Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen dabei: BBL spielt mit zehn Klubs weiter

+
Der Basketball soll wieder fliegen: Mit zehn Vereinen soll die Basketball-Bundesliga die Saison 2019/20 nun doch noch in verkürzter Form zu Ende spielen. 

Es war auf alle Fälle eine Mammut-Sitzung, die die Geschäftsführer der 17 Basketball-Bundesligisten am Montag hatten. Es ging um die Fortsetzung der Saison oder den Abbruch. Um 12 Uhr mittags startete die Videoschalte – um 17 Uhr war offiziell immer noch nichts durchgesickert. Für die BG Göttingen, die unter den zehn verbleibenden Teams ist, war Veilchen-Geschäftsführer Frank Meinertshagen dabei.

Entschieden wurde, dass die Basketball-Bundesliga jetzt den „Geistermeister“ sucht. Die BBL bleibt trotz der Corona-Gefahr wie der Fußball standhaft und will ihren Champion ohne Zuschauer in einem stark verkürzten Turnierformat küren. Wie die Liga am Montag nach fünfstündiger Videokonferenz mitteilte, sollen sich nur noch zehn der 17 Teams an einem Ort zunächst in zwei Fünfergruppen messen. Es folgen Halbfinals und Finale.

Teilnehmer sind jene zehn Mannschaften, die noch spielen wollen: Bayern München, die Riesen Ludwigsburg, Alba Berlin, die Merlins Crailsheim, Rasta Vechta, die Baskets Oldenburg, Brose Bamberg, ursprünglich der prominenteste Befürworter des Saisonabbruchs, die BG Göttingen, ratiopharm Ulm und die Skyliners Frankfurt. Die anderen werden in der Abschlusstabelle dahinter platziert – der Abstieg aber entfällt.

„Die BBL wird für diese Saisonfortsetzung alle notwendigen Mittel ergreifen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und die Gesundheit aller Beteiligten bestmöglich zu schützen“, hieß es in der Pressemitteilung: „Hierfür ist mit externer Unterstützung ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept in Erarbeitung, das den zuständigen Behörden kurzfristig zur Verfügung und Genehmigung vorgelegt wird.“

Bamberg ließ sich vom „neuartigen und schlüssigen Konzept“ umstimmen. Der sofortige Saisonabbruch, der von einigen Mannschaften gefordert worden war, wurde somit nach kontroverser Diskussion verworfen. Somit ist der Basketball neben dem Fußball die einzige Teamsport-Liga, die noch hofft, ihre Saison zu einem sportlichen Ende zu bringen. Eishockey, Volleyball und Handball hatten angesichts der Pandemie aufgegeben.

Die Zeichen vor der digitalen Sitzung deuteten auf erheblichen Redebedarf hin. Mehrere einflussreiche Klubs wie der frühere Serienmeister Bamberg und medi Bayreuth hatten den Abbruch gefordert, zudem äußerten sich unter anderem Aufsteiger Hamburg Towers und die Gießen 46ers skeptisch – sie sind nun nicht mehr dabei.

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die Volleyball-Bundesliga (VBL) und die Handball-Bundesliga (HBL) hatten sich gegen Partien ohne Zuschauer entschieden. Die Ligen hinter dem weitgehend TV-finanzierten Fußball sind viel abhängiger von Zuschauereinnahmen, mit einem Verlust von 25 Millionen Euro muss die BBL rechnen.

Die Aussicht darauf, dass der Basketball als einzige größere Sportart neben König Fußball in der Coronakrise frische Action bieten könnte, hatte Liga-Chef Stefan Holz vor der Diskussion am Montag bereits als verlockend bezeichnet. Die BBL könne zeigen, „was für eine coole Liga sie ist“, sagte der 52-Jährige: „Es könnte einen Push geben, die Scheinwerfer wären auf uns gerichtet. Die Fernsehsender gieren nach frischem Content (Inhalt, d. Red.).“

Auch einen Lerneffekt für die kommende Saison versprachen sich die Befürworter einer Fortsetzung. Denn auch in der kommenden Spielzeit drohen Geisterspiele – und damit werden die finanziellen Engpässe der Klubs wohl noch schlimmer.gsd/sid

Stimmen zur BG

Frank Meinertshagen (BG-Geschäftsführer): „Ich halte es für wichtig, dass wir die Saison in irgendeiner Form zu Ende spielen. Wir haben uns in erster Linie für unsere Partner und Fans so entschieden.“

Johan Roijakkers (BG-Trainer): „So können wir für die Sponsoren und Fans eben sichtbar bleiben! Wir wissen aber, dass Mitte Mai 90 Prozent aller Verträge bei uns ausgelaufen sind. Eher unwahrscheinlich, dass wir mit allen Spielern antreten können.“

Rolf-Georg Köhler (Göttinger Oberbürgermeister): „Ich halte es für Blödsinn, die Basketball-Saison noch zu Ende zu spielen. Ich hätte mir eine Entscheidung gewünscht mit Blick auf die nächste Saison, sich auf diese vorbereiten zu können. Welchen inhaltlichen Wert hat diese Entscheidung? Was machen Teams, deren US-Amerikaner abhandengekommen sind? Da stimmt dann doch das Leistungsspektrum nicht mehr."

Christian Zigenhorn (Fanklub Veilchen-Power): „Die Entscheidung ist ein guter Kompromiss. Basketball mit Fans wird ja wohl noch länger nicht stattfinden. Keiner wurde zu etwas gezwungen. Dass die BG dabei ist, freut mich natürlich. Alle Fans werden emotional dabei sein." gsd
 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.