Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen: Derbysiege sind die schönsten

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Im Vorwärtsgang: Der BGer Elias Lasisi (6) überläuft Braunschweigs Joe Lawson. Der Belgier zeigte eine starke Partie.

"Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ Die Feierstimmung der fast 400 mitgereisten Göttinger Fans wollte nach dem 91:87 (49:41)-Sieg bei den Löwen Braunschweig gar nicht enden.

Minutenlang ließen sie die Veilchen hochleben, stimmten immer wieder neue Jubelchöre an. Klar, dass auch die Sieges-Humba nicht fehlen durfte. Der zehnte Sieg im 20. Saisonspiel für die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers – und das ohne den erkrankten Alex Ruoff: Man muss sich wirklich mal kneifen, ob das auch wahr ist.

Coach Roijakkers blieb wie gewohnt defensiv in der Einschätzung der Lage: „Dieser Sieg zählt doppelt für den Klassenerhalt“, meinte der Niederländer. Gleichwohl lobte er die „großartige Unterstützung“ der Fans – wie auch Bennet Hundt: „Das hat uns den Extra-Push gegeben.“

Möglicherweise hat die Anfeuerung auch dazu beigetragen, dass die BG erneut einen Faktor geltend machen konnte, der sie schon zuletzt bei ihrem Siegeszug (jetzt acht Siege in den letzten zehn Spielen) ausgezeichnet hat: Die nervliche Stabilität!

Als es im letzten Viertel noch einmal kritisch wurde und die Löwen mehrfach bis auf zwei Zähler herangekommen waren, behielten die Veilchen den Kopf oben und knickten nicht ein unter dem Druck der Gastgeber, die ihren besten Mann in Nationalspieler Karim Jallow (26 Punkte) hatten. „Ihn konnten wir einfach nicht stoppen“, meinte BG-Neu-Nationalspieler Hundt. So war es einmal mehr der nicht nur wegen seiner 23 Punkte herausragende Spielmacher Kyan Anderson, der mit seinem flachen Dreier zum 84:79 für den „Matchwinner“ sorgte. Unter Druck hatte er die passende Antwort parat.

Auf den Punkt bereit war auch Adam Waleskowski. Nach Ruoffs Ausfall war klar, dass der Routinier mehr Einsatzminuten bekommen würde – er nutzte sie für sich, aber mehr noch fürs Team in Form von zwölf Punkten. „Adam hat das erste Mal auf der „4“ (Position des Power Forward, d. Red.) gespielt“, erklärte Roijakkers. „Wir hatten so viele verschiedene Line-Ups (Aufstellungen) wie sie noch nie vorgekommen sind. Das war ein schwieriges Spiel für uns“, so der BG-Coach weiter.

Auch, weil es zum Ende der Partie hin bei den Veilchen Foul-Probleme auf den großen Positionen gab: 4. Foul Allen (25.), Unsportliches Foul gegen Waleskowski (29.), Unsportliches (und fünftes) Foul gegen Osetkowski (33.), 4. Foul Waleskowski (37.). So brachte Roijakkers zeitweise mit Anderson und Hundt beide Spielmacher, spielte „small ball“ – eher ungewöhnlich! Zuvor war schon Braunschweigs Ex-BGer Scott Eatherton (32.) per fünftem Foul ausgeschieden (siehe auch Rand-Story).

Und noch einer trat ins Rampenlicht: Elias Lasisi traf vor der Pause drei Dreier, spielte sehr selbstbewusst – ihn hatte Braunschweig wohl kaum auf der Rechnung. Löwen-Trainer Pete Strobl: „Wir haben kopflos gespielt und das Rebound-Duell verloren, das wir sonst meistens gewinnen. Tut mir leid für unsere Fans.“ Da feierten die BG-Anhänger immer noch. Derbysiege sind eben doch die schönsten.  gsd

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