Basketball-Bundesliga: Viele Probleme bis zur Bewilligung

BG Göttingen kämpft um ihr Fördergeld

Basketball-Bundesligist BG Göttingen hofft auf Fördermittel vom Bund. Die Höchstsumme von 800000 Euro ist ziemlich unrealistisch. Wie viel es möglicherweise gibt, ist offen. Es ist ein schwieriger Weg.

Kampf um Körbe und Kohle: Die BG Göttingen ist an zwei Fronten gefordert.

Göttingen – Gestern stand es im Südniedersachsensport der HNA: Basketball-Bundesligist Rasta Vechta hat 740 000 Euro Fördergeld vom Bund erhalten zur Kompensierung der extremen Einnahmeausfälle durch fehlende Zuschauer. 800 000 Euro sind der Höchstsatz für jeden Klub. Die HNA hat darüber mit Frank Meinertshagen gesprochen. Der Geschäftsführer der BG Göttingen hat ein anderes Bild von den vom Deutschen Bundestag beschlossenen Fördergeld in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro gezeichnet.

Von der Vechta zugutekommenden Summe bei der „Corona Hilfe Profisport“ können die Göttinger, deren Etat in dieser Saison wohl von 3,4 auf 2,6 Millionen Euro sinken wird, derzeit nur träumen. Die Veilchen haben bisher 275 000 Euro beantragt. Diese viel geringere Summe erklärt sich laut Meinertshagen so: Im Sommer bekam die BG einen KfW-Kredit (die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist eine Förderbank) in Höhe von 500 000 Euro bewilligt.

Kredit schon erhalten

Wir brauchten dieses Geld, um liquide zu bleiben, weil zum Beispiel die Einnahmen aus dem Dauerkarten-Verkauf fehlten“, erklärt Meinertshagen. Schließlich galt (und gilt) es, laufende Kosten zu begleichen. Zudem bekam die BG 25 000 Euro von der N-Bank (Niedersachsen Bank). Macht zusammen 525 000 Euro.

Dieses Geld wird nun auf die jetzt beantragte Förderung angerechnet – bleiben die besagten 275 000 Euro übrig. Meinertshagen: „Dass der Kredit jetzt auf die Fördermittel angerechnet wird, verstehe ich nicht. Da fehlt mir das Verständnis.“

Um höhere Fördergelder zu bekommen, wollte die BG den 500 000-Euro-Kredit zurückzahlen. Dies gehe aber nicht anteilsmäßig, sondern nur in voller Höhe auf einen Schlag. „Das können wir nicht“, sagt der Veilchen-Chef. Es gelte, sich an den Tilgungsplan zu halten.

Meinertshagen macht einen skeptischen Eindruck, wie es jetzt weitergeht. In Sachen der Kredit-Rückzahlung an die KfW wartet man bei der BG auf eine Rückmeldung. Wie der schwierig zu bearbeitende Online-Antrag über BG-Steuerberater Björn Walthemathe erfolgt auch sie online. Die BG hofft bis zum Ende dieser Woche auf eine Antwort, denn nur bis dahin wäre es möglich, ein noch höheres Fördergeld zu beantragen.

Meinertshagen verhehlt nicht, dass das ganze Procedere einem Ritt auf der Rasierklinge gleichkomme. Der BG-Boss: „Wenn wir weiter ohne Zuschauer spielen müssen, wird’s nicht rosig. Dann werden wir die Saison auch mit einem ordentlichen Minus abschließen.“

Dass Vechta fast die volle Höhe von der Förder-Höchstsumme erhalten habe, hängt, so Meinertshagen, damit zusammen, dass der SC Rasta im Berechnungszeitraum April bis Dezember 2019 viel mehr Spiele als die Göttinger ausgetragen habe. Nicht nur in der Bundesliga-Hauptrunde, sondern auch noch anschließend in den Playoffs sowie in der europäischen Champions League.  (Von Helmut Anschütz/gsd)

Rubriklistenbild: © Adam Pretty/dpa

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