Basketball-Bundesliga

BG Göttingen in der Quarantäne: „Spaß machte es nicht“

Auf dem Spinning-Fahrrad im Wohnzimmer: Mathis Mönninghoff strampelt sich ab.
+
Auf dem Spinning-Fahrrad im Wohnzimmer: Mathis Mönninghoff strampelt sich ab.

Glücklicherweise nähert sie sich hoffentlich ihrem Ende: Seit fast 14 Tagen sind die Spieler von Basketball-Bundesligist BG Göttingen (und weitere team-nahe Personen) in der Corona-Quarantäne.

Göttingen – Die wurde vom Göttinger Gesundheitsamt verhängt, nachdem zwei Spieler vor dem Pokal-Endturnier in München positiv getestet worden waren. Jetzt geht die Zwangspause aller Voraussicht nach am Freitag zu Ende – wenn weitere Testungen negativ sind.

„Spaß gemacht hat das nicht“, sagt BG-Trainer Roel Moors (41). Der Belgier ist ein aktiver Zeitgenosse, läuft viel und fährt gern Mountain-Bike rund um seinen Wohnort Rosdorf. Alles in diesen zwei Wochen nicht möglich! Wie hat Moors seine Zeit verbracht? „Mit vielen Vorbereitungs-Arbeiten“, berichtet er und spielt damit auf die bevorstehenden fünf Spiele in zehn Tagen an. Die Gegner hat er schon gescoutet.

Und sonst? „Ich habe meine Work-outs gemacht mit YouTube-Tipps. Aber ideal ist das nicht.“ Er wollte aber natürlich fit bleiben. Um die Fitness seiner Spieler für die Partie gegen Bayern München am Sonntag (falls gespielt wird) fürchtet er allerdings. „Das ist meine erste Sorge. Das ist eben eine schlechte Vorbereitung, sie ist sehr anders als sonst.“

Hinter seiner angelieferten Essens-Kiste: Nelson Weidemann an der Haustür in Bovenden.

Und wie sieht’s bei den Spielern aus? Mathis Mönninghoff ist erst einmal „super-glücklich“, dass er auch nächste Saison für die BG spielt. Aber mit der Quarantäne war es schon „komisch“. Zumal er sich auch wie die anderen Familienväter Harper Kamp und Dennis Kramer von zuhause ausquartiert hatte und in einer leer stehenden BG-Wohnung untergekommen war.

Inzwischen ist Mönninghoff aber wieder bei Gattin Catharina und Sohn Leno. Gesorgt war für die Teilzeit-Strohwitwer jedoch bestens. Das Mittagessen von der Universitäts-Medizin Göttingen wurde von Helfern um Ellen Ben Amor und teils Fanklub-Chef Matthias Klar zu den Spielern transportiert. Zudem wurden Essens-Bestellungen ausgeliefert. Zusätzlich hatten die BGer Spinning-Fahrräder vom ASC und Gewichte. Mit Athletik-Coach Moritz Wilk gab’s von 10 bis 11 Uhr jeden Tag Training über Zoom. „Da kam man schon ins Schwitzen“, verrät Mathis Mönninghoff.

„Anfangs war es hart“, sagt Teamkollege Nelson Weidemann zur Zwangspause. „Aber dann ist sie schnell vergangen. Ich habe eine stabile Quarantäne-Routine entwickelt.“ Die sah so aus:

.  9.30 Uhr: Yoga;

.  10 bis 11 Uhr: Work-out mit dem Team über Zoom;

.  11.30 Uhr: 30 Minuten auf dem Fahrrad, dabei YouTube-Videos über Politik geschaut;

.  12.30 Uhr: eine Stunde lesen;

.  13.30 Uhr: Mittagessen, danach Gitarre oder Playstation spielen;

.  Abends: selbst Essen gemacht oder etwas bestellt.

„Langeweile kam nicht auf“, lächelt Weidemann. „Es war super, wie man sich um uns gekümmert hat.“

Geht alles gut, hofft man, am Freitagabend erstmals wieder gemeinsam trainieren zu können. Als Vorbereitung auf ein Bundesliga-Spiel wie Sonntag gegen München ist das aber viel zu wenig. (Helmut Anschütz/gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.