Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen eine Halbzeit wie ein Abstiegskandidat

Sieht nach Leichtigkeit aus, wie Aubray Dawkins und Mathis Mönninghoff nach dem Ball zu greifen versuchen. Doch viel zu viel ging in Frankfurt daneben. Rudi Völlers Sohn Marco beobachtet das Göttinger Fingerspiel.
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Sieht nach Leichtigkeit aus, wie Aubray Dawkins und Mathis Mönninghoff nach dem Ball zu greifen versuchen. Doch viel zu viel ging in Frankfurt daneben. Rudi Völlers Sohn Marco beobachtet das Göttinger Fingerspiel.

Wenn es noch eines Belegs über die Lage und Situation der BG Göttingen bedurft hätte, so wurde er am Sonntag bei der herben 63:81-Pleite der Veilchen in Frankfurt geliefert: Die Südniedersachsen kämpfen in dieser Saison in der Basketball-Bundesliga an zwei Fronten – sportlich und wirtschaftlich geht es wohl nur ums Überleben.

Göttingen – Zu ernüchternd war vor allem diese ebenso unsägliche wie kaum zu erklärende zweite Halbzeit, die nach 38:36-Pausenführung mit 25:45 verloren ging. Erklärungsansätze:

.Kein Anführer: Als „Leadership“ im dritten Viertel gefragt war, tauchten alle ab. Niemand nahm das Heft in die Hand, die Partie glitt den Veilchen völlig aus den Händen. Keiner ging mehr voran. Die Initiative, die Forschheit eines Luke Nelson fehlte völlig. Der Brite fehlte hinten und vorne. „Hoffentlich bin ich bald zurück“, meinte Nelson im Halbzeit-Interview bei MagentaSport. Aus Jorge Gutiérrez werden nur wenige schlau: defensiv erneut schwach und offensiv zaudernd. Der Mexikaner konnte das Spiel nicht lenken. Deishuan Booker kann dem Spiel (noch) nicht seinen Stempel aufdrücken. Für einen erst 23-Jährigen vielleicht auch etwas zu viel verlangt. Nelson Weidemann bemüht sich immer wieder, hatte in Frankfurt aber einen unglücklichen Tag: schnell drei Fouls, das vierte beim 40:44-Rückstand (24). . 

Keine Konstanz: Darüber klagt Trainer Roel Moors seit Wochen. Eines der besten Beispiele: Tai Odiase mit starkem Anfang, erzielte bereits zwölf seiner 14 Zähler vor der Pause. In der zweiten Hälfte tauchte der Modell-Athlet genauso ab wie die meisten anderen. Auch der reaktivierte Harper Kamp hatte seine starke Phase Ende des zweiten Viertels mit sieben Punkten zur Halbzeitführung – danach nicht mehr. Bezeichnend aber, dass er wieder einer der Besten war. . 

Das Trainer-Statement: „Die erste Halbzeit war okay Dann haben wir ohne Emotion und Energie gespielt, das Spiel ohne Grund an Frankfurt gegeben. Das war eine sehr große Frustration für mich. Alle haben den Kopf hängen lassen, das kann man sich nicht erlauben. Als Profis müssen wir unseren Job machen.“ Moors war überaus gefrustet und gab ein unübersehbares Signal, als er Andy Onwuegbuzie und Marvin Omuvwie in den letzten sechs Minuten aufs Parkett brachte. Mehr Unzufriedenheit mit den vermeintlich etablierten Akteuren kann man kaum demonstrieren.

Der Gast-Kommentar: „Göttingen hat in der zweiten Halbzeit wie ein Abstiegskandidat gespielt“, meinte MagentaSport-Kommentator Stefan Koch.

Der Ausblick: Nach zuletzt drei Auswärtsspielen (Niederlage in Bonn, Sieg in Gießen, Niederlage in Frankfurt) folgen in diesem verrückten Spielplan nun wieder vier Heimspiele gegen Ulm (mit Dylan Osetkowski, am Sonntag, 18 Uhr), Vechta (24. Januar), Bamberg (geplant für den 30. Januar, wird aber wegen der Bomben-Entschärfung verlegt) und Berlin (Dienstag, 2. Februar). Das Vorziehen der Partie gegen die Bamberger von Ex-BG-Coach Johan Roijakkers auf Freitag, 29. Januar, erscheint fraglich, da Bamberg am 27. Januar noch in der Champions League zuhause gegen Bologna (Italien) spielt. (Helmut Anschütz/gsd)

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