Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen: Der Veilchen-Coup von Berlin

Im Anflug auf den Alba-Korb: BG-Spielmacher Stephen Brown (links, 14 Punkte) lässt Berlins Topscorer Oscar da Silva (17 Punkte) beim Korbleger keine Abwehrchance.
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Im Anflug auf den Alba-Korb: BG-Spielmacher Stephen Brown (links, 14 Punkte) lässt Berlins Topscorer Oscar da Silva (17 Punkte) beim Korbleger keine Abwehrchance.

Dieser Sieg dürfte in die Annalen dieser Saison eingehen! Das 65:59 der BG Göttingen bei Meister Alba Berlin war kein normaler Bundesliga-Sieg, sondern eine faustdicke Überraschung.

Göttingen – Niemand hatte damit gerechnet. Umso größer war die Freude bei den Veilchen, die von den rund 50 mitgereisten Fans nach der Schlusssirene mit der Sieges-Humba überschwänglich gefeiert wurden.

„Die Umstände waren gut für uns“, blieb BG-Coach Roel Moors hinterher nüchtern wie meistens. Berlin am vergangenen Freitag noch beim Euroleague-Spiel in Belgrad (78:63-Sieg!), Rückkehr am Samstag, Vorbereitung auf das BG-Spiel erst am Sonntag. „Wir waren im Angriff mental nicht bereit genug für dieses Spiel. Es ist schwierig, gleichzeitig in der EuroLeague und der Bundesliga zu spielen mit so vielen Reisen und Spielen“, meinte Berlins Trainer Israel Gonzales.

Für ‘nen Basketballer ist Göttingens John Little nicht größer als’n Spiegelei

Frank Buschmann (Ex-DSF-Kommentator) am 26.12.2009 beim BG-Sieg in Berlin

Was aber den starken Auftritt der Veilchen keinesfalls schmälern soll. „Wir waren defensiv sehr fokussiert“, sagte Moors. Wie schon bei den Siegen gegen Bonn (42 Prozent) und Ludwigsburg (34 Prozent) hielt die BG die Trefferquote des Gegners tief – gegen Alba senkten die Veilchen sie auf 29 Prozent ab. Moors: „Wir haben defensiv viel Gutes gemacht.“ Attraktiv sieht das nicht immer aus. „Es war kein schönes Spiel.“ Aber der Erfolg rechtfertigt eben auch die Mittel.

Der Göttinger Trainer weiter: „Alba hat vielleicht Energie gefehlt. Aber ich bin trotzdem sehr froh über die Leistung meiner Mannschaft, die bis zum Ende gekämpft hat. Dass man ein Spiel mit 22 Ballverlusten und so vielen Fehlwürfen gewinnt, ist wohl ein Unikum.“ Solche „doofen Ballverluste“ müsse man vermeiden.

Weitere Erfolgsfaktoren

.  Kamar Baldwin hatte „eine schlechte erste Halbzeit“, so Moors. Seinen ersten Korb erzielte der BBL-Topscorer (22,3 Punkte pro Spiel), als er auf 35:37 verkürzte. Die restlichen 16 Zähler markierte er bei der „Baldwin-Show“ im letzten Viertel, nachdem James Dickey das 5. Foul kassiert hatte (ebenso wie 3:30 Minuten vor Schluss Philipp Hartwich). Moors: „Am Ende war Kamar mental stark genug, zeigte sein Talent.“ „Wir haben zusammengehalten. Ich habe genommen, was ich bekommen konnte“, sagte Baldwin bei MagentaSport.

.  Entgegen kam der BG auch Berlins Freiwurf-Schwäche: Nur 16 von 30 Würfen getroffen – bei engen Spielständen fatal!

Nach dem „BG-Coup von Berlin“ wurden Erinnerungen wach. Am 26. Dezember 2009 gewann die BG zuletzt in Berlin 86:82. TV-Kommentator Frank Buschmann flippte förmlich aus, als Taylor Rochestie aus neun Metern quasi vom nahen Ostbahnhof einen Dreier traf. Ex-Trainer John Patricks „Guard-Terror“ mit „40 minutes of hell“ kochte aus der Erinnerung wieder hoch angesichts der knallharten Defensive der BG am Sonntag.

PS. Die BG, deren Kapitän Akeem Vargas 308 Mal für Alba spielte, besserte die Bilanz in Berlin auf 2:11-Siege auf und insgesamt auf 7:21. (Helmut Anschütz/gsd-nh)

Coole Schlagzeile: So berichtete die HNA am 28. Dezember 2009 vom ersten BG-Sieg in Berlin.

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