 2,2 Sekunden vor Ende sein Block gegen Baldwin. Bleibt die Frage: War das BG-Spiel zu Baldwin-lastig? Kein anderer Spieler traf zweistellig, bei Chemnitz (bessere Dreier-Quote) waren es fünf.

.  Samstag (18 Uhr) geht’s für die BG weiter gegen Frankfurt. Wieder sind nur 500 Fans erlaubt. Bitter: Stephen Brown fällt gegen die Hessen aus, hatte schon in Chemnitz Abduktoren-Probleme. (haz/gsd)

Auch interessant

Kommentare