Basketball-.Bundesliga Männer

BG Göttingen: Im Spätherbst blühen die Veilchen auf

Haben einen Lauf: (von links) Neuzugang Jake Toolson feiert mit Stephen Brown und BBL-Topscorer Kamar Baldwin. Die BG Göttingen ist als Tabellenzweiter das Überraschungsteam der Basketball-Bundesliga.
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Haben einen Lauf: (von links) Neuzugang Jake Toolson feiert mit Stephen Brown und BBL-Topscorer Kamar Baldwin. Die BG Göttingen ist als Tabellenzweiter das Überraschungsteam der Basketball-Bundesliga.

Eigentlich ist Ende Oktober und Anfang November die Haupt-Blütezeit von Veilchen längst vorbei. In Göttingen ist das derzeit vollkommen anders: In der Uni-Stadt steht diese Blumenart momentan in voller Blüte.

Göttingen – Die BG Göttingen, wegen ihres lila Heim-Dress liebevoll Veilchen genannt, mischt die Basketball-Bundesliga auf und überrascht derzeit mit Platz zwei, punktgleich hinter Ex-Meister und Euroleague-Starter FC Bayern München.

Vorerst letzter Streich war am Sonntag der 95:85-Sieg gegen die als Favorit angereisten EWE Baskets Oldenburg. Nur die größten Optimisten hatten gegen die individuell stark besetzten, aber zurzeit ebenso stark schwächelnden Donnervögel etwas Zählbares erwartet. Aber die 2617 enthusiastischen Veilchen-Fans peitschten das Team vom belgischen Trainer Roel Moors unaufhaltsam nach vorn zum vierten Erfolg in Serie.

Und diese vier Siege kamen nicht etwa gegen die unteren Mannschaften zustande, sondern gegen Teams, die zum Hauptrunden-Abschluss der vergangenen Saison auf Platz eins, zwei und drei standen: 78:69 gegen Ludwigsburg mit Ex-BG-Coach John Patrick (letzte Saison Erster), 65:59 beim aktuellen Meister Alba Berlin (Zweiter) und nun eben gegen Oldenburg (Dritter). Dazu gesellte sich noch der Heimerfolg gegen Bonn.

„Das hat in dieser unfassbaren Atmosphäre einfach Spaß gemacht“, schwärmte selbst der sonst eher nüchterne BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen, einst selbst Erstliga-Profi in Hannover. „Wir spielen gerade mit sehr viel Selbstbewusstsein, haben gegen Oldenburg einen exzellenten Job gemacht“, stand ihm auch der ebenfalls sonst eher kritische Moors in nichts nach. Dabei behielt die BG kurz vor Ende in einer kritischen Phase die Nerven.

Was sind die Gründe für das Aufblühen der Veilchen?

Die Beton-Abwehr: Meister Berlin in eigener Halle bei nur 59 Punkten zu halten, war ein starkes Stück. Die BG- Defensive senkt die Trefferquoten der Gegner ab.

Das „BG-B-Trio“: Kraftpaket Kamar Baldwin, Spielmacher Stephen Brown und „Springinsfeld“ Zack Bryant setzten zu Saisonbeginn erste Akzente, jetzt ist mit Jake Toolson noch ein vierter Matchwinner dazugestoßen. Mit seinem „heißen Händchen“ schenkte er Oldenburg sieben Dreier ein, trifft 60,7 Prozent vom Perimeter – ein super Wert! In der Vorbereitungsphase war der zweifache Vater eher durch seinen Zopf aufgefallen. Der ist inzwischen ab.

Der Shooting Star ist aber Baldwin (von Türk Telekom Ankara). Berlin schlug er fast allein: 16 seiner 18 Zähler erzielte er im letzten Viertel. Mit 22,2 Punkten pro Spiel ist der athletische Guard der Topscorer der Bundesliga.

Die Fans: 2617 gegen Oldenburg verwandelten die S-Arena in ein Tollhaus. Es waren 500 mehr als zum Saisonstart. Mit der Zurückgewinnung der Fans nach dem Corona-Ausschluss in der vergangenen Serie tut sich auch die BG schwer. Aber nach dem Topspiel am nächsten Sonntag bei den Hamburg Towers kommt Bayern München. Da wird die Halle wieder zur Hölle für den Gegner.

Einziger Makel: Aus dem BBL-Pokal schieden die Göttinger nach schwachen letzten zwölf Minuten in Braunschweig aus. Da hatten sie auch noch nicht diesen aktuellen Zusammenhalt. Die einzige Ligapleite gab es ausgerechnet gegen Bamberg mit Ex-BG-Coach Johan Roijakkers.  (Helmut Anschütz/gsd)

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