Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen gewinnt in Hamburg: Erste Hälfte hui, dann pfui

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Wieder eine ganz starke Partie: Dylan Osetkowski (MItte) fingert am Hamburger Korb nach dem Ball. Der BG-Center (2,06m) ragte mit 23 Punkten heraus. 

Hinterher mussten alle erstmal durchatmen. Die BG Göttingen rettete beim 93:87 bei den Hamburg Towers gerade so den ersten Auswärtssieg und den zweiten Erfolg in Folge über die Zeit.

Eigentlich fast unglaublich, denn nach der ersten Halbzeit hatten die Veilchen unterstützt von 350 Fans in der „edel-optics.de“-Arena mit sage und schreibe 61:34 geführt, nachdem sie die wohl besten ersten 20 Minuten in dieser Saison abgeliefert hatten. Doch es lief offenbar zu gut: So ging im zweiten Durchgang, den sie mit 32:53 verloren, nur noch wenig. Mit ein bisschen mehr Geschick und auch Glück reichte es aber noch zur ersten Sieges-Humba in fremder Halle.

Für die unfassbare Diskrepanz zwischen der ersten und der zweiten Halbzeit gab es bei vielen Fans nur ungläubiges Staunen. Erst hui (31-Punkte-Führung), dann pfui! Der Bruch im BG-Spiel war total verblüffend. Vor der Pause spielten die Veilchen die Hamburger regelrecht an die Wand. 

BG Göttingen: Osetkowski knüft nahtlos an gute Leistungen gegen Oldenburg an

Fast alles klappte: Kyan Anderson führt glänzend Regie, Dylan Osetkowski knüpft nahtlos an seine schon gute Leistung gegen Oldenburg an. Dominic Lockhart hat viele gute Szenen, inszeniert das Göttinger Spiel. Und Terry Allen ist von außen nicht zu stoppen, trifft drei Dreier und kommt nach 20 Minuten auf schon 16 Zähler – ebenso wie Osetkowski, der seine Big Man-Kollegen Darius Carter und Dennis Kramer erneut um Längen aussticht.

„Die erste Halbzeit haben wir verdient gewonnen, die zweite dann Hamburg“, sagte Coach Roijakkers noch unter dem Eindruck des Leistungsabfalls nach dem Wechsel. Die „Türme“, die die BGer zunächst geradezu unterhöhlten, kamen nach Wiederbeginn erstärkt zurück. Zehn Zähler in Folge, da erwachte auch das Hamburger Publikum wieder. Roijakkers reagierte mit einer Auszeit, doch sie brachte wenig. 

BG Göttingen verliert Faden und Towers starten Aufholjagd

Hamburg (um den neuen Mexikaner Jorge Gutierrez) warf sich in Rage, die Veilchen wirkten perplex und teils wie paralysiert. Was vor der Halbzeit klappte, gelang danach fast gar nicht mehr. Die Towers um den in der ersten Halbzeit schwachen Topstar Heiko Schaffartzik erwachten aus ihrem Tran, merkten, dass da doch noch etwas ging. 29:9 gewannen sie den dritten Abschnitt, aber die BG führte noch 70:63. Sollte sie im letzten Viertel noch die Wende zum Sieg schaffen?

Es blieb spannend! Und eng! Und es wurde dramatisch! Angetrieben von den eigenen Fans holten die Towers immer weiter auf, auch dank des Holländers Yannick Franke, den Roijakkers einst im U18-Team seines Landes coachte. Die BG wankte gewaltig – aber sie fiel letztlich nicht! Die Göttinger behielten in der heißer und hektischer werdenden Atmosphäre die Nerven. Der Matchwinner war dann der immer besser auftrumpfende Anderson mit seinem Dreier zum 87:79.

„Wir hatten am Ende einige Big Plays und haben im letzten Viertel wieder schlauer gespielt“, fasste Roijakkers zusammen. „Die Unterstützung unserer Fans war diesmal etwas Besonderes.“ Towers-Kollege Mike Taylor: „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht bereit. Später hat man bei uns gesehen, was möglich ist.“  gsd

Heimspiele gegen die Gießen 46ers sind in den vergangenen Spielzeiten ein Gräuel für die BG Göttingen. Zum vierten Mal in Folge verloren die Veilchen gegen die Mittelhessen zuhause.

Zwei Siege in Folge – der Aufschwung von Basketball-Bundesligist BG Göttingen nach zuvor sechs Niederlagen hängt auch mit der Leistungssteigerung von 2,06-Hüne Dylan Osetkowski zusammen.

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