Basketball Bundesliga Männer

BG Göttingen fehlt zurzeit Stocktons Stärke

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Skepsis oder Zuversicht? Göttingens Kapitän Michael Stockton strahlt im Moment nicht die Souveränität aus, mit der er bei vielen guten Partien für die BG in der Saison-Anfangsphase aufwartete.  

Göttingen. Weihnachten naht, das Fest für die Familien schlechthin. Da war es beim Spiel der BG Göttingen in Oldenburg auch kaum ein Wunder, dass viele aus der lila Veilchen-Familie vor Ort waren.

Dominic Lockhart, Penny Williams, Darius Carter, Stephan Haukohl, Derek Willis – von allen waren Verwandte, Bekannte und Freunde in der EWE-Arena. Von Michael Stockton saßen sogar seine Schwester und Schwager auf der Tribüne Zu besprechen gab es viel – sowohl sportlich als auch privat.

Sportlich galt es, die sechste Niederlage in Folge zu verarbeiten. „Nach der Pause sind sie stärker geworden“, meinte Darius Carter. „Dann haben die Oldenburger gespielt wie gewöhnlich. Bei uns haben einige Dinge nicht mehr so geklappt, wie wir wollten.“

„In der ersten Halbzeit haben wir vorn und hinten gut gespielt“, fasste Stephan Haukohl zusammen. „Nach der Pause haben wir zu wenige Würfe kreiert, bei uns fehlte dann der Spielfluss. Wir sind dann unter Wert geschlagen worden.“

Kapitän fehlt Souveränität

Das stimmt sicherlich, aber es hilft den Veilchen auch nicht weiter. Das Team hat in Oldenburg wieder gut mitgespielt – aber eben nur 30 Minuten. „Wir waren dann müde“, meinte Trainer Johan Roijakkers. „Mehr ist nicht drin. Man muss solche Spiele richtig bewerten. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Allgemein bin ich aber zufrieden.“

Doch die Lage für die BG ist nach der sechsten Pleite in Serie nicht einfacher geworden. Vor allem deshalb, weil Michael Stockton aktuell nicht die gute Leistung bringt, die er vor seiner Verletzung (Hüftprellung nach heftigem Sturz in Ludwigsburg) in vielen Spielen zeigte. Der BG-Kapitän verhaspelt sich in vielen Situationen und strahlt derzeit keine Souveränität aus.

Willis wird immer besser

In Oldenburg stand der Spielmacher „nur“ 24:03 Minuten auf dem Parkett, mit Kramer, Willis, Lockhart und Williams aber vier Spieler länger. Mit acht Zählern scorte Stockton erneut nur einstellig, mit minus 22 hatte er zudem den nach Dennis Kramer (minus 23) zweitschlechtesten Plus/Minus-Wert.

Erfreulich dagegen, wie sich Derek Willis in den vergangenen Spielen gesteigert hat. In Oldenburg mit 16 Punkten Topscorer, dazu acht Rebounds – der lange „Spargeltarzan“ macht zunehmend Freude. Die Zeiten seines sehr durchwachsenen Starts bei den Veilchen sind längst passé. Eher blass blieb dagegen der BG-Serbe Mihajlo Andric (nur 12:50 Minuten Einsatzzeit), der fast nur von seinen Dreiern „lebt“. Fallen sie nicht, ist die BG um einen Faktor beraubt. Von der Dreier-Stärke der BGer wie zu Saisonbeginn, als sie sogar BBL-Spitze in dieser Kategorie waren, ist derzeit keine Spur mehr. Auch deshalb ist Platz 14 jetzt Realität. (haz/gsd)

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